
De 9 Straatjes, die Neun Straßen, sind neun kurze Querstraßen, die im Zentrum von Amsterdam die Grachten zwischen Singel und Prinsengracht kreuzen. Sie sind voller unabhängiger Läden, Vintage-Geschäfte und Cafés, und ihre Namen, von der Bärenstraße bis zur Wolfsstraße, erinnern an die Gerber und Fellhändler, die hier einst arbeiteten.
De 9 Straatjes auf einen Blick
- Wo: im westlichen Grachtengürtel, zwischen Raadhuisstraat im Norden und Leidsegracht im Süden, quer über Singel, Herengracht, Keizersgracht und Prinsengracht.
- Angelegt: mit der Erweiterung des Grachtengürtels ab etwa 1612; die meisten Häuser stammen aus dem 18. Jahrhundert.
- Was sie heute sind: ein Einkaufs- und Caféviertel im Grachtengürtel, UNESCO-Welterbe, mit mehr als 140 denkmalgeschützten Gebäuden.
- Der Name: erst seit den 1990er Jahren in Gebrauch, als Ladenbesitzer einen Verein zur Förderung des Viertels gründeten.
- Zeitbedarf: eine Stunde für einen gemütlichen Spaziergang, einen halben Tag, wenn du gern stöberst.
Von der Stadterweiterung zum Einkaufsviertel
Bis zum späten 16. Jahrhundert endete Amsterdam am Singel. Um 1612, während des Zwölfjährigen Waffenstillstands mit Spanien, begann die Stadt eine große Erweiterung, die Herengracht, Keizersgracht und Prinsengracht entstehen ließ. Die kurzen Straßen, die diese Grachten verbinden, gehörten zu diesem Plan. Viele Gewerbe hier arbeiteten mit Tierhäuten; deshalb tragen mehrere Straßen Tiernamen, und eine heißt Runstraat: Run war die gemahlene Eichenrinde, mit der Leder gegerbt wurde. Die meisten ursprünglichen Häuser aus dem 17. Jahrhundert wurden im 18. Jahrhundert neu gebaut.
Lange hatte die Gegend keinen gemeinsamen Namen. In den 1990er Jahren beschlossen einige Ladenbesitzer, die Straßen gemeinsam zu vermarkten, damit sie so anziehend wirkten wie der benachbarte Jordaan. Am 12. November 1996 gründeten sie den Verein De 9 Straatjes, und anfangs mochte kaum jemand den Namen. Er blieb trotzdem, und heute gehören die Straßen zu den bekanntesten Einkaufsgegenden der Stadt.
Worauf du achten solltest
- Die Straßennamen unterwegs: von Nord nach Süd Reestraat, Hartenstraat und Gasthuismolensteeg; dann Berenstraat, Wolvenstraat und Oude Spiegelstraat; dann Runstraat, Huidenstraat und Wijde Heisteeg. Jede Dreierreihe bildet eine Linie quer über die Grachten.
- Der Blick von den Brücken: Jede Straße überquert mindestens eine Gracht, und von einer Brücke aus hast du den klassischen Blick auf Giebelhäuser am Wasser in beide Richtungen.
- Giebelsteine und Hauszeichen über den Türen, kleine geschnitzte oder bemalte Tafeln, mit denen Häuser gekennzeichnet wurden, bevor es Hausnummern gab.
- Läden in alten Kaufmannshäusern: Schau nach oben zu den Hebebalken an den Giebeln, mit denen bis heute Möbel in die schmalen Grachtenhäuser gehievt werden.
- Die Huidenstraat, die Häutestraße, deren Name am deutlichsten an den Lederhandel erinnert, der das Viertel prägte.
Die zehnte Straße
Die Idee funktionierte so gut, dass eine Nachbarstraße mitmachen wollte. Die Hazenstraat, eine kurze Straße im Jordaan gleich westlich des Viertels, nennt sich seit 2009 die zehnte Straße, mit eigenen kleinen Läden und Galerien.
Tipps für deinen Besuch
- Werktags vormittags ist es ruhiger; samstagnachmittags werden die schmalen Gehwege voll.
- Achte auf Radfahrer, wenn du stehen bleibst: Die Straßen sind eng, und Fahrräder haben praktisch Vorrang.
- Lauf jede Dreierreihe von Ende zu Ende, so überquerst du alle vier Grachten, und wechsle dann zur nächsten Reihe.
- Verbinde das Viertel mit der Westerkerk und dem Anne Frank Huis, gleich nördlich der Raadhuisstraat.
In der Nähe
- Westerkerk: die Kirche aus dem 17. Jahrhundert, deren Turm der höchste Kirchturm Amsterdams ist, wenige Gehminuten nördlich.
- Anne Frank Huis: das Grachtenhaus an der Prinsengracht, in dem sich Anne Frank und ihre Familie im Krieg versteckten.
- Grachtenmuseum: ein Museum an der Herengracht darüber, wie der Grachtengürtel geplant und bewohnt wurde.
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