Martin-Luther-Platz in Düsseldorf: Kirche, Kaiser und Kugelbrunnen

Martin-Luther-Platz with the Johanneskirche in Düsseldorf

Der Martin-Luther-Platz ist ein Platz in der Düsseldorfer Stadtmitte, am Ende der Berliner Allee und nur ein paar Schritte von der Königsallee entfernt. Er wird von der Johanneskirche beherrscht, der größten evangelischen Kirche der Stadt, und hat außerdem zwei Denkmäler aus dem 19. Jahrhundert, die schon quer durch die Stadt gewandert sind, sowie einen Brunnen aus den 1960er-Jahren mit einer sich langsam drehenden Edelstahlkugel.

Der Martin-Luther-Platz auf einen Blick

  • Wo: in Stadtmitte, zwischen der Berliner Allee, den Schadow-Arkaden und dem nördlichen Ende der Königsallee.
  • Entstanden: im 19. Jahrhundert als Königsplatz; die Johanneskirche wurde hier von 1875 bis 1881 gebaut. In den 2010er-Jahren wurde der Platz im Zuge des Kö-Bogens neu gestaltet.
  • Was er heute ist: ein Fußgängerplatz rund um die Johanneskirche, heute eine Citykirche mit Café, Konzerten und Veranstaltungen.
  • Höhepunkte: die Johanneskirche, das Kaiser-Wilhelm-Denkmal, das Bismarck-Denkmal und Friedrich Werthmanns Kugelbrunnen.
  • Zeitbedarf: 20–30 Minuten, inklusive eines Blicks in die Kirche.

Vom Königsplatz zum Martin-Luther-Platz

Nachdem das Rheinland preußisch geworden war, schlossen sich die lutherische und die reformierte Gemeinde Düsseldorfs in den 1820er-Jahren zusammen und planten eine gemeinsame evangelische Stadtkirche. 1859 genehmigte der König einen Bauplatz auf dem damaligen Königsplatz. Der Entwurf von Walter Kyllmann und Adolf Heyden wurde aus Kostengründen verkleinert, 1875 wurde der Grundstein gelegt, und am 6. Dezember 1881 wurde die Johanneskirche geweiht. Später erhielt der Platz den Namen Martin Luthers.

Ein Luftangriff am 12. Juni 1943 beschädigte die Kirche schwer, und nach dem Krieg wurde über einen Abriss zugunsten des Verkehrs diskutiert. Stattdessen wurde sie wiederhergestellt und im März 1953 neu eröffnet. Der Platz selbst wurde in den 2010er-Jahren mit dem Kö-Bogen umgestaltet: Der Kugelbrunnen wurde 2016 abgebaut und kehrte 2018 an einen neuen Standort zwischen Kirche und Schadow-Arkaden zurück.

Worauf du achten solltest

  • Der über 85 Meter hohe Turm der Johanneskirche im Rundbogenstil; drinnen führt ein Café in den eigentlichen Kirchenraum.
  • Die beiden Sandsteinengel von 1878 vor dem Westportal, einer davon ohne Kopf: Sie saßen einst auf den Giebeln der Kirche, wurden nach dem Krieg aus den Trümmern gerettet und 1994 hierher zurückgebracht.
  • Das Kaiser-Wilhelm-Denkmal: ein bronzenes Reiterstandbild Wilhelms I. von Carl Janssen, 1896 an einer anderen Straße enthüllt und Ende der 1990er-Jahre hier aufgestellt.
  • Das Bismarck-Denkmal von 1899 von August Bauer und Johannes Röttger, mit allegorischen Figuren eines Kriegers und der Industrie am Sockel.
  • Der Kugelbrunnen: Friedrich Werthmanns Brunnen von 1964, in dem sich eine Edelstahlkugel von rund 2,2 Metern Durchmesser langsam auf dem Wasser dreht.

Denkmäler auf Wanderschaft

Keines der beiden großen Denkmäler wurde für diesen Platz geschaffen. Das Kaiser-Wilhelm-Denkmal stand zuerst an der heutigen Heinrich-Heine-Allee, wurde 1961 abgebaut, verbrachte Jahre auf einem anderen Platz und während des U-Bahn-Baus im Depot und kam erst 1997/98 auf den Martin-Luther-Platz. Auch das Bismarck-Denkmal stand zuerst an der alten Alleestraße, vor der Kunsthalle. Zusammen machen sie den Platz zu einem kleinen Freiluftarchiv dafür, wie Düsseldorf seine Denkmäler aus der Kaiserzeit neu ordnete.

Tipps für deinen Besuch

  • Geh in die Johanneskirche: Das Café am Eingang ist meist mittags und nachmittags geöffnet, und in der Kirche finden oft Konzerte statt.
  • Der Turm ist hoch und der Platz recht kompakt: Geh so weit wie möglich zurück, um die ganze Kirche aufs Foto zu bekommen.
  • Es ist eine aktive Kirche: Sei während Gottesdiensten und Veranstaltungen leise.
  • Verbinde den Besuch mit einem Bummel über die Königsallee oder einem Spaziergang zum Hofgarten, beides nur wenige Minuten entfernt.

In der Nähe

  • Königsallee: Düsseldorfs elegante Einkaufsstraße an einem baumgesäumten Kanal, gleich südwestlich des Platzes.
  • Kö-Bogen: die modernen Bauten von Daniel Libeskind und der grüne, mit Hecken bewachsene Kö-Bogen II, wenige Gehminuten entfernt.
  • Hofgarten: ein großer Park aus dem 18. Jahrhundert, gleich nördlich des Kö-Bogens.
  • Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen (K20): die Kunst des 20. Jahrhunderts am Grabbeplatz, rund zehn Minuten zu Fuß.

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