Erfurter Dom: die Glocke Gloriosa und die 70 Domstufen

Erfurt Cathedral and St Severus Church above Domplatz

Der Erfurter Dom, offiziell Hohe Domkirche St. Marien, steht auf einem Hügel über dem Domplatz, Seite an Seite mit der Severikirche, und das Paar ist der bekannteste Anblick der Thüringer Landeshauptstadt. Hinauf führen 70 breite Stufen. Im Mittelturm hängt die Gloriosa, 1497 gegossen und heute die größte freischwingende mittelalterliche Glocke der Welt.

Der Erfurter Dom auf einen Blick

  • Wo: auf dem Domberg am westlichen Ende des Domplatzes, neben St. Severi.
  • Erbaut: eine romanische Basilika ab 1154, ein gotischer Chor im 14. Jahrhundert und ein spätgotisches Langhaus ab 1455.
  • Was er heute ist: die katholische Kathedrale des Bistums Erfurt, seit 1994 wieder Bischofskirche.
  • Zeitbedarf: etwa 45 Minuten bis eine Stunde im Inneren, dazu Zeit für Stufen und Platz.

Von Bonifatius zur Kathedrale

Die christliche Geschichte dieses Hügels reicht bis zu Bonifatius zurück, der 742 den Papst bat, ein Bistum in Erfurt zu bestätigen. Es ging bald im Erzbistum Mainz auf, und die meiste Zeit war St. Marien keine Kathedrale, sondern eine Stiftskirche mit Kanonikern. Urkundlich erwähnt wird die Kirche 1117, und 1154 begann der Bau einer neuen romanischen Basilika, deren Turmunterbauten erhalten sind. 1184 brach während eines Hoftags Heinrichs VI. ein Boden in der benachbarten Dompropstei ein: Etwa 60 Menschen stürzten in die Latrinengrube darunter und starben. Am 3. April 1507 wurde der junge Martin Luther in dieser Kirche zum Priester geweiht.

Im 14. Jahrhundert wollten die Kanoniker einen viel prächtigeren Chor, doch der Hügel war zu klein. Die Baumeister erweiterten ihn mit gewaltigen gewölbten Unterbauten, den Kavaten, und setzten den hohen gotischen Chor darauf. Deshalb scheint das Ostende über dem Platz zu schweben. Ab 1455 ersetzte eine spätgotische Hallenkirche das alte romanische Langhaus. Als 1994 das Bistum Erfurt gegründet wurde, wurde St. Marien wieder Kathedrale.

Worauf du achten solltest

  • Die 70 Domstufen vom Domplatz: Steig langsam hinauf und sieh zu, wie Chor und die drei Spitztürme von St. Severi über dir aufragen.
  • Das Triangelportal an der Nordseite, passend zum engen Hügel gebaut, mit Figuren der klugen und törichten Jungfrauen.
  • Die mittelalterlichen Glasfenster im Chor aus der Zeit von etwa 1380 bis 1420; Anfang der 1960er-Jahre kamen fünf neue Fenster hinzu.
  • Der Wolfram, ein bronzener Leuchterträger um 1160 und eine der ältesten freistehenden Bronzefiguren Deutschlands, und die Stuckmadonna aus derselben Zeit.
  • Der Grabstein eines Grafen von Gleichen, dargestellt mit zwei Ehefrauen.
  • Der Mittelturm mit der Gloriosa. Sie läutet nur an hohen Kirchenfesten. Wenn du sie hörst, hast du Glück.

Der Graf mit den zwei Frauen

Der Legende nach geriet der Graf von Gleichen auf einem Kreuzzug in Gefangenschaft und wurde von einer Sarazenin befreit, die er heiratete und mit päpstlichem Segen nach Hause brachte, obwohl seine erste Frau noch lebte. Die drei sollen friedlich zusammengelebt haben. Es ist eine Legende, und Historiker bezweifeln sie, doch der Grabstein im Dom mit einem Grafen zwischen zwei Frauen hält die Geschichte seit Jahrhunderten lebendig.

Tipps für deinen Besuch

  • Komm am späten Nachmittag, wenn die tiefe Sonne Dom und Severikirche vom Platz aus beleuchtet.
  • Für den vollen Blick auf beide Kirchen geh zuerst ans östliche Ende des Domplatzes und steig dann die Stufen hinauf.
  • Im Sommer dienen die Stufen oft als Freilichtbühne, sodass Teile davon für Aufführungen abgesperrt sein können.
  • Der Dom ist eine aktive Kirche: Sei während der Gottesdienste leise und kleide dich angemessen.

In der Nähe

  • Severikirche: die gotische Kirche direkt neben dem Dom mit ihren drei spitzen Türmen.
  • Zitadelle Petersberg: eine große barocke Festung auf dem Hügel hinter dem Dom, mit weitem Blick über die Altstadt.
  • Krämerbrücke: die mit bewohnten Häusern und kleinen Läden bebaute Brücke, ein schöner Spaziergang ostwärts durch die Altstadt.
  • Fischmarkt: der Platz mit dem neugotischen Rathaus und bunten Kaufmannshäusern, auf dem Weg zur Krämerbrücke.

Erfurt mit World City Trail entdecken

Unsere Schnitzeljagd in Erfurt macht die Altstadt zu einem Spiel auf deinem Handy. Die Route verbindet 10 Stationen und dauert rund 2 Stunden, davon etwa 28 Minuten zu Fuß. Dazu gehört das Angermuseum. Du kannst auf Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch oder Niederländisch spielen.

Entdecke Erfurt beim Spielen

Verwandle die Sehenswürdigkeiten in diesem Artikel in eine selbstgeführte Schnitzeljagd, die du auf deinem Smartphone spielst.

11 € für eine Person, 5 € pro Person für Gruppen ab vier Personen.

Das Abenteuer in Erfurt ansehen →

Wenn dir ein anderes Format lieber ist: In Erfurt gibt es auch einen selbstgeführten Stadtrundgang und ein Outdoor-Escape-Game.

Die Schnitzeljagd in Erfurt spielen →

Den selbstgeführten Stadtrundgang durch Erfurt machen →

Das Outdoor-Escape-Game in Erfurt spielen →

Fakten geprüft im Oktober 2026.

Warenkorb
Nach oben scrollen