
Die Plaça d’Espanya ist der belebte Platz am Nordrand der Altstadt von Palma, wo einst die Stadtmauer stand und wo die meisten, die mit Zug oder Bus ankommen, zum ersten Mal ans Tageslicht treten. In der Mitte reitet ein bronzener Jaume I., der König, der Mallorca 1229 eroberte, über einem Brunnen. An einer Seite fahren seit 1912 die historischen Holzzüge der Sóller-Bahn in die Berge.
Die Plaça d’Espanya auf einen Blick
- Wo: am Nordrand der Altstadt von Palma, wo der Carrer de Sant Miquel beginnt, neben dem Parc de ses Estacions.
- Angelegt: ab 1905, nach dem Abriss der Stadtmauer; das Reiterstandbild wurde 1927 enthüllt.
- Von: Das Denkmal für Jaume I. stammt vom katalanischen Bildhauer Enric Clarasó.
- Was er heute ist: Palmas wichtigster Verkehrsknoten, mit der Estació Intermodal (Inselzüge, Metro und Busse) unter der Erde und dem Bahnhof der Sóller-Bahn am Rand. Nach über einem Jahr Bauzeit wurde der erneuerte Platz im September 2024 wiedereröffnet.
- Zeitbedarf: 10–15 Minuten für den Platz, länger, wenn du den Zug nach Sóller nimmst.
Vom Stadttor zum Bahnhofsplatz
Jahrhundertelang lag hier der Rand der ummauerten Stadt, und ein Tor, die Porta Pintada oder Porta de Santa Margalida, öffnete sich in der Mauer. Der Überlieferung nach drang das Heer von Jaume I. von Aragón am 31. Dezember 1229 nahe diesem Tor in die muslimische Stadt Madina Mayurqa ein. Palma feiert diesen Tag bis heute jedes Jahr mit der Festa de l’Estendard.
1902 begann Palma, seine Mauern abzureißen, und ab 1905 entstand dort, wo die alte Grenze verlief, ein moderner Platz. Auch das Tor verschwand, doch bei Bauarbeiten 2023 kamen Teile davon wieder zum Vorschein. Die Statue von Jaume I., an der Enric Clarasó ab 1916 arbeitete, wurde 1927 an diesem neuen Stadteingang enthüllt. Die Sóller-Bahn hatte hier bereits ihren Endbahnhof in Palma, und 2007 eröffnete unterirdisch die Estació Intermodal. Dort kommen heute Inselzüge und Metro an, seit 2009 auch die Überlandbusse, alles unter dem Park neben dem Platz.
Worauf du achten solltest
- Das Reiterstandbild mitten im Brunnen: Der Eroberer sitzt auf einem schweren, runden Schlachtross, das eher Standfestigkeit als Tempo ausstrahlt. Statue und Brunnen wurden bei den Arbeiten 2024 gereinigt und restauriert.
- Der Bahnhof der Sóller-Bahn: ein kleines Gebäude aus braunem Backstein am Rand des Platzes, zum Teil ein kleines Museum, von dem die historischen Holzzüge über die Ebene in die Serra de Tramuntana starten.
- Der Parc de ses Estacions: der Park über dem unterirdischen Bahnhof, in dem alte Bahngebäude, darunter eines mit hohem Backsteinschornstein, zwischen Wegen und Rasen erhalten sind.
- Der neue Belag und die Bänke: Bei der Erneuerung 2024 wurde der alte Schiefer durch rutschfeste Platten ersetzt, es kamen Sitzplätze hinzu, und ein als gefährlich geltender Radweg verschwand.
- Der Carrer de Sant Miquel: die Fußgänger- und Einkaufsstraße, die am Platz beginnt und nach Süden in die Altstadt Richtung Plaça Major führt.
Eine Bahn, bezahlt mit Orangen
Die Sóller-Bahn wurde ab 1911 mit Geld aus dem Orangen- und Zitronenhandel des Tals von Sóller gebaut, das bis dahin durch die Berge von Palma abgeschnitten war. Die Strecke steigt durch die Serra de Tramuntana und führt durch 13 Tunnel. Anfangs fuhren Dampfloks, Ende der 1920er-Jahre wurde elektrifiziert, und die Wagen sehen bis heute fast so aus wie vor hundert Jahren. In Sóller fährt eine Straßenbahn weiter bis zum Hafen.
Tipps für deinen Besuch
- Wenn du mit dem Zug nach Sóller fahren willst, komm früh: Er gehört zu den beliebtesten Ausflügen der Insel, und in der Hochsaison sind die Bahnsteige lange vor der Abfahrt voll.
- Für ein Foto der Statue mit dem Brunnen stell dich auf die Altstadtseite des Platzes und fotografiere Richtung Park.
- Busse und Taxis umkreisen den Platz, also geh an der Ampel über die Straße und nicht quer hindurch.
- Geh durch den Carrer de Sant Miquel weiter in die Altstadt, dann erreichst du die Plaça Major in etwa zehn Minuten.
In der Nähe
- Mercat de l’Olivar: Palmas wichtigste Markthalle, wenige Gehminuten entfernt, gut für einen Happen mallorquinischen Käse, Sobrassada oder frische Meeresfrüchte.
- Església de Sant Miquel: eine der ältesten Pfarrkirchen der Stadt, am Carrer de Sant Miquel.
- Plaça Major: der von Arkaden gesäumte Hauptplatz der Altstadt, mit Cafés unter den Bögen und Ständen von Kunsthandwerkern.
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