
Das Denkmal für Ľudovít Štúr ist eine große Figurengruppe auf dem Štúr-Platz (Námestie Ľudovíta Štúra) am Rand der Altstadt von Bratislava, nahe der Donau. Es ehrt den Anführer der slowakischen Nationalbewegung im 19. Jahrhundert, den Mann, der aus mittelslowakischen Dialekten die bis heute gültige Schriftsprache machte – und es steht dort, wo 1921 eine berühmte Statue Kaiserin Maria Theresias zerschlagen wurde.
Das Štúr-Denkmal auf einen Blick
- Wo: Námestie Ľudovíta Štúra, zwischen dem Konzerthaus Reduta, der Slowakischen Nationalgalerie und dem Donauufer
- Geschaffen: 1972
- Von: Tibor Bártfay, einem der produktivsten slowakischen Bildhauer des 20. Jahrhunderts
- Was es heute ist: eine nationale Gedenkstätte und ein Ort für Treffen und Kranzniederlegungen an slowakischen Gedenktagen
- Zeitbedarf: 10 Minuten, länger, wenn du am Fluss weiterspazierst
Štúr, die Sprache und ein Platz wechselnder Statuen
Ľudovít Štúr wurde 1815 in Uhrovec geboren und kam nach Pressburg, wie Bratislava damals hieß, um von 1829 bis 1836 am evangelischen Lyzeum zu studieren. Er blieb, um dort slawische Geschichte und Literatur zu unterrichten, und wurde zum Kopf eines Kreises junger Patrioten, der Štúrovci. Im Februar 1843 beschlossen er und seine Freunde in Pressburg, eine neue Schriftsprache auf Grundlage der mittelslowakischen Dialekte zu schaffen; im Juli bestätigten sie das mit Jozef Miloslav Hurban und Michal Miloslav Hodža im Pfarrhaus Hurbans in Hlboké. Štúr saß 1847/48 für die Stadt Zvolen im ungarischen Landtag, half 1848/49 die slowakischen Freiwilligenzüge zu organisieren und starb 1856 mit nur 40 Jahren in Modra.
Der Platz hieß einst Krönungshügelplatz: Ein kleiner Hügel hier spielte bei den Krönungen ungarischer Könige in Pressburg eine Rolle. 1897 wurde hier in Anwesenheit Kaiser Franz Josephs ein marmornes Reiterstandbild Maria Theresias von János Fadrusz enthüllt. Nach der Gründung der Tschechoslowakei wurde es im Oktober 1921 abgerissen. 1938 folgte ein Denkmal für Milan Rastislav Štefánik, das schrittweise entfernt wurde, und 1972 nahm Bártfays Štúr-Gruppe den Platz ein.
Worauf du achten solltest
- Štúr selbst vorne, aufrecht und nach vorn blickend, der Mittelpunkt der ganzen Komposition.
- Drei seiner Mitstreiter hinter ihm, halb in seinem Schatten – eine Erinnerung daran, dass die Nationalbewegung eine Bewegung war und nicht ein einzelner Mann.
- Die Inschrift am Sockel mit Štúrs Namen und seinen Lebensdaten.
- Den schweren, monumentalen Stil der Entstehungszeit, in starkem Kontrast zur neobarocken Reduta und zum Fluss dahinter.
- Die kleine Nachbildung des Maria-Theresia-Denkmals am flussseitigen Rand des Platzes, wenige Meter von der Štúr-Gruppe entfernt.
Das Nachleben einer Statue
Ganz verschwunden ist Maria Theresia nicht. 2011 ließ der Bratislavaer Verschönerungsverein von der Bildhauerin Martina Zimanová eine Nachbildung von Fadrusz’ Gruppe in einem Drittel der Originalgröße anfertigen und am Vajanského-Ufer aufstellen, nur wenige Meter vom Standort des Originals. Der Vergleich der beiden Denkmäler – eine gekrönte Königin zu Pferd und ein slowakischer Gelehrter zu Fuß – sagt viel darüber, wie sich die Identität der Stadt in gut einem Jahrhundert gewandelt hat.
Tipps für deinen Besuch
- Komm am späten Nachmittag, wenn die tief stehende Sonne von der Flussseite die Vorderseite der Figuren beleuchtet.
- An nationalen Gedenktagen liegen am Sockel oft frische Blumen und offizielle Kränze; halte bei Zeremonien respektvoll Abstand.
- Verbinde das Denkmal mit einem Spaziergang an der Donaupromenade und einem Blick ins Foyer der Reduta, wenn es offen ist.
- Über den Platz fahren Straßenbahnen und Autos – nutze die markierten Übergänge zum Ufer.
In der Nähe
- Reduta: das neobarocke Haus der Slowakischen Philharmonie, direkt am Platz.
- Slowakische Nationalgalerie: die nationale Kunstsammlung im Esterházy-Palais und seinem modernen Anbau am Ufer.
- Hviezdoslav-Platz: ein langer, baumbestandener Platz mit Cafés und dem historischen Gebäude des Slowakischen Nationaltheaters, wenige Gehminuten entfernt.
- Most SNP: die Brücke mit dem untertassenförmigen Turm, genannt UFO, und einer Aussichtsplattform über der Stadt.
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