
Die Place de la Libération ist der halbkreisförmige Platz vor dem Palast der Herzöge und Stände von Burgund mitten in Dijon. Ab 1686 nach Plänen von Jules Hardouin-Mansart angelegt, dem Architekten von Versailles, entstand er als königlicher Platz um ein Bronzestandbild Ludwigs XIV. Die Statue brauchte fast 40 Jahre bis zu ihrer Ankunft und wurde keine 70 Jahre später eingeschmolzen.
Die Place de la Libération auf einen Blick
- Wo: im historischen Zentrum von Dijon, zwischen dem Herzogspalast und der Rue de la Liberté, der Haupteinkaufsstraße.
- Erbaut: ab 1686 als Place Royale; 2006 als Fußgängerplatz mit Fontänen neu gestaltet.
- Von wem: Jules Hardouin-Mansart (ursprünglicher Entwurf); die Neugestaltung von 2006 stammt vom Architekturbüro Wilmotte & Associés.
- Heute: der wichtigste Platz Dijons, autofrei, mit Caféterrassen entlang des Bogens und dem Rathaus im Palast gegenüber.
- Zeitbedarf: 15–20 Minuten für den Platz; eine Stunde oder mehr mit dem Museum im Palast oder dem Turm.
Ein Königsplatz ohne König
In den 1680er-Jahren wurde der alte Herzogspalast zum Sitz der Stände von Burgund, der Provinzversammlung, umgebaut, und Mansart entwarf dazu einen passenden Halbkreis aus Arkadenhäusern. Im Mai 1686 wurde beim Bildhauer Étienne Le Hongre das Reiterstandbild Ludwigs XIV. bestellt. Er starb 1690, bevor es fertig war, und nach dem Guss blieb die riesige Bronze wegen schlechter Straßen fast 30 Jahre bei Auxerre stecken. Eingeweiht wurde sie in Dijon erst 1725.
Lange blieb der König nicht. 1792 ordnete ein Dekret der revolutionären Gesetzgebenden Versammlung die Zerstörung von Statuen an, die die ‘Tyrannei’ verherrlichten, und die Bronze kam in die Gießerei. Der Platz wechselte mit jedem Regime den Namen: Place d’Armes nach der Revolution, kaiserlicher Platz unter Napoleon 1804, wieder königlich 1814, erneut Place d’Armes 1831. Seinen heutigen Namen, Platz der Befreiung, erhielt er nach dem Zweiten Weltkrieg. Jahrzehntelang diente er als Parkplatz, bis die Stadt ihn neu gestalten ließ. Die 2006 abgeschlossenen Arbeiten ersetzten den Asphalt durch hellen burgundischen Stein, brachten Fontänen und gaben den Platz den Fußgängern zurück.
Worauf du achten solltest
- Der perfekte Bogen: Stell dich in die Mitte und betrachte den Halbkreis hoher Arkadenhäuser, der den Palast wie eine Bühnenkulisse einrahmt.
- Der Palast der Herzöge und Stände von Burgund: Seine klassizistische Hoffront blickt auf den Platz, drinnen sitzt das Rathaus.
- Der Turm Philipps des Guten hinter dem Palast: Der herzogliche Turm aus dem 15. Jahrhundert ist 46 Meter hoch und kann bei Führungen bestiegen werden.
- Die Wasserdüsen: drei Fontänenfelder mit ebenerdig ins Pflaster eingelassenen Düsen, an Sommertagen beliebt bei Kindern; das Wasser wird aufgefangen und wiederverwendet.
- Die leere Mitte: Kein Denkmal ersetzte Ludwig XIV. Archäologische Reste unter dem Platz schlossen Bäume aus, darum blieb er 2006 offen, nur mit Stein und Wasser.
Warum es hier keine Bäume gibt
Als die Architekten den Platz in den 2000er-Jahren neu gestalteten, dachten sie zuerst an eine Bepflanzung. Grabungen zeigten jedoch, dass Reste älterer Bauten knapp unter der Oberfläche liegen, sodass keine Baumgruben möglich waren. Die Lösung war ein steinerner Platz: burgundischer Kalkstein, Wasser und Licht. Deshalb wirkt die Place de la Libération so offen im Vergleich zu anderen Plätzen in Dijon und eignet sich so gut für Märkte, Konzerte und große Versammlungen.
Tipps für deinen Besuch
- Komm nach Einbruch der Dunkelheit wieder: Dann sind Palastfront und Halbkreis beleuchtet.
- Den besten Blick auf den ganzen Bogen hast du, wenn du in der Platzmitte mit dem Rücken zum Palasteingang stehst.
- Im Sommer sind die Fontänen eine einfache Pause für Kinder; nimm ein Handtuch mit, wenn sie in den Düsen spielen.
In der Nähe
- Musée des Beaux-Arts: im Palast, mit den Grabmälern der Valois-Herzöge von Burgund.
- Rue des Forges und die Eule: Geh um den Palast herum zur Kirche Notre-Dame, wo Besucher die kleine Steineule an der Wand berühren, das soll Glück bringen.
- Place François Rude: der lebhafte kleine Platz am Ende der Rue de la Liberté, mit der Statue eines Winzers, der Trauben stampft.
- Rue de la Liberté: die Fußgänger-Einkaufsstraße, die vom Platz nach Westen zur Porte Guillaume führt.
Dijon mit World City Trail entdecken
Unsere Schnitzeljagd in Dijon macht die Altstadt zu einem Spiel auf deinem Handy. Die Route verbindet 10 Stationen und dauert etwa 2 Stunden, davon rund 25 Minuten zu Fuß. Dazu gehören die Porte Guillaume, die Kathedrale Saint-Bénigne, der Jardin des Cloches und die Place François Rude. Du kannst auf Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch und Niederländisch spielen.
Wenn dir ein anderes Format lieber ist: In Dijon gibt es auch einen selbstgeführten Stadtrundgang und ein Outdoor-Escape-Game.
Die Schnitzeljagd in Dijon spielen →
Den selbstgeführten Stadtrundgang durch Dijon machen →
Das Outdoor-Escape-Game in Dijon spielen →
Fakten geprüft im Oktober 2026.
