Das Musée de la Reddition: Wo der Zweite Weltkrieg in Europa endete

Im Herzen von Reims, einer Stadt, die für ihre majestätische Kathedrale und ihre weltberühmten Champagnerhäuser bekannt ist, liegt ein Ort von großer historischer Bedeutung, der einen Schlüsselmoment der Weltgeschichte markiert. Das Musée de la Reddition (Museum der Kapitulation) ist keine große, weitläufige Einrichtung, sondern ein einziger, erhaltener Raum, in dem das letzte Kapitel des Zweiten Weltkriegs in Europa geschrieben wurde. Ein Besuch in diesem Museum ist eine ernüchternde und eindrucksvolle Erfahrung, die den Besucher in die frühen Morgenstunden des 7. Mai 1945 zurückversetzt, als die deutschen Streitkräfte die bedingungslose Kapitulation unterzeichneten.

Das Musée de la Reddition: Wo der Zweite Weltkrieg in Europa endete
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Das geheime Hauptquartier des Sieges

Das Museum ist in einer ehemaligen technischen Hochschule untergebracht, einem Gebäude, das als Oberstes Hauptquartier der Alliierten Expeditionsstreitkräfte (SHAEF) unter dem Kommando von General Dwight D. Eisenhower diente. Während die Welt draußen von den letzten brutalen Kriegstagen eingenommen wurde, fanden die geheimen Planungen für den Sieg in diesen Mauern statt. Das Herzstück des Hauptquartiers war der "Kartenraum", ein bescheidener Raum, der von Wand zu Wand mit Karten, militärischen Symbolen und operativen Diagrammen gefüllt war, die den endgültigen Zusammenbruch des Dritten Reichs anzeigten.

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Es war in genau diesem Raum in Musée de la RedditionAm 7. Mai 1945, um 2.41 Uhr, traf der deutsche Generaloberst Alfred Jodl im Auftrag von Großadmiral Karl Dönitz mit Vertretern der Alliierten zusammen. Der Raum wurde zum Schauplatz eines Moments von ungeheurer historischer Tragweite. Nach wochenlangen erbitterten Kämpfen und komplizierten Verhandlungen unterzeichnete Jodl die Kapitulationsurkunde und beendete damit den Krieg an der West- und Ostfront.

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Einen Moment in der Zeit festhalten

Der Clou des Musée de la Reddition in Reims ist die akribische Erhaltung des Kapitulationssaals. Die Besucher sehen nicht nur eine Rekonstruktion, sondern den tatsächlichen Raum, in dem Geschichte geschrieben wurde. Der Tisch, an dem das Dokument unterzeichnet wurde, die Stühle, auf denen die Generäle saßen, und die Karten, die die Wände bedecken - alles ist noch genau so, wie es an diesem historischen Morgen war. Der Raum ist nun durch Glasscheiben geschützt, so dass die Besucher einen Blick in diesen feierlichen Raum werfen und das Gewicht des Augenblicks spüren können. Eines der auffälligsten Details ist der Kalender an der Wand, der auf den Mai 1945 eingestellt ist, und das einfache maschinengeschriebene Tagesbulletin, das die Kapitulation vermerkt.

Neben dem "Map Room" bietet das Museum eine fesselnde Erzählung der Ereignisse, die zur Kapitulation führten. Die Ausstellungsstücke zeigen Uniformen, Artefakte und persönliche Gegenstände der anwesenden Soldaten. Archivfotos und -dokumente erzählen die Geschichte der Monate vor der Kapitulation und liefern einen wichtigen Kontext für den letzten Akt. Ein kurzer Film, der den Besuchern oft gezeigt wird, erzählt auf bewegende und informative Weise von den Ereignissen und sorgt dafür, dass die historische Bedeutung des Raumes voll zur Geltung kommt.

Das Musée de la Reddition: Wo der Zweite Weltkrieg in Europa endete
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Zwei Kapitulationen, ein Ende

Auch wenn die Unterzeichnung in Reims das Ende des Krieges bedeutete, ist es wichtig, die historische Nuance zu beachten. Der sowjetische Führer Joseph Stalin bestand darauf, dass eine formellere und endgültige Kapitulation in Berlin, der Hauptstadt des besiegten Reiches, unterzeichnet wird. Diese zweite Zeremonie fand am nächsten Tag, dem 8. Mai 1945, statt, und Feldmarschall Wilhelm Keitel unterzeichnete im Namen des deutschen Oberkommandos. Aus diesem Grund feiern die westlichen Länder den Tag des Sieges in Europa am 8. Mai, während Russland und andere ehemalige Sowjetnationen den 9. Mai begehen. Der Akt in Reims bleibt jedoch der erste und vielleicht ergreifendste Moment der offiziellen Kapitulation.

Das Musée de la Reddition ist ein wichtiges Mahnmal für Frieden und Versöhnung, das die Besucher an die immensen Kosten des Krieges und den Triumph der Alliierten erinnert. Ab Ende 2024 wird das Museum einer umfassenden Renovierung unterzogen und soll im Frühjahr 2026 mit neuen, verbesserten Exponaten wiedereröffnet werden. Diese geplante Wiedereröffnung verspricht, das Erlebnis noch eindrucksvoller zu machen und sicherzustellen, dass die Geschichte des Endes des Zweiten Weltkriegs in Europa auch für kommende Generationen erzählt wird.

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