
Die Panagia Kapnikarea ist die kleine byzantinische Kirche mitten in der Ermou-Straße, der belebten Einkaufsstraße zwischen Syntagma-Platz und Monastiraki. Sie wurde um 1050 gebaut, fast acht Jahrhunderte bevor das moderne Athen um sie herum angelegt wurde. Als die Planer der neuen Hauptstadt in den 1830er-Jahren hier eine gerade Straße wollten, sollte die Kirche abgerissen werden; stattdessen wurde die Ermou geteilt und fließt nun um sie herum.
Die Kapnikarea auf einen Blick
- Wo: mitten in der Ermou-Straße, an der Ecke zur Kalamiotou-Straße, etwa auf halbem Weg zwischen Syntagma- und Monastiraki-Platz.
- Erbaut: um 1050; eine Seitenkapelle, eine äußere Vorhalle und ein kleiner Südvorbau kamen später hinzu, der Vorbau vielleicht im 12. Jahrhundert.
- Was sie heute ist: eine aktive orthodoxe Kirche, geweiht dem Tempelgang Mariä (Festtag am 21. November), seit den 1930er-Jahren im Besitz der Universität Athen und deshalb auch Universitätskirche genannt.
- Zeitbedarf: 10–15 Minuten, länger, wenn gerade ein Gottesdienst stattfindet.
- Gut zu wissen: Es ist ein Gotteshaus, also zieh dich angemessen an, sprich leise und verzichte drinnen auf Blitzlicht.
Von der byzantinischen Pfarrkirche zur Verkehrsinsel
Die Kirche entstand Mitte des 11. Jahrhunderts, als Athen eine kleine Provinzstadt des Byzantinischen Reiches war. Ihre Erbauer folgten dem damals typischen Kreuzkuppelplan: eine zentrale Kuppel auf vier Säulen, drei Apsiden im Osten und ein Narthex im Westen. Der Überlieferung nach steht sie an der Stelle eines antiken Tempels, vielleicht für Athene oder Demeter. Später kamen auf der Nordseite eine Kapelle der heiligen Barbara mit eigener Kuppel und dann eine äußere Vorhalle mit drei Satteldächern hinzu, ursprünglich eine offene Säulenhalle.
Als Athen 1834 Hauptstadt des neuen griechischen Staates wurde und unter König Otto neu geplant wurde, sollte die Ermou-Straße schnurgerade vom Königspalast in Richtung Hafen führen, und die Kapnikarea stand im Weg. Sie war zum Abriss vorgesehen. König Ludwig I. von Bayern, Ottos Vater und ein großer Verehrer der griechischen Antike, erhob Einspruch, und Berichten zufolge half auch der Metropolit von Athen, Neophytos Metaxas, sie zu retten. Die Straße wurde stattdessen um die Kirche herumgeführt. In den 1930er-Jahren ging sie an die Universität Athen über, und zwischen den 1940er- und 1950er-Jahren gestalteten der Maler Fotis Kontoglou und seine Schüler das Innere aus.
Worauf du achten solltest
- Die Mauern: Steinblöcke, eingefasst von dünnen Ziegeln, eine byzantinische Technik namens Cloisonné-Mauerwerk, mit Ziegelmustern nach dem Vorbild der kufischen (arabischen) Schrift.
- Die Kuppel auf ihrem achteckigen Tambour, die über die Dächer der Geschäfte an der Ermou hinausragt.
- Das Mosaik der Muttergottes mit Kind über dem Eingang. Es wirkt alt, stammt aber aus dem 20. Jahrhundert.
- Innen: die Fresken von Fotis Kontoglou, der im Griechenland des 20. Jahrhunderts den strengen byzantinischen Stil der Ikonenmalerei wiederbelebte. Seine Panagia Platytera in der Altarapsis, 1942 gemalt, war sein erstes großes Kirchenbild; viele der übrigen Szenen sind mit 1955 signiert.
- Die Kapelle der heiligen Barbara auf der Nordseite mit ihrer eigenen kleinen Kuppel.
Woher kommt der Name?
Genau weiß das niemand. Die gängigste Erklärung verbindet ihn mit dem Kapnikon, einer byzantinischen Herdsteuer (kapnos heißt Rauch), vielleicht weil der Stifter Steuereinnehmer war. Eine andere Theorie leitet ihn von Kamoucha ab, einem goldgewirkten Stoff, denn die Kirche taucht in Quellen auch als Kamoucharea auf, eine dritte von einem Brand, der sie mit Rauch schwärzte. Auch eine Familie namens Kapnikaris wurde vorgeschlagen. All das sind Theorien, keine gesicherten Fakten.
Tipps für deinen Besuch
- Geh ein Stück die Ermou in Richtung Syntagma zurück und schau auf die Kirche: Von dort siehst du, wie sich die Straße um sie herum teilt.
- Komm früh am Morgen, bevor die Geschäfte öffnen, für Fotos ohne Gedränge; am 21. November feiert die Kirche ihr Patronatsfest und ist voller Gläubiger.
- Die Kirche ist klein: Wenn gerade eine Taufe oder ein Gottesdienst stattfindet, warte draußen, bis er vorbei ist, bevor du hineingehst.
In der Nähe
- Mitropolis und Kleine Mitropolis: die große Kathedrale von Athen aus dem 19. Jahrhundert und die winzige mittelalterliche Kirche daneben, in deren Mauern antike Marmorreliefs verbaut sind, ein paar Gehminuten südlich.
- Monastiraki-Platz: der lebhafte Platz am westlichen Ende der Ermou, mit den Flohmarktgassen und Blick auf die Akropolis.
- Syntagma-Platz: am östlichen Ende der Ermou, gegenüber dem Parlament, wo die Evzonen das Grabmal des Unbekannten Soldaten bewachen.
- Plaka: das alte Viertel an den Hängen unterhalb der Akropolis, ein kurzes Stück südlich der Kirche.
Athen mit World City Trail entdecken
Unsere Schnitzeljagd in Athen macht die Straßen rund um die Akropolis und das Akropolismuseum zu einem Spiel auf deinem Handy. Die Route verbindet 10 Stationen und dauert etwa 2 Stunden, davon rund 50 Minuten zu Fuß. Du kannst auf Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Niederländisch und Griechisch spielen.
Wenn du ein anderes Format magst: In Athen gibt es auch einen selbstgeführten Stadtrundgang und ein Outdoor-Escape-Game.
Die Schnitzeljagd in Athen spielen →
Den selbstgeführten Stadtrundgang durch Athen machen →
Das Outdoor-Escape-Game in Athen spielen →
Fakten geprüft im Oktober 2026.
