Lübecker Dom: die Kirche Heinrichs des Löwen und Notkes Triumphkreuz

Lübeck Cathedral with its two west towers

Der Lübecker Dom ist die lange Backsteinkirche mit den zwei schlanken grünen Turmspitzen an der Südspitze der Lübecker Altstadtinsel. Heinrich der Löwe legte 1173 den Grundstein, damit ist er die älteste große Kirche der Stadt. Drinnen hängt eines der bedeutendsten Werke spätgotischer Kunst in Nordeuropa: Bernt Notkes Triumphkreuz, rund 17 Meter hoch.

Der Lübecker Dom auf einen Blick

  • Wo: am Domkirchhof, am Südende der Altstadtinsel, neben dem Mühlenteich und dem Museum für Natur und Umwelt.
  • Erbaut: 1173 als romanische Basilika begonnen, 1247 geweiht und um einen gotischen Chor erweitert, der 1341 fertig war.
  • Was er heute ist: eine evangelisch-lutherische Gemeindekirche und Teil des UNESCO-Welterbes Lübecker Altstadt, mit Gottesdiensten, Konzerten und tagsüber offen für Besucher.
  • Zeitbedarf: 30–45 Minuten drinnen, länger, wenn du dir das Kreuz und die Seitenkapellen genau ansehen willst.

Von der Bischofskirche zur Ruine am Palmsonntag

Heinrich der Löwe, Herzog von Sachsen und Bayern, verlegte 1160 das Bistum Oldenburg nach Lübeck und ließ hier zunächst eine Holzkirche bauen. 1173 legten er und Bischof Heinrich I. den Grundstein für einen steinernen Dom, der als romanische Backsteinbasilika vollendet und 1247 geweiht wurde. Ab 1266 wurde die Kirche zur gotischen Hallenkirche umgebaut, und zwischen etwa 1317 und 1341 finanzierte Bischof Heinrich Bochholt den langen gotischen Chor, durch den die Kirche rund 130 Meter lang wurde. Mit der Reformation in Lübeck um 1530 wurde der Dom lutherisch.

In der Nacht vor Palmsonntag, vom 28. auf den 29. März 1942, setzten britische Bomber große Teile der Lübecker Altstadt in Brand. Das Dach des Doms brannte, die Turmhelme stürzten ein, Orgel und alle Glasfenster gingen verloren, und in den folgenden Jahren brachen mehrere Gewölbe ein. Notkes Kreuz und die meisten mittelalterlichen Altäre waren gerettet worden. Der Wiederaufbau begann 1949 und endete 1982 mit der Restaurierung des Paradieses, der Nordvorhalle. Heute steht den knapp 115 Meter hohen Westtürmen eine Sanierung von acht bis zehn Jahren bevor, rechne also mit Gerüsten an Teilen der Außenseite.

Worauf du achten solltest

  • Das Triumphkreuz: Bernt Notke schuf die 17 Meter hohe Gruppe 1477 im Auftrag von Bischof Albert Krummediek. Christus hängt zwischen Maria, Johannes, Maria Magdalena sowie Adam und Eva, und der Bischof selbst kniet am Fuß des Kreuzes.
  • Lettner und Uhr: Unter dem Kreuz trägt der von Notkes Werkstatt geschnitzte Lettner an seinem Südende eine astronomische Uhr von 1628.
  • Die Taufe: ein bronzenes Taufbecken, 1455 von Lorenz Grove gegossen, das seit dem Krieg in einer Taufkapelle steht.
  • Die Kanzel: eine Renaissancekanzel von 1586 mit Alabasterreliefs aus dem Leben Christi, abgeschlossen von einem schmiedeeisernen Gitter von 1572.
  • Das Grab von Bischof Bochholt: Mitten im Chor zeigt ihn seine Messinggrabplatte mit einem Modell des gotischen Chors, den er bezahlt hat.
  • Das Paradies: die reich geschmückte Nordvorhalle, in den 1250er-Jahren begonnen, die nach dem Krieg fast einstürzte und als letzter Teil wieder aufgebaut wurde.

Die Kirche des Bischofs und die Kirche der Kaufleute

Lübeck hat zwei große mittelalterliche Backsteinkirchen, und ihre Rivalität erzählt die Geschichte der Stadt. Der Dom am Südende gehörte dem Bischof und dem Domkapitel. Am höchsten Punkt der Stadt, neben dem Markt, bauten die Kaufleute und der Rat die Marienkirche als ihre eigene Kirche, und oft heißt es, sie hätten sie absichtlich größer und höher gebaut, um die Bischofskirche zu übertrumpfen. Besuche beide und vergleiche: Der Dom wirkt älter, länger und ruhiger, mit weniger Besuchern.

Tipps für deinen Besuch

  • Geh das ganze Langhaus entlang: Von der Westtür aus scheint das Kreuz mitten in der Kirche zu schweben, und der Chor öffnet sich erst, wenn du darunter hindurchgehst.
  • Für den klassischen Blick auf die beiden Turmspitzen geh auf die andere Seite des Mühlenteichs, am schönsten im Licht des späten Nachmittags.
  • Der Dom ist eine lebendige Kirche: Schau vorher nach, ob ein Gottesdienst oder Konzert stattfindet, und sei während der Gebete leise.

In der Nähe

  • Museum für Natur und Umwelt: das Naturkundemuseum direkt neben dem Dom, gut für Familien.
  • St.-Annen-Museum: das Museum für mittelalterliche Kunst in einem ehemaligen Kloster, ein kurzer Fußweg nach Norden; hier hängt heute Hans Memlings Passionsaltar, der für eine Kapelle im Dom gemalt wurde.
  • Malerwinkel: die Ecke an der Obertrave mit Gärten und alten Speichern, die sich im Fluss spiegeln, ein kurzer Fußweg nach Westen.
  • Holstentor: das Backsteintor mit seinen zwei runden Türmen, etwa 15 Gehminuten entfernt.

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