Antalyas Kaleiçi, die bezaubernde Altstadt, ist ein Labyrinth aus engen Gassen, Häusern aus der osmanischen Zeit und antiken Ruinen, die Geschichten über vergangene Zivilisationen erzählen. Eines der eindrucksvollsten Wahrzeichen ist das zerbrochene Minarett der Korkut-Moschee, lokal bekannt als Kesik Minare. Dieses markante Bauwerk mit seiner abgeschnittenen Spitze ist ein stummer Zeuge von Jahrtausenden wechselnder Religionen, Reiche und städtischer Veränderungen und damit eine der historisch bedeutendsten und visuell beeindruckendsten Stätten in Antalya.

Eine Stätte der kontinuierlichen Anbetung: Vom römischen Tempel zur Moschee
Die Geschichte des zerbrochenen Minaretts der Korkut-Moschee ist eine außergewöhnliche Reise durch die Zeit, die eine bemerkenswerte Kontinuität der Nutzung als Gebetsstätte zeigt. Sie ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie aufeinanderfolgende Kulturen auf früheren Strukturen aufbauten, sie anpassten und umfunktionierten und so ein faszinierendes architektonisches Palimpsest hinterließen.
Die Geschichte beginnt im 2. Jahrhundert n. Chr., als sich an dieser Stelle ursprünglich ein römischer Tempel befand.2 Dieser Sarapis, einer ägyptisch-griechischen Gottheit, gewidmete Tempel war ein wesentlicher Bestandteil der religiösen Landschaft des römischen Pamphylien.
Im 7. Jahrhundert n. Chr., als das byzantinische Reich aufblühte, wurde der römische Tempel in eine byzantinische Kirche umgewandelt. Diese der Jungfrau Maria geweihte Basilika (oft als Panagia-Kirche bezeichnet) diente der christlichen Gemeinde von Antalya über Jahrhunderte hinweg. Ihre Existenz war jedoch nicht ungefährlich; sie wurde während der arabischen Invasionen im 7. und 8. Jahrhundert stark beschädigt, aber im 9. Jahrhundert repariert und erweitert.
Das 13. Jahrhundert markierte mit der Ankunft der seldschukischen Türken eine bedeutende Veränderung in der Geschichte Antalyas. Nach der Eroberung der Stadt wandelten sie die byzantinische Kirche in eine Moschee um, und zu dieser Zeit, im frühen 13. Jahrhundert, wurde das erste Minarett an das Bauwerk angebaut, das seine neue islamische Funktion signalisierte.
Die religiöse Identität des Gebäudes schwankte weiterhin. Im Jahr 1361, als Peter I., der Kreuzritterkönig von ZypernNach der Eroberung Antalyas durch die Seldschuken wurde sie erneut als Kirche geweiht. Mit der Eingliederung Antalyas in das Osmanische Reich wurde das Gebäude Ende des 15. oder Anfang des 16. Jahrhunderts wieder als Moschee genutzt. Jahrhundert in eine Moschee umgewandelt. Den Namen Korkut-Moschee (Korkut Cami) erhielt die Moschee während der Herrschaft von Şehzade Korkut (1470-1509), einem Sohn des osmanischen Sultans Bayezid II, der Antalya regierte.

Das Feuer und das zerstörte Minarett der Korkut-Moschee
Das dramatische Ereignis, das dem Minarett seinen bezeichnenden Spitznamen gab, ereignete sich viel später. Im Jahr 1896 brach in Kaleiçi ein verheerender Brand aus, der einen Großteil des Hauptgebäudes der Korkut-Moschee zerstörte, darunter auch die hölzerne Spitze des Minaretts. Dabei blieb der steinerne Schaft stehen, was ihm den Beinamen Kesik Minare (Zerbrochenes oder abgetrenntes Minarett). Mehr als ein Jahrhundert lang blieb es in diesem beschädigten Zustand, eine eindrucksvolle visuelle Erinnerung an seine turbulente Geschichte.

Moderne Restaurierung und erneuertes Leben
Viele Jahrzehnte lang stand das Zerbrochene Minarett als malerische Ruine da, ein geliebtes, aber unvollständiges Wahrzeichen. In den letzten Jahren wurde jedoch ein umfassendes Restaurierungsprojekt eingeleitet. In den Jahren 2017-2018 begannen umfangreiche Arbeiten, bei denen der Moscheekomplex sorgfältig restauriert und vor allem der obere Kegel und das Dach des Minaretts wieder aufgebaut wurden.
Diese bemerkenswerte Restaurierung gipfelte in der offiziellen Wiedereröffnung der Korkut-Moschee für Gottesdienste am 5. März 2021, womit sie erstmals seit fast 125 Jahren wieder als Moschee genutzt wurde. Das Projekt zielte nicht nur darauf ab, die historische Bausubstanz zu erhalten, sondern auch ihren ursprünglichen spirituellen Zweck zu reaktivieren, um künftigen Generationen die Möglichkeit zu geben, sich mit ihrem tiefgreifenden Erbe zu verbinden.
Heute ist das zerbrochene Minarett der Korkut-Moschee in Antalya ein großartiges Zeugnis für Widerstandsfähigkeit und Kontinuität. Von ihren Ursprüngen als römischer Tempel im 2. Jahrhundert n. Chr. über ihre byzantinischen Kirchenphasen (7. und 9. Jahrhundert), ihre erste Minarett-Ergänzung im frühen 13. Jahrhundert und ihre endgültige Wiedergeburt als Moschee im Jahr 2021 (nach dem Brand von 1896) verkörpert sie die vielschichtige Geschichte von Antalya. Sie ist ein lebendiges und symbolträchtiges Wahrzeichen, das die Besucher dazu einlädt, über das reiche Geflecht von Kulturen und Glaubensrichtungen nachzudenken, das diese pulsierende Mittelmeerstadt geprägt hat.

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