
Die Piazza Unità d’Italia ist der Hauptplatz von Triest, ein riesiges Rechteck aus Stein am Fuß des Hügels San Giusto, dessen eine Seite ganz zur Adria hin offen ist. Oft wird sie als größter Platz Europas am Meer bezeichnet. Die meisten Paläste ringsum entstanden, als Triest der wichtigste Hafen des österreichischen Kaiserreichs war, und an ihren Fassaden kannst du diese Vergangenheit bis heute ablesen.
Die Piazza Unità auf einen Blick
- Wo: an der Uferfront im Zentrum von Triest, zwischen dem Borgo Teresiano und der Altstadt unterhalb von San Giusto.
- Entstanden: Die heutige offene Anlage stammt aus den 1860er- und 1870er-Jahren, nachdem das alte Hafenbecken zugeschüttet worden war; der älteste Palast am Platz ist von 1780.
- Was sie heute ist: der Hauptplatz der Stadt mit Rathaus, Präfektur, Regionalregierung und historischen Cafés.
- Zeitbedarf: 20–30 Minuten, länger, wenn du auf die Mole Molo Audace hinausgehst.
Von der Piazza Grande zur Piazza Unità
Der Platz hat so oft den Namen gewechselt wie Triest den Herrscher. Lange hieß er nach einer kleinen Kirche Piazza San Pietro, im 19. Jahrhundert wurde er zur Piazza Grande und unter Österreich nach dem Kaiser zur Piazza Francesco Giuseppe. Zwischen 1858 und 1863 wurde das kleine Hafenbecken, das ihn zur See hin abschloss, zugeschüttet, und der Platz wurde als ein offener Raum mit dem Rathaus an der Stirnseite neu gestaltet. Die Paläste ringsum folgten zwischen 1839 und 1905, gebaut für die Stadt, für Reedereien und für die kaiserliche Verwaltung.
Als Triest nach dem Ersten Weltkrieg an Italien fiel, wurde der Platz in Piazza dell’Unità umbenannt, und 1955, nach dem Ende des Freien Territoriums Triest, erhielt er seinen heutigen Namen. Er hat auch dunkle Momente erlebt: Am 18. September 1938 verkündete Mussolini hier in einer Rede die faschistischen Rassengesetze. Zwischen 2001 und 2005 wurde der Platz vollständig saniert: Der Asphalt wich einem Sandsteinpflaster, und eine Reihe blauer Lichter auf der Seeseite zeichnet heute die Linie des alten Hafenbeckens nach.
Worauf du achten solltest
- Das Rathaus von 1875 von Giuseppe Bruni mit zwei Bronzefiguren auf dem Turm, Micheze und Jacheze genannt, die die Glocke schlagen.
- Der Brunnen der vier Kontinente vor dem Rathaus, geschaffen zwischen 1751 und 1754 von Giovanni Battista Mazzoleni.
- Der Palast der österreichischen Statthalterei, heute Präfektur, erbaut 1905, mit Mosaiken unter der Traufe; an den Schmalseiten sind die ursprünglichen habsburgischen Doppeladler erhalten.
- Das ehemalige Gebäude des Österreichischen Lloyd von 1884 von Heinrich von Ferstel, heute Sitz der Regionalregierung von Friaul-Julisch Venetien.
- Der Palazzo Stratti von 1839 mit dem historischen Caffè degli Specchi und der Palazzo Pitteri von 1780, das älteste Gebäude am Platz.
- Die Säule Kaiser Karls VI. und die beiden hohen Fahnenmasten an der Seeseite, an denen zu offiziellen Anlässen Flaggen gehisst werden.
Konzerte und Gipfeltreffen
Weil er so groß und offen ist, dient der Platz auch als Freiluftbühne. Green Day spielten hier 2013, Iron Maiden 2016 vor mehr als 15.000 Fans. Er war Schauplatz von Staatsbesuchen und internationalen Gipfeln, und im Juli 2024 feierte Papst Franziskus hier eine Messe. An einem gewöhnlichen Abend aber gehört er den Triestinern, die vom Platz auf die Mole schlendern, um den Sonnenuntergang zu sehen.
Tipps für deinen Besuch
- Komm zum Sonnenuntergang und geh bis ans Ende des Molo Audace: Von dort siehst du den ganzen beleuchteten Platz vor dem Hügel San Giusto.
- Nach Einbruch der Dunkelheit lassen die blauen Lichter an der Seeseite und die beleuchteten Fassaden den Platz ganz anders wirken.
- Halt deinen Hut fest: Die Bora, der starke Nordostwind von Triest, kann über den offenen Platz fegen, vor allem im Winter.
- Trink einen Kaffee in einem der historischen Cafés am Platz und bestell ihn auf Triestiner Art: Ein nero ist ein Espresso, ein capo ein kleiner Macchiato.
In der Nähe
- Molo Audace: die steinerne Mole gegenüber dem Platz, der beliebteste Ort der Stadt für einen Abendspaziergang.
- Teatro Verdi: das Opernhaus von Triest, über einen kurzen Durchgang zwischen Präfektur und Palazzo Stratti erreichbar.
- Römisches Theater: die Reste des antiken Theaters am Fuß von San Giusto, wenige Minuten hinter dem Rathaus.
- Canal Grande und Ponte Rosso: der Kanal des Borgo Teresiano mit Platz und Brücke, ein kurzer Weg nach Norden.
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