Schillerplatz in Stuttgart: Thorvaldsen’s Schiller of 1839

Schillerplatz in Stuttgart with the Schiller monument

Der Schillerplatz ist der gepflasterte Platz im historischen Kern Stuttgarts, eingerahmt von Altem Schloss, Stiftskirche, Alter Kanzlei und Prinzenbau. In seiner Mitte steht die Statue des Dichters Friedrich Schiller vom dänischen Bildhauer Bertel Thorvaldsen, 1839 als erstes Schillerdenkmal Deutschlands enthüllt. Der Platz selbst hat bis heute die Maße, die er in den 1590er-Jahren erhielt.

Der Schillerplatz auf einen Blick

  • Wo: in der Innenstadt, gleich südwestlich vom Schlossplatz und ein paar Minuten vom Marktplatz.
  • Entstanden: ab 1594 vom herzoglichen Baumeister Heinrich Schickhardt als Renaissanceplatz angelegt; 1934 offiziell in Schillerplatz umbenannt.
  • Von: Heinrich Schickhardt (Platz); Bertel Thorvaldsen (Schillerdenkmal, 1839).
  • Was er heute ist: ein öffentlicher Platz mit Wochenmarkt zweimal pro Woche, genutzt für Weihnachtsmarkt und Stuttgarter Weindorf, mit einer Tiefgarage darunter.
  • Zeitbedarf: 15–20 Minuten für den Platz, mehr, wenn du Kirche oder Museen ringsum besuchst.

Vom Gestüt zum Renaissanceplatz

Stuttgart verdankt seinen Namen einem Gestüt, dem Stutengarten, und das erste bekannte feste Haus der Stadt, das Stuthaus, stand neben der heutigen Stiftskirche; das Gelände des Platzes gehörte um das Jahr 1000 vielleicht zu diesem Gestüt. Ab dem 12. Jahrhundert breiteten sich Häuser darauf aus, und an seinen Rändern wuchsen das Alte Schloss und die 1542 vollendete Alte Kanzlei. 1594 ließ Herzog Friedrich I. Heinrich Schickhardt aus der engen Fläche einen repräsentativen Platz machen: Häuser wurden aufgekauft und abgerissen, der Boden gepflastert, und das Ergebnis hieß Schloss- und Kanzleiplatz.

Der Anfang des 17. Jahrhunderts als Gesandtenhaus begonnene Prinzenbau wurde 1677 fertig, und 1775–77 wurde der Schlossgraben zugeschüttet, womit der Platz seine endgültige Form erhielt. Als ab 1746 das Neue Schloss entstand, hieß der alte Platz Alter Schlossplatz; das Schillerdenkmal von 1839 gab ihm den volkstümlichen Namen, den er 1934 offiziell bekam. 1944/45 brannten alle Gebäude ringsum aus und wurden mit ihren alten Fassaden wieder aufgebaut, bis auf den Gasthof König von England, an dessen Stelle in den 1950er-Jahren ein schlichter Neubau trat. Die Tiefgarage wurde 1972/73 gebaut und zerstörte dabei einen Großteil der archäologischen Spuren darunter.

Worauf du achten solltest

  • Thorvaldsens bronzener Schiller in der Mitte, nach einer 1787 angefertigten Zeichnung des Dichters, die heute verschollen ist.
  • Die Merkursäule am nördlichen Zugang bei der Alten Kanzlei: ein schlanker ehemaliger Wasserturm von 1598, seit 1862 von einer vergoldeten Merkurfigur gekrönt.
  • Der spätgotische Fruchtkasten, der alte Kornspeicher in der Südwestecke neben der Stiftskirche, heute das Haus der Musik des Landesmuseums Württemberg.
  • Der Kanzleibogen, der Durchgang durch den Prinzenbau in der Nordecke, der Richtung Königstraße und Kunstmuseum führt.
  • Das Alte Schloss auf der Ostseite mit seinen runden Ecktürmen; Teile des Schlosses reichen bis ins 14. Jahrhundert zurück.

Ein Märchen über die Statue

Hans Christian Andersen, wie Thorvaldsen ein Däne, schrieb ein Märchen mit dem Titel Die alte Kirchenglocke über die Entstehung des Denkmals. Darin wird die gesprungene alte Glocke aus Schillers Geburtsstadt Marbach eingeschmolzen und zur Bronze der Statue umgegossen. Es ist ein Märchen, keine Geschichte, aber es zeigt, wie viel das Denkmal den Menschen damals bedeutete: Ein dänischer Bildhauer und ein dänischer Dichter halfen, einen schwäbischen Poeten zur Nationalfigur zu machen.

Tipps für deinen Besuch

  • Komm an einem Marktvormittag, dann ist am meisten los; die Stände füllen den Platz rund um die Statue.
  • Ende November und im Dezember gehört der Platz zum Weihnachtsmarkt, rechne also mit vielen Menschen.
  • Für ein gutes Foto stell dich an den Prinzenbau und nimm Schiller mit den Türmen der Stiftskirche im Hintergrund auf.
  • Verbinde den Platz mit der Stiftskirche und dem Arkadenhof des Alten Schlosses, beide direkt am Rand.

In der Nähe

  • Stiftskirche: Stuttgarts evangelische Hauptkirche an der Südseite des Platzes, innen mit einer Reihe von Renaissance-Standbildern der Grafen von Württemberg.
  • Altes Schloss: die frühere herzogliche Residenz, heute Landesmuseum Württemberg, mit einem Renaissance-Arkadenhof.
  • Schlossplatz und Neues Schloss: der größte Platz der Stadt mit dem barocken Schloss, gleich durch die Planie.
  • Marktplatz: der Markt mit dem Rathaus, ein paar Gehminuten über die Kirchstraße.

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