
Die Sterntorbrücke ist eine kurze Einkaufsstraße in der Fußgängerzone am Westrand der Bonner Altstadt, nahe dem Friedensplatz. Ihr Name ist wörtlich zu nehmen: Unter dem Pflaster liegt eine denkmalgeschützte Ziegelbrücke von rund 35 Metern Länge, die einst die Straße über den Graben der barocken Bonner Festung führte. Gleich daneben steht das Sterntor, Bonns bekanntestes Tor, das selbst abgerissen und ein paar Meter weiter neu aufgebaut wurde.
Die Sterntorbrücke auf einen Blick
- Wo: in der Bonner Fußgängerzone, zwischen Friedensplatz und Bottlerplatz, am Westrand der Altstadt.
- Erbaut: Die Brücke gehört zur barocken Befestigung des 17. Jahrhunderts; sie verband das Äußere Sterntor von 1662 mit dem Vorland jenseits des Grabens.
- Was sie heute ist: eine Fußgängerstraße mit Geschäften; die verschüttete Brücke ist ein Bodendenkmal, und seit 1993 markiert Pflaster in der Straße ihren Verlauf.
- Zeitbedarf: 10–15 Minuten, inklusive eines Blicks auf das Sterntor.
Von der mittelalterlichen Mauer zur barocken Festung
Bonn erhielt 1244 vom Kölner Erzbischof Konrad von Hochstaden das Recht, eine Stadtmauer zu bauen. Die Mauer hatte vier Haupttore, und das westliche, das Sterntor, stand am Ende der Sternstraße; der Name kommt wohl von der Pisternenstraße, der Straße der Bäcker. Im 17. Jahrhundert, als die Artillerie mittelalterliche Mauern überholt hatte, erhielt Bonn einen tiefen Bastionsgürtel nach französischem und italienischem Vorbild. Vor dem Sterntor entstand 1662 ein Äußeres Tor, und eine Brücke aus sieben gemauerten Tonnengewölben führte die Straße über den Festungsgraben dorthin.
Bonn wurde mehrmals belagert und besetzt, am verheerendsten 1689. Als die Festung schließlich aufgegeben wurde, riss man 1858 das Äußere Tor ab, der Graben wurde teilweise verfüllt, und die Brücke verschwand unter dem neuen Straßenniveau. Sie liegt bis heute unter der Straße, die ihren Namen trägt. Das alte innere Sterntor war das letzte mittelalterliche Stadttor Bonns, doch nach langem Streit zwischen Stadt und Denkmalschützern wurde es 1898 für den Verkehr abgerissen, mit Zustimmung Kaiser Wilhelms II., der in Bonn studiert hatte.
Worauf du achten solltest
- Die 1993 verlegten Pflastermarkierungen in der Straße, die den Verlauf der verschütteten Brücke nachzeichnen.
- Das Sterntor am Bottlerplatz, ab 1900 mit Teilen des Originaltors wieder aufgebaut und an einen erhaltenen Halbrundturm der mittelalterlichen Mauer angefügt.
- Am Sterntor eine steinerne Kreuzigungsgruppe und eine gemalte Madonna aus dem 16. Jahrhundert, aus dem alten Tor übernommen.
- Der Grundriss des ursprünglichen Tors, mit dunklem Pflaster zwischen Friedensplatz und Sternstraße markiert, ein paar Meter vom heutigen Tor entfernt.
- Am Friedensplatz ein Stück der Contrescarpe, der äußeren Grabenmauer, die heute als Sitzmäuerchen dient.
Wie man ein Tor mit einer Obstpresse abriss
Sprengen kam nicht infrage, als das alte Sterntor am 6. August 1898 fiel; deshalb nutzte die Stadt eine hydraulische Obstpresse, die ein örtlicher Fabrikant auslieh, um das Mauerwerk auseinanderzudrücken. Um die Proteste zu beruhigen, versprach die Stadt einen Wiederaufbau, und 1900 begann die Arbeit an der Version, die du heute in der Vivatsgasse siehst, teils Rekonstruktion, teils romantische Neuschöpfung. In den 1960er-Jahren forderten einige Geschäftsleute, auch diese Nachbildung zu entfernen, doch sie blieb, und seit 2006 steht sie unter Denkmalschutz.
Tipps für deinen Besuch
- Schau nach unten, nicht nur nach oben: Die Brückenmarkierungen übersieht man zwischen den Einkaufenden leicht.
- Nutze das Sterntor als Treffpunkt; es ist eines der bekanntesten Wahrzeichen der Bonner Innenstadt.
- Komm am Vormittag, bevor die Geschäfte voll werden, wenn du das Tor ohne Menschenmengen fotografieren willst.
- Verbinde die Straße mit dem Friedensplatz und dem Weg zum Marktplatz, nur wenige Minuten entfernt.
In der Nähe
- Sterntor: das wieder aufgebaute Stadttor am Bottlerplatz, direkt neben der Straße.
- Bonner Münster: das romanische Münster mit seinem hohen Vierungsturm, ein kurzer Spaziergang nach Süden.
- Marktplatz und Altes Rathaus: der Markt mit dem rosafarbenen Rokoko-Rathaus, wenige Minuten östlich.
- Beethoven-Haus: das Geburtshaus des Komponisten in der Bonngasse, heute ein Museum, ein kurzer Spaziergang nach Nordosten.
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