Markuskirche in Zagreb: das Dach mit den Wappen aus Ziegeln

St. Mark's Church with its tiled roof in Zagreb

Die Markuskirche (Crkva svetog Marka) steht mitten auf dem Markusplatz in der Zagreber Oberstadt, zwischen dem kroatischen Parlament und dem Regierungspalast. Sie gehört zu den ältesten Bauwerken der Stadt, doch fotografiert wird vor allem ihr Dach: Tausende glasierte Ziegel bilden zwei Wappen, eines für Zagreb und eines für das alte Königreich Kroatien, Slawonien und Dalmatien.

Die Markuskirche auf einen Blick

  • Wo: Markusplatz (Markov trg) in Gornji grad, der Oberstadt, ein kurzer Aufstieg vom Ban-Jelačić-Platz durch das Steinerne Tor oder mit der Standseilbahn.
  • Erbaut: begonnen im 13. Jahrhundert; in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts zur spätgotischen dreischiffigen Kirche umgebaut; das Ziegeldach stammt aus der Restaurierung von 1878–1882.
  • Von: Das Südportal wird Bildhauern aus der Werkstatt der Prager Familie Parler zugeschrieben; die Restaurierung im 19. Jahrhundert leitete Friedrich von Schmidt mit Hermann Bollé.
  • Was es heute ist: eine katholische Pfarrkirche, nach dem Erdbeben von 2020 restauriert und am 3. Dezember 2023 mit einer Messe wiedereröffnet.
  • Zeitbedarf: 15–20 Minuten von außen, länger, wenn der Innenraum offen ist.

Von der gotischen Pfarrkirche zum Wahrzeichen der Oberstadt

St. Markus war die Pfarrkirche von Gradec, der mittelalterlichen königlichen Freistadt auf dem Hügel, die später mit dem bischöflichen Kaptol zu Zagreb zusammenwuchs. Ein romanisches Fenster an der Südseite zeigt, dass hier schon im 13. Jahrhundert eine Kirche stand. In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts wurde sie zur gotischen Hallenkirche umgebaut, und wohl gegen Ende des Jahrhunderts kam das reich verzierte Südportal hinzu. Ein Erdbeben brachte 1502 den ursprünglichen Glockenturm zum Einsturz, 1588 erhielt der neue Turm eine Uhr. Im 18. und 19. Jahrhundert war die Kirche so baufällig, dass mehrmals ihr Abriss vorgeschlagen wurde; 1860 entschied sich die Stadt stattdessen für die Restaurierung.

Die Restaurierung von 1878–1882 unter dem Wiener Architekten Friedrich von Schmidt und Hermann Bollé gab der Kirche ihr neugotisches Aussehen und das berühmte Dach. In den 1920er- und 1930er-Jahren entfernte eine zweite Restaurierung einen Großteil der neugotischen Ausstattung; der Bildhauer Ivan Meštrović steuerte Werke aus Stein und Bronze bei, und der Maler Jozo Kljaković bedeckte die Wände mit Fresken. Am 22. März 2020 beschädigte ein Erdbeben Gewölbe und Rippen schwer, und der Schlussstein des Südportals fiel herab. Nach einer umfassenden Sanierung öffnete die Kirche im Dezember 2023 wieder.

Worauf du achten solltest

  • Das Dach: links das rot-weiß-blaue Wappen des Dreieinigen Königreichs Kroatien, Slawonien und Dalmatien, rechts das Wappen Zagrebs, eine weiße Burg auf rotem Grund. Das heutige offizielle Stadtwappen hat einen blauen Grund; das Dach zeigt das ältere rote Wappen von Gradec.
  • Das Südportal: fünfzehn Figuren in elf Nischen, gemeißelt Ende des 14. Jahrhunderts. Vier der Statuen sind hölzerne Ersatzfiguren für zerstörte Originale.
  • Das romanische Fenster: ein kleines Rundbogenfenster an der Südwand, der älteste sichtbare Teil der Kirche.
  • Glockenturm und Uhr: Der heutige Turm stammt aus der Zeit nach dem Erdbeben von 1502; achte auf das Zifferblatt hoch oben.
  • Der Platz ringsum: im Osten das kroatische Parlament (Sabor), im Westen Banski dvori, der Sitz der Regierung, die Kirche steht also zwischen den beiden wichtigsten politischen Gebäuden Kroatiens.

Eine Krone aus glühendem Eisen

Der Platz hat eine düstere Überlieferung. Matija Gubec, Anführer des kroatisch-slowenischen Bauernaufstands von 1573, wurde nach der Niederlage der Aufständischen in Zagreb hingerichtet, und seither erzählt man, er sei auf dem Markusplatz mit einer glühenden Eisenkrone als „Bauernkönig“ verhöhnt worden. Die Einzelheiten sind Legende. Ein Steinsockel neben der Kirche galt lange als Teil seines „Throns“, doch Historiker haben diese Deutung verworfen.

Tipps für deinen Besuch

  • Komm früh am Morgen oder gegen Sonnenuntergang, wenn der Platz ruhiger ist und das tiefe Licht die Farben des Dachs leuchten lässt.
  • Das beste Foto vom Dach gelingt vom Rand des Platzes mit Weitwinkel, dann hast du beide Wappen und den Turm im Bild.
  • Die Kirche ist eine aktive Pfarrei, und der Innenraum ist nicht immer offen; am ehesten kommst du rund um die Messzeiten hinein.

In der Nähe

  • Steinernes Tor (Kamenita vrata): das alte Stadttor mit einem Schrein für ein Marienbild, das der Überlieferung nach einen Brand 1731 überstand. Den ganzen Tag zünden Menschen dort Kerzen an, wenige Gehminuten entfernt.
  • Lotrščak-Turm: der Turm aus dem 13. Jahrhundert an der Bergstation der Standseilbahn, von dem jeden Tag um zwölf Uhr eine Kanone abgefeuert wird, mit Blick über die Unterstadt.
  • Museum der zerbrochenen Beziehungen: ein kleines Museum mit Gegenständen aus beendeten Beziehungen, jeweils mit der Geschichte ihrer Besitzer, gleich um die Ecke.
  • Strossmayer-Promenade (Strossmayerovo šetalište): der baumbestandene Weg entlang der alten Mauern der Oberstadt, mit Blick über die Dächer der Unterstadt.

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