
Die Universität Bergamo (Università degli Studi di Bergamo) ist eine junge Universität, die sich auf historische Gebäude in Ober- und Unterstadt verteilt. Am häufigsten kommen Besucher am ehemaligen Kloster Sant’Agostino am Ostende der Città Alta vorbei, einer mittelalterlichen Anlage, die im 19. Jahrhundert als Kaserne diente und heute die geisteswissenschaftlichen Fakultäten beherbergt. Die einstige gotische Kirche voller Fresken aus dem 14. Jahrhundert ist seit 2015 die Aula der Universität.
Die Universität Bergamo auf einen Blick
- Wo: Der Komplex Sant’Agostino liegt am Piazzale Sant’Agostino, direkt innerhalb der Porta Sant’Agostino am Ostrand der Città Alta; weitere Universitätsgebäude stehen in der Unterstadt und in Dalmine.
- Gegründet: 1968 als Institut für Fremdsprachen und Literaturen; am 1. November 1992 wurde es staatliche Universität. Die Kirche Sant’Agostino stammt von 1290.
- Was sie heute ist: eine staatliche Universität mit mehr als 20.000 Studierenden. In den Kreuzgängen von Sant’Agostino ist der geisteswissenschaftliche Campus untergebracht, und die ehemalige Kirche ist die Aula Magna für Feiern, Vorträge und Ausstellungen.
- Zeitbedarf: 15–20 Minuten für die Fassade und einen Gang in die Kreuzgänge, länger, wenn die Kirche für eine Veranstaltung offen ist.
Vom Kloster zur Kaserne zum Campus
Die Kirche Sant’Agostino wurde 1290 für die Augustiner-Eremiten gegründet und 1347 geweiht. In den folgenden Jahrhunderten fügten die Mönche im 15. Jahrhundert einen kleinen und im 16. Jahrhundert einen größeren Kreuzgang hinzu, und Maler bedeckten die Kirchenwände mit Fresken. Nach der Aufhebung der Orden wurden Kirche und Kloster im 19. Jahrhundert zu Kaserne und Waffenlager, und die Fresken verschwanden hinter Ziegelmauern. Erst bei Restaurierungen in den 1950er- und 1960er-Jahren unter der Leitung von Mauro Pelliccioli kamen sie wieder zum Vorschein.
Die Universität begann 1968, als Bergamos Institutionen in der Oberstadt ein Institut für Fremdsprachen und Literaturen gründeten. In den 1970er-Jahren kam Wirtschaft hinzu, 1991 Ingenieurwesen, und am 1. November 1992 wurde das Institut zur staatlichen Universität Bergamo. 2001 zog der geisteswissenschaftliche Campus in die restaurierten Kreuzgänge von Sant’Agostino, und 2015 öffnete die entweihte Kirche als Aula Magna. Seitdem wird an den Fresken und am kleineren Kreuzgang weiter restauriert.
Worauf du achten solltest
- Die gotische Fassade: die steinerne Front der ehemaligen Kirche mit einer Statue des heiligen Augustinus, zum offenen Platz hin.
- Die Kreuzgänge: Geh durch den Eingang in die Arkadenhöfe, wo heute Studierende zwischen den Vorlesungen sitzen.
- Das Kircheninnere, falls offen: ein langes einschiffiges Langhaus mit sieben spitzbogigen Querbögen und einer Holzdecke mit bemalten Tafeln.
- Die Fresken: eine Art Anthologie der Malerei des 14. Jahrhunderts in Bergamo, darunter das Fragment eines Abendmahls und Szenen aus dem Leben von Einsiedlerheiligen.
- Der Platz davor: der Piazzale Sant’Agostino und daneben die Wiesen des Parco della Fara, ein beliebter Ort, an dem Studierende draußen sitzen.
Ein Campus innerhalb der Mauern
Nur wenige Universitäten haben einen Campus wie diesen: Die Studierenden gehen durch einen Kreuzgang aus dem 16. Jahrhundert zur Vorlesung, ein paar Schritte von den venezianischen Mauern entfernt, die seit 2017 zum UNESCO-Welterbe gehören. Die Universität nennt Sant’Agostino einen „campus diffuso“, weil sich die Räume über die alten Klostergebäude verteilen statt in einem modernen Block zu liegen. Wenn du an einem Werktag im Semester kommst, erlebst du den Ort so, wie er gedacht ist: voller Studierender statt Touristen.
Tipps für deinen Besuch
- Die Kreuzgänge sind meist zugänglich, wenn die Universität geöffnet ist, aber es ist ein echter Campus: Sei in der Nähe der Hörsäle leise und platze nicht in Vorlesungen.
- Die ehemalige Kirche ist normalerweise nur bei Veranstaltungen und Ausstellungen offen, achte also auf Plakate am Eingang oder auf der Website der Universität.
- Komm am späten Nachmittag und geh danach auf die Mauern bei der Porta Sant’Agostino, um über die Unterstadt zu blicken.
In der Nähe
- Porta Sant’Agostino: das venezianische Tor direkt neben dem Komplex, eines der vier Tore in die Città Alta.
- Die venezianischen Mauern: Spazier oben auf den Mauern aus dem 16. Jahrhundert entlang, mit weitem Blick über die Unterstadt.
- Via Porta Dipinta: die ruhige Straße, die von Sant’Agostino ins Zentrum der Oberstadt führt, gesäumt von alten Kirchen und Palazzi.
- Piazza Vecchia: der Hauptplatz der Città Alta mit dem Palazzo della Ragione und dem Turm Campanone, etwa 10–15 Gehminuten entfernt.
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