
Das Edificio Metrópolis ist das Eckgebäude mit der Kuppel, an dem die Calle de Alcalá auf den Beginn der Gran Vía trifft, das Motiv auf jeder zweiten Postkarte von Madrid. Es wurde 1911 als Sitz der Versicherung La Unión y el Fénix eröffnet, und auf seiner dunklen, mit Blattgold verzierten Kuppel steht seit 1977 eine bronzene geflügelte Siegesgöttin.
Das Edificio Metrópolis auf einen Blick
- Wo: Calle de Alcalá 39, an der Ecke zur Gran Vía, ein paar Gehminuten von der Plaza de Cibeles und der Puerta del Sol entfernt.
- Erbaut: 1907–1911; Baubeginn am 4. Juni 1907, Eröffnung am 21. Januar 1911.
- Von: den französischen Architekten Jules und Raymond Février, die einen internationalen Wettbewerb von La Unión y el Fénix gewannen.
- Was es heute ist: Seit Anfang 2026 ist hier der Club Metrópolis untergebracht, ein privater Mitgliederclub mit einem Hotel mit 19 Zimmern und Restaurants. Das Erdgeschoss ist für alle offen, die oberen Etagen und das Dach sind Mitgliedern und Hotelgästen vorbehalten.
- Zeitbedarf: 10–15 Minuten von außen, länger, wenn du im Erdgeschoss etwas trinkst.
Vom Phönix zur Siegesgöttin
La Unión y el Fénix kaufte das Grundstück 1905, und fünf Häuser zwischen der Calle de Alcalá und der Calle del Caballero de Gracia wurden abgerissen. Die Firma wollte einen Sitz, der zugleich Werbung war, und schrieb einen internationalen Wettbewerb aus, den die Brüder Février aus Frankreich vor spanischen Konkurrenten gewannen. Der Bau begann im Juni 1907, als es die Gran Vía noch gar nicht gab: Die Arbeiten an der neuen Prachtstraße starteten erst 1910. Ein paar Jahre lang wachte das Gebäude also über einen Boulevard, der gerade erst durch die alten Gassen geschlagen wurde.
Auf die Kuppel setzte die Firma ihr Wahrzeichen, eine Bronzegruppe des französischen Bildhauers René de Saint-Marceaux: Ganymed, der auf einem Phönix reitet. 1972 wurde das Gebäude an die Versicherung Metrópolis verkauft, deren Namen es bis heute trägt. Der Phönix gehörte dem alten Eigentümer, also wurde er abgebaut und zu den neuen Büros von La Unión y el Fénix am Paseo de la Castellana gebracht. Sein Ersatz, die Victoria Alada von Federico Coullaut-Valera, wurde am 11. Oktober 1977 auf die Kuppel gehoben. Nach Jahrzehnten voller Versicherungsbüros wurde das Haus umgebaut und Ende Januar 2026, eine Woche nach seinem 115. Geburtstag, als privater Club mit Boutiquehotel wiedereröffnet.
Worauf du achten solltest
- Die Kuppel: dunkle Schieferschuppen mit vergoldeten Girlanden und Rippen; angeblich wurden rund 30.000 Blätter 24-karätiges Blattgold verwendet.
- Die Siegesgöttin: eine etwa 6 Meter hohe Bronzefigur von rund drei Tonnen, ungefähr doppelt so schwer wie die Phönixgruppe, die sie ersetzt hat.
- Die vier allegorischen Statuen über den Säulen der oberen Stockwerke; sie stehen für Bergbau, Landwirtschaft, Industrie und Handel.
- Die abgerundete Ecke: Die Fassade schwingt wie ein Schiffsbug, um den schmalen Keil zwischen den beiden Straßen zu füllen, mit hohen Doppelsäulen über mehrere Etagen.
- Der Nachbar: Das Edificio Grassy gegenüber an der Gran Vía hat einen eigenen kleinen Rundturm, und die beiden Kuppeln rahmen den Eingang zur Prachtstraße.
Eigentlich gar nicht an der Gran Vía
Die meisten halten das Metrópolis für das erste Haus der Gran Vía, und es markiert tatsächlich ihren Anfang. Die offizielle Adresse lautet aber Calle de Alcalá 39. Die erste Hausnummer der Gran Vía gehört dem Edificio Grassy an der gegenüberliegenden Ecke, das meistfotografierte Gebäude der Straße steht also streng genommen an einer anderen.
Tipps für deinen Besuch
- Den klassischen Blick hast du von der Calle de Alcalá auf der Seite von Cibeles oder von einer Dachterrasse aus; am bekanntesten ist die des Círculo de Bellas Artes direkt nebenan.
- Komm gegen Sonnenuntergang oder nach Einbruch der Dunkelheit, wenn das Gold im Licht glänzt und die Kuppel beleuchtet ist.
- An dieser Kreuzung ist viel Verkehr. Mach deine Fotos von den Fußgängerüberwegen aus, statt auf die Fahrbahn zu treten.
- Verbinde den Besuch mit einem Spaziergang die Gran Vía hinauf zur Plaza de Callao oder die Calle de Alcalá hinunter nach Cibeles und zum Prado.
In der Nähe
- Círculo de Bellas Artes: das Kulturzentrum direkt nebenan an der Calle de Alcalá, mit Dachterrasse und einer Minerva-Statue auf dem Dach.
- Plaza de Cibeles: der Brunnen der Göttin Kybele und der weiße Palacio de Cibeles, heute das Rathaus von Madrid, ein paar Gehminuten die Alcalá hinunter.
- Gran Vía: Madrids Prachtstraße aus dem frühen 20. Jahrhundert mit Theatern, Kinos und großen Fassaden, hinauf bis zum Telefónica-Gebäude und zur Plaza de Callao.
- Puerta del Sol: der zentrale Platz der Stadt mit der Statue von Bär und Erdbeerbaum, ein kurzes Stück die Calle de Alcalá entlang.
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