Saint Michael’s Church in Luxembourg: The Old Castle Chapel Site

Saint Michael's Church in Luxembourg City

Die Michaelskirche (Église Saint-Michel, luxemburgisch Méchelskierch) steht am Fischmarkt, der ältesten Ecke der Luxemburger Altstadt. Sie ist die älteste religiöse Stätte der Stadt: Schon 987 stand hier eine Kapelle der Grafen von Luxemburg. Der heutige Bau wurde nach Bränden und Belagerungen immer wieder neu errichtet, sein heutiges Aussehen stammt größtenteils von 1688.

Die Michaelskirche auf einen Blick

  • Wo: am Fischmarkt (Marché-aux-Poissons), an der Ecke zur Rue Sigefroi, in der Oberstadt wenige Schritte oberhalb des Bockfelsens.
  • Erbaut: an der Stelle einer Burgkapelle von 987; die heutige spätgotische Kirche entstand nach einem Brand von 1509 neu und erhielt 1687–1688 ihr barockes Aussehen.
  • Was sie heute ist: eine aktive katholische Pfarrkirche und seit Juli 2024 die Kirche der Luxemburger Statthalterei des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem.
  • Zeitbedarf: 15–20 Minuten in der Kirche, etwas mehr, wenn du auch den Fischmarkt rundherum erkundest.

Von der Burgkapelle zur Pfarrkirche

Die Geschichte beginnt mit Graf Siegfried, der 963 den Bockfelsen erwarb und die Burg gründete, aus der die Stadt Luxemburg wuchs. Um 987 stand an dieser Stelle eine Kapelle der Grafen mit mehreren Altären, einer davon dem heiligen Michael geweiht. Der Name des Erzengels ging auf die Kirche über, und im frühen 14. Jahrhundert diente sie bereits einer Pfarrei. Ein Brand im Jahr 1509 zerstörte das Viertel, und die Kirche wurde bis 1519 im spätgotischen Stil neu gebaut.

Luxemburg war eine der umkämpftesten Festungen Europas, und die Kirche bekam das zu spüren. Dominikaner übernahmen sie in den 1630er-Jahren und erweiterten sie, doch 1679 zerstörte ein Feuer ihren Turm, und während der Belagerung durch Ludwig XIV. 1683–1684 verwüsteten französische Truppen den Chor. Die Franzosen bauten sie 1687–1688 wieder auf, und damals erhielt die Kirche ihre heutige Gestalt. In der Französischen Revolution wurden die Mönche vertrieben, die Ausstattung wurde 1798 verkauft oder zerstört; 1803 bekam die Pfarrei ihre Kirche zurück. Restaurierungen folgten in den 1960er- und 1980er-Jahren sowie 2003–2004.

Worauf du achten solltest

  • Das barocke Nordportal, geschaffen vom Luxemburger Bildhauer Nicolas Koenen nach dem Wiederaufbau unter Ludwig XIV.
  • Die Mischung der Stile: ein wuchtiger quadratischer Turm, ein spätgotisches Schiff mit Rippengewölben und barocke Details aus den 1680er-Jahren.
  • Der barocke Hochaltar, der sich deutlich vom schlichten gotischen Gewölbe des Schiffs abhebt.
  • Die Glasfenster von 1962, von Luxemburger Künstlern und dem französischen Glasmaler Gabriel Loire, mit Heiligen, alten Handwerkerbruderschaften und Szenen aus dem Neuen Testament.
  • Das Orgelgehäuse hinten im Schiff: Die Orgel geht auf ein Instrument zurück, das 1662 für die alte Franziskanerkirche am heutigen Wilhelmsplatz gebaut und 1805 hierher gebracht wurde.

Die Kirche, die die Revolution überstand

Eine örtliche Überlieferung erzählt, die Michaelskirche sei als einzige Kirche der Stadt von den französischen Revolutionstruppen verschont worden, angeblich weil ein Schmuck am Turm sie an eine Jakobinermütze erinnerte. Das ist eher eine Geschichte als eine belegte Tatsache: Tatsächlich diente die Kirche als Lager und Schule und verlor ihre Ausstattung. Belegt ist dagegen eine lebendige Tradition vor ihrer Tür. Aus einer jährlichen Messe der Töpferbruderschaft am Ostermontag mit anschließendem Verkauf ihrer Waren wurde die Éimaischen, der Ostermontagsmarkt am Fischmarkt, auf dem bis heute tönerne Vogelpfeifen, die Péckvillercher, verkauft werden.

Tipps für deinen Besuch

  • Die Kirche ist eine aktive Pfarrkirche: Komm außerhalb der Messzeiten, sprich leise und kleide dich respektvoll.
  • Komm am Ostermontag, wenn der Éimaischen-Markt den Platz vor der Kirche füllt, aber rechne mit viel Andrang.
  • Für den besten Blick auf den Turm gehst du auf die andere Seite des Fischmarkts, wo die alten Häuser die Kirche einrahmen.

In der Nähe

  • Nationalmuseum für Archäologie, Geschichte und Kunst (MNHA): direkt am Fischmarkt, mit der Geschichte Luxemburgs von der Vorzeit bis zur modernen Kunst.
  • Bock-Kasematten: die in den Fels gehauenen Gänge, wo einst Graf Siegfrieds Burg stand, wenige Gehminuten die Rue Sigefroi hinunter.
  • Chemin de la Corniche: der Spazierweg auf den alten Festungsmauern mit Blick hinunter in den Grund und das Alzettetal.
  • Großherzoglicher Palast: die offizielle Stadtresidenz des Großherzogs, wenige Gehminuten entfernt in der Rue du Marché-aux-Herbes.

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