
Das Castello di San Giusto ist die Festung auf dem Gipfel des San-Giusto-Hügels, dem höchsten Punkt der Altstadt von Triest, direkt neben der Kathedrale. Auf diesem Hügel begann die Stadt, zuerst als befestigte Siedlung, dann als römisches Tergeste. Die Burg entstand in mehreren Etappen über mehr als 150 Jahre unter Habsburgern und Venezianern, erlebte keine ernsthaften Kämpfe und ist deshalb fast unversehrt erhalten, mit Wehrgängen, auf denen du hoch über Stadt und Golf entlanggehen kannst.
Das Castello di San Giusto auf einen Blick
- Wo: auf dem Gipfel des San-Giusto-Hügels, neben der Kathedrale San Giusto, oberhalb der Altstadt (Città Vecchia).
- Erbaut: begonnen um 1470 im Auftrag Kaiser Friedrichs III., vollendet mit der letzten Bastion in den 1630er-Jahren.
- Heute: ein städtisches Museum mit Waffensammlung, römischen Steindenkmälern, Ausstellungsräumen und begehbaren Wehrgängen.
- Zeitbedarf: etwa 1 bis 2 Stunden für Wehrgänge, Hof und Museum.
Vom kaiserlichen Vorposten zum Stadtmuseum
1382 stellte sich Triest, zermürbt von den Kriegen mit Venedig, unter den Schutz der habsburgischen Herzöge von Österreich. Fast ein Jahrhundert später ließ Kaiser Friedrich III. auf dem Hügel ein befestigtes Gebäude mit Turm errichten, das die Bürger bezahlen mussten. Es wurde Sitz des kaiserlichen Hauptmanns, der die Habsburger in der Stadt vertrat, und diese Casa del Capitano ist bis heute der Kern der Burg.
Der dreieckige Grundriss, den du heute siehst, wuchs um dieses Haus herum. Während einer kurzen venezianischen Besetzung 1508–1509 fügten die Venezianer neben dem Hauptmannshaus die runde Bastion hinzu. Wieder unter österreichischer Herrschaft entstanden Mitte des 16. Jahrhunderts die vieleckige Bastione Lalio und in den 1630er-Jahren die Bastione Fiorito, die das Dreieck schloss. Da die Burg nie einer großen Belagerung standhalten musste, überstand sie die Jahrhunderte mit wenig Schaden. Heute gehört sie der Stadt Triest und ist Teil der städtischen Museen.
Worauf du achten solltest
- Die drei Bastionen: die runde Bastione Rotondo, auch venezianische Bastion genannt, die vieleckige Bastione Lalio mit Blick auf die Kathedrale und die dreieckige Bastione Fiorito mit Ausstellungsräumen.
- Die Wehrgänge, die die Bastionen über dem Cortile delle Milizie verbinden, mit weitem Blick über die Dächer, den Hafen und den Golf von Triest.
- Das Lapidario Tergestino in den Gewölben unter der Bastione Lalio: rund 130 römische Steine, darunter Grabsteine, Altäre, Urnen und Sarkophage, viele aus der römischen Basilika auf dem Hügel.
- Die Waffensammlung im Hauptmannshaus mit Waffen vom 12. bis zum 19. Jahrhundert, darunter viele Hellebarden. Achte in der Stadt auf die Hellebarde im Wappen von Triest: Sie ist das Symbol von San Giusto.
- Mikez und Jakez, die beiden Figuren aus dem 19. Jahrhundert, die einst am Rathausturm an der Piazza Unità die Stunden schlugen. Die Originale stehen in der Burg, Kopien schlagen am Rathaus weiter die Glocke.
- Ab Juni die Kapernsträucher, die aus den alten Mauern wachsen und weiß-rosa blühen.
Wo Triest begann
Die Burg ist nur eine Schicht des Hügels. Gleich daneben, zwischen Burg und Kathedrale, liegen die Reste der römischen Basilika, einer großen öffentlichen Halle, und eines Tempels der Kapitolinischen Trias, der drei Hauptgötter Roms. Die Kathedrale selbst entstand im Mittelalter aus zwei älteren Kirchen, ihr Glockenturm stammt von 1343. Auf den Wehrgängen blickst du auf mehr als zweitausend Jahre einer Stadt, die sich von diesem Hügel bis hinunter ans Meer ausgebreitet hat.
Tipps für deinen Besuch
- Geh am späten Nachmittag hinauf: Das Licht über dem Golf ist weicher, und der Blick von der Bastione Lalio auf die Kathedrale ist am schönsten.
- Nimm an windigen Tagen eine Jacke mit: Der Hügel liegt offen, und Triest ist für die Bora bekannt, einen starken, kalten Nordostwind.
- Der Aufstieg aus der Altstadt ist steil; nimm die Treppengassen langsam und trag gute Schuhe.
- Verbinde die Burg mit der Kathedrale nebenan und den römischen Resten und geh dann durch die Altstadt hinunter ans Meer.
In der Nähe
- Kathedrale San Giusto: direkt neben der Burg, mit unregelmäßiger Fassade, großer Fensterrose und mittelalterlichen Mosaiken im Inneren.
- Reste der römischen Basilika und des Tempels: wenige Schritte vom Burgeingang, die älteste Schicht des Hügels.
- Arco di Riccardo: ein römisches Tor in den Gassen der Altstadt auf dem Weg den Hügel hinunter.
- Römisches Theater: am Fuß des Hügels, die Reste eines Theaters aus dem römischen Tergeste, mitten zwischen den Straßen der Stadt.
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