St Catherine’s Church in Hamburg: Bach’s Organ, a Pirate’s Gold

The tower of St Catherine's Church in Hamburg

St. Katharinen ist eine der fünf Hamburger Hauptkirchen, eine Backsteinkirche am Rand der Altstadt, die über einen Kanal hinweg auf die Speicher der Speicherstadt blickt. Der Unterbau ihres Turms stammt aus dem 13. Jahrhundert und gehört damit zu den ältesten noch stehenden Bauwerken der Stadt; drinnen steht eine Rekonstruktion der Orgel, auf der Johann Sebastian Bach 1720 spielte.

St. Katharinen auf einen Blick

  • Wo: Katharinenkirchhof, zwischen Altstadt und Speicherstadt, ein kurzer Spaziergang von der HafenCity.
  • Erbaut: erstmals 1256 erwähnt; das Kirchenschiff wurde im 15. Jahrhundert in Backsteingotik neu gebaut, der barocke Turmhelm kam 1657 hinzu.
  • Was sie heute ist: eine lebendige evangelisch-lutherische Gemeindekirche, traditionell die Kirche der Hamburger Seeleute, und ein bekannter Ort für Orgelmusik.
  • Höhe: Der Turm ist rund 115 Meter hoch und trägt oben eine goldene Krone, das Symbol der heiligen Katharina.
  • Zeitbedarf: 30–45 Minuten für Kirche und Umgebung, länger, wenn du für ein Orgelkonzert bleibst.

Von der Seefahrerkirche zur Ruine und zurück

St. Katharinen stand auf einer Insel am Südrand des mittelalterlichen Hamburgs, nah am Hafen, und diente jahrhundertelang den Seeleuten und Kaufleuten. Ihre Orgel war schon im 16. Jahrhundert berühmt; 1720 beschrieb Johann Mattheson sie mit rund 58 Registern auf vier Manualen und Pedal, damals vielleicht die größte Orgel der Welt. Bach kam 1701 und spielte sie 1720 erneut, als er sich um eine Stelle an der nahen Jacobikirche bewarb. Der Organist Johann Adam Reincken wirkte hier mehr als 40 Jahre.

In den 1880er-Jahren mussten für den Bau der Speicherstadt rund 20.000 Menschen rund um die Kirche umziehen, und die Gemeinde verlor einen Großteil ihrer Mitglieder. Am 30. Juli 1943 zerstörte ein Luftangriff die Kirche weitgehend; übrig blieben die Außenmauern und der Turmunterbau. Zwischen 1950 und 1957 wurde sie wieder aufgebaut, der Turmhelm als Stahlkonstruktion nach dem Vorbild des 17. Jahrhunderts, und von 2007 bis 2012 erneut saniert. Die Orgel baute die niederländische Firma Flentrop mit rund 520 Pfeifen, die den Krieg überstanden hatten, neu auf; 2013 war sie fertig.

Worauf du achten solltest

  • Der Turmhelm: eine gestufte barocke Kupferhaube mit vergoldeten Details und der Krone der heiligen Katharina ganz oben.
  • Der Turmunterbau: Das untere Mauerwerk ist mittelalterlich und hat den Bombenangriff von 1943 überstanden.
  • Die Orgel drinnen: das rekonstruierte Gehäuse mit vergoldetem Schnitzwerk, Putten und trompetenden Engeln, nach dem Vorbild des Gehäuses von 1742.
  • Der Kontrast von Alt und Neu: ein weitgehend nach dem Krieg entstandener Innenraum in Mauern, die bis ins 15. Jahrhundert zurückreichen.
  • Der Blick von der Brücke über den Zollkanal: der Kirchturm über den roten Backsteinspeichern der Speicherstadt.

Die Legende vom Gold Störtebekers

In Hamburg erzählt man, das Gold an der Krone von St. Katharinen stamme aus dem Schatz von Klaus Störtebeker, dem um 1400 in Hamburg hingerichteten Piraten. Belege dafür gibt es nicht, doch die Legende wird bei Stadtführungen immer noch erzählt und gehört dazu, warum die Kirche so eng mit dem Hafen verbunden ist. Nimm sie als gute Geschichte, nicht als Geschichtswissen.

Tipps für deinen Besuch

  • Achte auf Orgelkonzerte und Orgelandachten: Das Instrument zu hören, auf dem Bach spielte, ist der beste Grund hineinzugehen.
  • Für das klassische Foto stellst du dich am späten Nachmittag auf die Speicherstadt-Seite des Kanals, wenn das Licht auf den Turm fällt.
  • Es ist eine aktive Kirche: Sei während Gottesdiensten und Andachten leise und frag, bevor du Menschen fotografierst.
  • Verbinde den Besuch mit einem Spaziergang durch die Speicherstadt bis zur Elbphilharmonie.

In der Nähe

  • Speicherstadt: der größte historische Lagerhauskomplex der Welt, auf Eichenpfählen gebaut und zusammen mit dem Kontorhausviertel UNESCO-Welterbe.
  • Mahnmal St. Nikolai: der Turm einer 1943 zerstörten Kirche, heute ein Mahnmal gegen den Krieg, wenige Gehminuten entfernt.
  • Deichstraße: eine der wenigen Straßen, die noch zeigen, wie die alten Hamburger Kaufmannshäuser an den Fleeten aussahen.
  • Elbphilharmonie: das Konzerthaus auf dem alten Speicher an der Spitze der HafenCity, mit öffentlicher Aussichtsplaza.

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