
Die Peterskirche steht auf dem kleinen Petersplatz gleich neben dem Graben, Wiens prächtiger Fußgängerzone. Von außen fällt sie kaum auf, weil die Häuser bis an ihre Mauern heranrücken. Drinnen erwartet dich einer der reichsten Barockräume der Stadt: ein ovaler Raum unter einer bemalten Kuppel, fast vollständig mit Gold, Stuck und Marmor überzogen.
Die Peterskirche auf einen Blick
- Wo: Petersplatz im 1. Bezirk (Innere Stadt), wenige Schritte vom Graben und der Pestsäule.
- Erbaut: etwa 1701–1733; geweiht 1733.
- Von: Gabriele Montani begann den Bau, ab 1703 wird Johann Lukas von Hildebrandt mit dem Entwurf verbunden, das Kuppelfresko stammt von Johann Michael Rottmayr.
- Was sie heute ist: eine katholische Kirche, seit 1970 von Priestern des Opus Dei betreut, offen für Besucher und bekannt für ihre Orgelmusik.
- Zeitbedarf: 20–30 Minuten, länger, wenn du für ein Orgelkonzert bleibst.
Von der römischen Kaserne zur Barockkuppel
St. Peter beansprucht, an der Stelle der ältesten Kirche Wiens zu stehen. Der Überlieferung nach entstand die erste Kirche hier in der Spätantike in einem Gebäude des römischen Lagers Vindobona; eine spätere Legende schreibt Karl dem Großen die Gründung um 800 zu, und ein Relief an der Außenwand zeigt diese Szene, Belege dafür gibt es aber nicht. Sicher ist, dass 1137 eine Peterskirche erwähnt wird. Der mittelalterliche Bau brannte 1661 und wurde nur notdürftig repariert.
Der Neubau kam nach der Pest von 1679, als Kaiser Leopold I. gelobte, die Kirche zu erneuern. Die Arbeiten begannen um 1701 unter Gabriele Montani, ab 1703 war Johann Lukas von Hildebrandt beteiligt, und der Entwurf übernahm Ideen vom Petersdom in Rom in viel kleinerem Maßstab. Bis 1722 war der Großteil fertig, und 1733 wurde die Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit geweiht. Sie war der erste Kuppelbau des barocken Wien. Eine Restaurierung von 1998 bis 2004 reinigte die nachgedunkelten Gemälde und gab ihnen ihre ursprüngliche Leuchtkraft zurück.
Worauf du achten solltest
- Das Kuppelfresko: Rottmayrs Krönung Mariens, ab 1713 gemalt, hoch über dem ovalen Kirchenraum.
- Die Kanzel: ein vergoldetes Werk von Matthias Steinl aus dem Jahr 1726, mit der Heiligen Dreifaltigkeit auf dem Schalldeckel.
- Die Nepomuk-Gruppe: gegenüber der Kanzel, eine Gold-Silber-Skulptur von Lorenzo Mattielli, die zeigt, wie der heilige Johannes Nepomuk in Prag in die Moldau gestürzt wird.
- Der Hochaltar: von Antonio Galli Bibiena, mit Martino Altomontes Gemälde der Heilung eines Lahmen durch Petrus und Johannes.
- Die Katakombenheiligen: In zwei Seitenkapellen liegen bekleidete Skelette von Märtyrern aus den römischen Katakomben, die der Kirche 1733 geschenkt wurden.
Die Legende von Karl dem Großen
An der Außenwand der Kirche zeigt ein Relief, wie Karl der Große die Peterskirche gründet. Es ist eine Legende: Es gibt keinen Beleg, dass der Frankenkaiser etwas mit der Kirche zu tun hatte, und die erste schriftliche Erwähnung stammt aus mehr als drei Jahrhunderten nach seinem Tod. Die Geschichte zeigt aber, wie stolz die Wiener auf diesen Ort waren, den sie für die älteste Pfarre ihrer Stadt hielten.
Tipps für deinen Besuch
- Komm vom Graben durch die Jungferngasse: Nur aus diesem Blickwinkel siehst du Fassade und Kuppel richtig.
- Schau aus der Mitte des ovalen Raums nach oben, um die ganze Kuppel auf einmal zu sehen, und geh dann zu den Seitenkapellen für die Details.
- In der Kirche finden regelmäßig Orgelkonzerte und andere Konzerte statt; schau vorher ins Programm auf ihrer Website.
In der Nähe
- Graben und Pestsäule: die prächtige Fußgängerzone direkt vor der Tür, mit der Barocksäule, die Leopold I. nach derselben Pest von 1679 errichten ließ.
- Stephansdom: Wiens gotische Kathedrale, ein paar Gehminuten östlich.
- Michaelerplatz und Hofburg: das Tor zur Kaiserresidenz, ein kurzer Weg westlich über den Kohlmarkt.
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