
Das Einstein-Museum ist der Teil des Bernischen Historischen Museums am Helvetiaplatz, der das Leben von Albert Einstein erzählt. Er arbeitete in Bern als Angestellter am Eidgenössischen Patentamt, während er die Arbeiten schrieb, die die Physik veränderten. Das Gebäude selbst sieht aus wie ein Schloss, weil es als Schweizerisches Landesmuseum geplant war, eine Rolle, die dann Zürich bekam. Drinnen folgt die Ausstellung Einstein von der Kindheit bis zum Weltruhm, mit Bern und dem Jahr 1905 im Mittelpunkt.
Das Einstein-Museum auf einen Blick
- Wo: im Bernischen Historischen Museum, Helvetiaplatz 5, im Kirchenfeldquartier gleich jenseits der Kirchenfeldbrücke von der Altstadt aus.
- Eröffnet: 2005, hundert Jahre nach Einsteins Wunderjahr; das Museumsgebäude stammt von 1894.
- Heute: eine Dauerausstellung auf rund 1.000 Quadratmetern mit Originalobjekten, Reproduktionen, Filmen und Animationen, dazu die Sammlungen des Historischen Museums.
- Zeitbedarf: 1,5 bis 2 Stunden nur für die Einstein-Ausstellung; ein halber Tag zusammen mit den historischen Sammlungen.
Vom Patentamt zur Relativitätstheorie
Einstein kam 1902 mit 23 Jahren nach Bern, ohne Aussicht auf eine Stelle an der Universität. Er fand Arbeit am Eidgenössischen Amt für geistiges Eigentum, wo er als technischer Experte Patentanmeldungen prüfte, und betrieb Physik in seiner Freizeit. Mit Freunden gründete er einen kleinen Lese- und Diskussionskreis, den sie scherzhaft Akademie Olympia nannten. 1903 heiratete er die Physikerin Mileva Marić, und ihr erster Sohn Hans Albert kam 1904 in Bern zur Welt.
1905 veröffentlichte er, noch immer am Schreibtisch im Patentamt, eine Reihe von Arbeiten: über Lichtquanten, die ihm später den Nobelpreis einbrachten, über die Brownsche Bewegung und über die spezielle Relativitätstheorie, gefolgt von der kurzen Arbeit, aus der E = mc² hervorging. Physiker nennen es sein Wunderjahr. 1909 verließ er Bern für eine Professur in Zürich. Das Museum entstand 2005 als Ausstellung zum hundertjährigen Jubiläum und blieb wegen des großen Erfolgs dauerhaft.
Worauf du achten solltest
- Das schlossartige Gebäude: Das Museum wurde 1892–1894 nach Plänen von André Lambert gebaut, nach dem Vorbild von Schweizer Burgen des 15. und 16. Jahrhunderts.
- Das Mosaik über dem Eingang: Léo-Paul Roberts Glasmosaik von 1900 zeigt die Zeitalter der Geschichte, mit den Figuren der Geschichte und der Poesie.
- Einsteins Leben parallel erzählt: Die Ausstellung stellt sein persönliches Leben neben die Weltereignisse, vom Kaiserreich seiner Kindheit bis zur Atombombe und seinen Jahren in Princeton.
- Bern im Jahr 1905: Der Teil über seine Berner Jahre zeigt die Stadt, die er kannte, den Alltag im Patentamt und die Ideen, die er dort entwickelte, mit Filmen und Animationen, die die Relativität auch für Nicht-Physiker erklären.
- Die historischen Sammlungen: Mit demselben Ticket siehst du auch die Wandteppiche, die nach den Schlachten der 1470er-Jahre aus dem Lager Karls des Kühnen von Burgund erbeutet wurden.
Ein Tipp für Einstein-Fans
Das Museum ist einer von zwei Einstein-Orten in Bern. Der andere ist das Einsteinhaus an der Kramgasse 49 in der Altstadt, die Wohnung, in der Einstein, Mileva und ihr Baby von 1903 bis 1905 lebten, in der Zeit, als er die spezielle Relativitätstheorie entwickelte. Es wird separat betrieben, mit eigenem Eintritt, und seine kleinen Zimmer zeigen ein ganz anderes, persönliches Bild. Beides zu sehen lohnt sich: Das Museum erklärt die Wissenschaft und das Jahrhundert, die Wohnung zeigt, wie gewöhnlich sein Leben dabei aussah.
Tipps für deinen Besuch
- Fang mit der Einstein-Ausstellung an, solange du frisch bist; sie ist dicht mit Text und Film und belohnt ein langsames Tempo.
- Geh über die Kirchenfeldbrücke zum Museum, mit Blick auf die Aare, das Bundeshaus und an klaren Tagen die Alpen.
- Das Gebäude soll in den kommenden Jahren umfassend saniert werden, und das Museum will während der Arbeiten Ausstellungen offen halten; schau vorher nach, was gerade zu sehen ist.
- Verbinde den Besuch mit dem Einsteinhaus an der Kramgasse und einem Bummel durch die Lauben der Altstadt.
In der Nähe
- Welttelegrafen-Denkmal: das große Bronzedenkmal mitten auf dem Helvetiaplatz, direkt vor dem Museum.
- Alpines Museum der Schweiz: am selben Platz, mit Ausstellungen über die Berge und die Menschen, die dort leben.
- Kirchenfeldbrücke: die Eisenbrücke von 1883, die den Helvetiaplatz hoch über der Aare mit der Altstadt verbindet.
- Einsteinhaus: Einsteins Wohnung an der Kramgasse in der Altstadt, etwa eine Viertelstunde zu Fuß.
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