Frauentorturm in Nürnberg: der Rundturm gegenüber dem Bahnhof

The round Frauentorturm on the city walls of Nuremberg

Der Frauentorturm ist der wuchtige Rundturm an Nürnbergs Stadtmauer, der dich begrüßt, sobald du aus dem Hauptbahnhof kommst. Er bewachte das Frauentor, das südöstliche Tor der Altstadt, benannt nach einem nahen Nonnenkloster. Was du siehst, ist ein mittelalterlicher Viereckturm, der 1558 mit einem dicken runden Steinmantel umgeben wurde, damit er Kanonenbeschuss standhielt.

Der Frauentorturm auf einen Blick

  • Wo: an der Südostecke der Altstadtmauer, gegenüber dem Hauptbahnhof, neben dem Königstor und dem Handwerkerhof.
  • Erbaut: das Tor wurde im späten 14. Jahrhundert fertiggestellt; die runde Ummantelung kam 1558 hinzu.
  • Von: die runde Ummantelung entstand unter Jörg Unger.
  • Was er heute ist: einer der vier großen runden Tortürme der Stadtmauer; im Hof dahinter liegt der Handwerkerhof.
  • Zeitbedarf: 15 Minuten für Turm und Graben, 45 Minuten mit dem Handwerkerhof.

Vom Viereckturm zum runden Bollwerk

Nürnbergs letzter Mauerring entstand im 14. und 15. Jahrhundert. Das Frauentor im Südosten wurde im späten 14. Jahrhundert fertig und erhielt seinen Namen vom nahen Klarakloster, einem Frauenkloster, das im 19. Jahrhundert abgerissen wurde. Ab etwa 1430, nach den Hussitenkriegen, ließ die Stadt vor der Mauer einen tiefen Trockengraben ausheben, der 1452 fertig war und nie mit Wasser gefüllt wurde. Sieben Tore führten in die Stadt, und durch das Frauentor ging es nach Südosten, Richtung Regensburg.

Im 16. Jahrhundert waren viereckige Türme ein leichtes Ziel für Artillerie. Nach dem Zweiten Markgrafenkrieg in den 1550er-Jahren ummantelte die Stadt zwischen 1556 und 1564 ihre vier Haupttortürme rund: Laufer Tor, Spittlertor, Neutor und Frauentor. Der Frauentorturm erhielt seinen Mantel 1558, gleichzeitig entstand ein inneres Tor. Die Rundtürme haben einen Durchmesser von etwa 17 Metern. Im 19. Jahrhundert kam die Eisenbahn direkt vor die Mauer, und die neue Königstraße führte den Verkehr durch einen Durchbruch neben dem Turm. Deshalb heißt er heute oft auch Königstorturm.

Worauf du achten solltest

  • Die glatte runde Turmwand mit nur kleinen Öffnungen: Die Form sollte Kanonenkugeln abgleiten lassen.
  • Der Trockengraben vor der Mauer, im Schnitt etwa 12 Meter tief und nie geflutet; geh an seinem Rand entlang, um die Dimensionen zu erfassen.
  • Die alten Turmbezeichnungen an den Mauertürmen in der Nähe: 1540 bekam jeder Turm eine Farbe und einen Buchstaben, und rund um das Frauentor findest du noch Kennungen aus dem blauen und dem roten Abschnitt.
  • Der frühere Waffenhof zwischen äußerem und innerem Tor, seit 1971 mit den Fachwerkwerkstätten des Handwerkerhofs bebaut.
  • Der Fußgängerdurchgang durch das Tor, wo du vom belebten Bahnhofsplatz direkt in die Altstadt trittst.

Warum Nürnberg seine Türme rund baute

Das Schießpulver veränderte den Festungsbau. Eine flache Wand fängt die volle Wucht einer Kanonenkugel ab, eine gekrümmte lenkt sie eher ab, und eine dicke runde Steinmasse ist schwerer zu Fall zu bringen. Nürnberg war reich genug, alle vier Haupttortürme in weniger als einem Jahrzehnt in diesem neuen Stil umzubauen, und das Ergebnis prägt die Silhouette der Altstadt bis heute. Der Spittlertorturm im Westen und der Laufer Torturm im Nordosten ähneln dem Frauentorturm stark, sodass du die Familienähnlichkeit beim Gang um die Mauer erkennst.

Tipps für deinen Besuch

  • Betrachte den Turm zuerst vom Bahnhofsplatz aus, dann geh hinüber und am Graben nach links und rechts entlang, um andere Blickwinkel zu bekommen.
  • Komm am späten Nachmittag, wenn die tiefe Sonne die Steine der Mauer am Graben anstrahlt.
  • Verbinde den Besuch mit einem Gang die Königstraße hinauf, die vom Turm direkt in die Altstadt Richtung St. Lorenz führt.
  • Wenn du mehr Zeit hast, folge der Mauer zu Fuß: Ein Großteil des Rings um die Altstadt steht noch.

In der Nähe

  • Handwerkerhof: ein kleines ummauertes Handwerkerdorf hinter dem Tor, mit Werkstätten und traditionellen Imbissständen.
  • Germanisches Nationalmuseum: ein großes Museum für deutsche Kunst- und Kulturgeschichte, ein kurzer Weg westlich innerhalb der Mauer.
  • St. Lorenz: die große gotische Kirche am oberen Ende der Königstraße, etwa zehn Gehminuten entfernt.
  • Königstraße: die Haupteinkaufsstraße, die das Bahnhofstor mit dem Zentrum der Altstadt und der Pegnitz verbindet.

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