
Das Denkmal für Königin Elisabeth, besser bekannt als Sisi, steht in einer kleinen Grünanlage am Döbrentei tér, am Budaer Ende der Brücke, die ihren Namen trägt. György Zalas Bronzefigur zeigt die Kaiserin und Königin sitzend und in Gedanken versunken, nicht in königlicher Pose. Ihre Entstehung dauerte mehr als dreißig Jahre, sie stand nur zwei Jahrzehnte in Pest, verbrachte dann mehr als dreißig Jahre im Depot und fand erst 1986 ihren heutigen Platz.
Das Elisabeth-Denkmal auf einen Blick
- Wo: Döbrentei tér, am Budaer Ende der Elisabethbrücke, am Fuß des Gellértbergs.
- Geschaffen: Wettbewerb ab 1900, Siegerentwurf 1919 gewählt, enthüllt 1932; 1986 am heutigen Ort neu aufgestellt.
- Von: dem Bildhauer György Zala; die ursprüngliche, heute verlorene Umgebung entwarf der Architekt Rezső Hikisch.
- Heute: ein Denkmal für Elisabeth, Kaiserin von Österreich und Königin von Ungarn, in einer kleinen Anlage am Fluss.
- Zeitbedarf: 10 bis 15 Minuten, länger in Verbindung mit dem Gellértberg.
Ein Denkmal, das warten musste und dann wanderte
Elisabeth von Bayern heiratete 1854 Kaiser Franz Joseph und wurde in Ungarn eine der beliebtesten Habsburgerinnen. Sie lernte Ungarisch, stand ungarischen Politikern nahe und unterstützte den Ausgleich von 1867, aus dem Österreich-Ungarn hervorging; in jenem Jahr wurden sie und Franz Joseph in Buda zu König und Königin von Ungarn gekrönt. Als sie 1898 in Genf von einem italienischen Anarchisten erstochen wurde, trauerte Ungarn tief, und 1900 wurde ein Wettbewerb für ein Denkmal in Budapest ausgeschrieben. Die Jury war so anspruchsvoll, dass sie erst 1919 einen Sieger kürte: Zala, zusammen mit Hikisch.
Auch um den Standort wurde gestritten. Zuerst war ein Platz im Burgviertel im Gespräch, 1925 fiel die Wahl auf den Eskü tér, den heutigen Március 15. tér, auf der Pester Seite neben der Elisabethbrücke. Dort wurde das Denkmal am 25. September 1932 in Anwesenheit von Reichsverweser Miklós Horthy enthüllt, die sitzende Königin in einem offenen Kuppelpavillon mit Steinbänken. 1953 entfernten die kommunistischen Behörden die Habsburger Königin und setzten einen Brunnen an ihre Stelle; der Pavillon wurde Anfang der 1960er-Jahre beim Neubau der Brücke abgerissen. Die Statue verbrachte die folgenden Jahrzehnte im Depot und kehrte 1986 in die Öffentlichkeit zurück, diesmal auf der Budaer Seite und ohne Pavillon.
Worauf du achten solltest
- Sisis Haltung: Die Königin sitzt auf einem verzierten Sofa, das Gesicht leicht gesenkt, ein privates, nachdenkliches Bild statt eines offiziellen Porträts.
- Die Details des Kleides: Zala hat das lange Gewand und seine Falten genau modelliert, es lohnt sich, langsam um die Figur herumzugehen.
- Die Umgebung: Seit 1986 steht die Statue im Grünen am Döbrentei tér, mit der Elisabethbrücke direkt daneben.
- Die Elisabethbrücke: die weiße Hängebrücke, die nach ihr benannt ist. Die ursprüngliche Brücke wurde 1945 gesprengt, die heutige 1964 eröffnet.
- Der Blick über den Fluss: Von der Anlage schaust du über die Donau auf das Pester Ufer, nahe der Stelle, an der die Statue zuerst stand.
Sisi und Ungarn
Elisabeths Verbundenheit mit Ungarn erklärt, warum dieses Denkmal so gewollt war. Sie verbrachte lange Zeiten im Königsschloss Gödöllő bei Budapest, ritt über die ungarische Tiefebene und hatte ungarische Hofdamen. Die Ungarn sahen in ihr eine Verbündete in Wien, und nach ihrem Tod wurden Plätze, eine Brücke, ein Stadtbezirk und viele Straßen nach ihr benannt. Der Weg der Statue selbst, von Pest ins Depot und zurück nach Buda, spiegelt, wie sich Ungarns Blick auf seine habsburgische Vergangenheit im 20. Jahrhundert wandelte.
Tipps für deinen Besuch
- Komm am späten Nachmittag, wenn die tiefe Sonne Statue und Brücke beleuchtet und die Donau am fotogensten ist.
- Geh um die Statue herum: Von der Seite wirken Haltung und Faltenwurf viel besser als von vorn.
- Die Anlage liegt neben dem dichten Verkehr am Brückenkopf, also nutze die Fußgängerüberwege und Unterführungen.
- Verbinde den Besuch mit einem Aufstieg auf den Gellértberg oder einem Bad im Rudas-Bad, beides ganz in der Nähe.
In der Nähe
- Gellértberg und Gellért-Denkmal: Die Statue des Bischofs mit ihrer Kolonnade blickt auf die Elisabethbrücke, und Wege führen hinauf zu Ausblicken über die ganze Stadt.
- Rudas-Bad: eines der historischen Thermalbäder Budapests, mit einem überkuppelten Becken aus osmanischer Zeit, wenige Gehminuten südlich.
- Elisabethbrücke: Geh hinüber für den Blick auf den Fluss und zur Pester Seite, wo die Statue zuerst stand.
- Tabán und Burgberg: Die Grünanlage des alten Tabán-Viertels führt nach Norden Richtung Budaer Burg.
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