
Die Ibrahim-Pascha-Moschee ist eine kleine Kuppelmoschee am Platonos-Platz in der mittelalterlichen Altstadt von Rhodos, erbaut im 16. Jahrhundert, nicht lange nach der osmanischen Eroberung der Insel. Von den Moscheen der Altstadt ist sie die einzige, in der noch gebetet wird; sie dient der türkischsprachigen muslimischen Gemeinde der Insel.
Die Ibrahim-Pascha-Moschee auf einen Blick
- Wo: am Platonos-Platz (Plateia Platonos) in der Altstadt von Rhodos, ein paar Gehminuten südlich der Sokratous-Straße.
- Gebaut: in den 1530er-Jahren oder um 1540–1541; die Quellen sind sich uneinig, eine Inschrift nennt das islamische Jahr 947 (1540/41).
- Was sie heute ist: eine aktive Moschee, seit 2019 vom griechischen Staat offiziell zugelassen, und Teil des UNESCO-Welterbes Mittelalterliche Stadt Rhodos.
- Zeitbedarf: 10 Minuten, um sie vom Platz aus zu betrachten; als Sehenswürdigkeit ist sie nicht für Touristen geöffnet.
- Benannt nach: Pargalı Ibrahim Pascha, Großwesir von Sultan Süleyman dem Prächtigen.
Von der osmanischen Eroberung bis heute
1522 belagerte Süleyman der Prächtige Rhodos sechs Monate lang, und die Johanniter ergaben sich und verließen die Insel Anfang 1523. In den folgenden vier Jahrhunderten war Rhodos osmanisch. Innerhalb der mittelalterlichen Mauern entstanden Moscheen, Bäder, Brunnen und Bibliotheken, einige davon in umgebauten Kirchen, und in der ummauerten Stadt lebten vor allem Muslime und Juden, während die meisten griechisch-orthodoxen Familien in den Vierteln außerhalb der Mauern wohnten. Die Ibrahim-Pascha-Moschee war eine der ersten von Grund auf neu gebauten Moscheen und gilt oft als älteste erhaltene Moschee auf Rhodos.
1912 nahm Italien die Insel ein, und in den 1920er- und 1930er-Jahren restaurierten die italienischen Behörden viele mittelalterliche und osmanische Bauten; das im Lauf der Jahrhunderte beschädigte Minarett der Moschee wurde 1928 in Stahlbeton neu errichtet und in den 1930er-Jahren erneut repariert. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam Rhodos zu Griechenland. Die meisten Moscheen der Altstadt sind seither geschlossen oder stehen leer, doch die Ibrahim-Pascha-Moschee blieb in Gebrauch und erhielt 2019 eine offizielle Betriebsgenehmigung des griechischen Ministeriums für Bildung und Religion.
Worauf du achten solltest
- Die Kuppel: eine einzige große Kuppel über dem quadratischen Gebetsraum, außen zwölfeckig und etwa 11,5 Meter breit.
- Das Minarett: Es erhebt sich an der Nordwestecke, mit polygonalem Sockel, schlankem rundem Schaft und einem Balkon für den Gebetsruf.
- Die Vorhalle: zwei Portiken am Eingang und eine Reihe von drei kleinen Kuppeln über dem Bereich vor dem Gebetsraum.
- Der Brunnen: ein achteckiger Waschbrunnen mit Holzdach im Hof, an dem sich die Gläubigen vor dem Gebet waschen; vom Tor aus kannst du vielleicht einen Blick darauf werfen.
- Der Platz selbst: Der Platonos-Platz ist klein und ruhig, ein guter Ort, um zu sehen, wie sich die osmanische Schicht der Altstadt zwischen die Steinhäuser der Ritter fügt.
Eine lebendige Moschee in einer Stadt voller Denkmäler
In der Altstadt von Rhodos gibt es mehrere osmanische Moscheen und Gebetshäuser, und fast alle sind heute geschlossen oder werden anders genutzt. Die Ibrahim-Pascha-Moschee ist anders: Sie ist kein Museum, sondern ein Ort, an dem noch gebetet wird, am vollsten beim Freitagsgebet zur Mittagszeit. Der Gebetsruf wird im Inneren gesprochen und nicht vom Minarett übertragen, deshalb merken die meisten Passanten gar nicht, dass die Moschee in Betrieb ist.
Tipps für deinen Besuch
- Betrachte die Moschee vom Platz aus: Sie ist keine Touristenattraktion, und du solltest nicht ohne Einladung hineingehen.
- Meide das Freitagsgebet zur Mittagszeit, wenn du fotografieren willst, und sei in der Nähe des Eingangs immer leise.
- Verbinde sie mit einem Spaziergang durch den südlichen Teil der Altstadt, der ruhiger ist als die Haupteinkaufsstraßen, und komm am Morgen oder späten Nachmittag, wenn die Gassen kühler sind.
In der Nähe
- Sokratous-Straße: die Haupteinkaufsstraße der Altstadt, früher der osmanische Basar, ein paar Gehminuten nördlich.
- Süleyman-Moschee: die rosa verputzte Moschee am oberen Ende der Sokratous-Straße, gegründet direkt nach der Eroberung von 1522; das Äußere siehst du von der Straße aus.
- Hippokrates-Platz: der Platz mit der Kastellania, dem Gerichts- und Handelshaus der Ritter, und einem Brunnen, an dem mehrere Gassen der Altstadt zusammenlaufen.
- Synagoge Kahal Shalom: die Synagoge des jüdischen Viertels, gegründet 1577 und die älteste Synagoge Griechenlands, mit einem kleinen Museum über die jüdische Gemeinde von Rhodos.
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