Im historischen Herzen von Kazimierz, dem ehemaligen jüdischen Viertel von Krakau, steht das prächtige Synagoge von Isaac Jakubowicz. Dieses beeindruckende Gebäude, das auch als Izaak-Synagoge oder einfach Isaak-Synagoge bekannt ist, ist nicht nur die größte und wohl auch eine der schönsten Synagogen in Krakau, sondern auch ein eindrucksvolles Zeugnis des reichen jüdischen Erbes der Stadt, ihrer Blütezeit und ihrer tragischen Zerstörung. Der Besuch der Synagoge von Isaac Jakubowicz in Krakau bietet eine tiefgreifende Begegnung mit Jahrhunderten jüdischen Lebens und jüdischer Widerstandsfähigkeit.

Ein großer Auftrag von "Isaak dem Reichen"
Die Synagoge von Isaac Jakubowicz wurde zwischen 1638 und 1644 erbaut. In Auftrag gegeben und finanziert wurde sie von Isaac Jakubowicz (auch bekannt als Izaak Jakubowicz oder "Isaac der Reiche"), einem sehr einflussreichen und wohlhabenden jüdischen Kaufmann, Finanzier und Bankier des Königs Władysław IV. Jakubowicz war während eines Großteils seines Lebens ein prominenter Ältester der jüdischen Gemeinde (kahal) in Kazimierz, was von seinem Ansehen und Einfluss zeugt. Die Synagoge wurde von dem renommierten italienischen Architekten Francesco Olivierri (manchmal auch Giovanni Battista Trevano zugeschrieben) entworfen, der den aufkommenden Barockstil in das traditionelle jüdische Viertel brachte.
Der Bau einer so großen Synagoge, zumal durch einen jüdischen Mäzen, stieß zunächst auf den Widerstand einiger katholischer Kirchenvertreter. Es gab Bedenken wegen des auffälligen Standorts und der Schönheit der Synagoge, und ein Pfarrer argumentierte sogar, dass ihre Anwesenheit in einer Straße, in der Christen lebten, problematisch wäre. Dank seines Reichtums und seiner Beziehungen zum König und zum Bischof erhielt Jakubowicz jedoch schließlich die erforderlichen Genehmigungen, so dass dieses architektonische Meisterwerk fertiggestellt werden konnte. Eine volkstümliche Legende, die Jakubowiczs Aufstieg aus der Armut zu unermesslichem Reichtum widerspiegelt, erzählt, dass er nach einem Traum einen Schatz entdeckte, der es ihm ermöglichte, die Synagoge zu bauen und sein Bankimperium aufzubauen.

Architektonische Pracht und dauerhafte Schönheit
Die Synagoge von Isaac Jakubowicz in Krakau ist berühmt für ihren imposanten barocken Baustil, der sich von den traditionelleren, oft befestigten Synagogen früherer Epochen unterscheidet. Das monumentale Äußere der Synagoge ist zwar relativ schlicht, weist aber erhöhte halbrunde Fenster und ein großes Barockportal an der Izaaka-Straße auf.
Die wahre Pracht liegt jedoch im Inneren. Die Hauptgebetshalle ist ein riesiger, rechteckiger Raum, der von einem etwa 14 Meter hohen Tonnengewölbe gekrönt wird. Dieses Gewölbe ist mit komplizierten Stuckarbeiten im Renaissance-Stil verziert, die gemalte Rahmen, Kränze und Girlanden aufweisen. Die Wände sowohl des Hauptgebetssaals als auch der Frauenabteilung (die sich auf einer Galerie im zweiten Stock befindet, die durch eine Arkade getrennt ist) sind mit gemalten liturgischen Texten und kunstvollen dekorativen Motiven verziert. Diese Wandmalereien aus dem 17. Jahrhundert, die bei den Restaurierungsarbeiten der Nachkriegszeit teilweise freigelegt wurden, bieten einen seltenen Einblick in die ursprüngliche Schönheit der Synagoge. An der Ostwand ist vor allem das Bild einer siebenarmigen Menora erhalten geblieben.
Vor dem Zweiten Weltkrieg besaß die Synagoge einen weithin bewunderten, kunstvollen hölzernen Aron Kodesh (Tora-Arche), der leider während der Nazi-Besetzung zerstört wurde.

Eine Geschichte von Verwüstung und Wiederbelebung
Wie fast alle jüdischen Stätten in Polen wurde auch die Synagoge von Isaac Jakubowicz während des Zweiten Weltkriegs stark verwüstet. Während der Besetzung durch die Nazis wurden die Inneneinrichtung und das Mobiliar, einschließlich der Bimah (der erhöhten Plattform zum Tora-Lesen) und des Aron Kodesh, systematisch geplündert und zerstört. Das Gebäude selbst wurde umfunktioniert und diente als Theaterwerkstatt (in der der berühmte polnische Künstler Tadeusz Kantor Berichten zufolge als Kulissenmaler arbeitete), dann als Lagerhaus und später als Werkstatt für Skulpturen und Denkmalpflege und sogar als Requisitenraum für eine Theatergruppe.
Nach dem Krieg, als die jüdische Gemeinde Krakaus durch den Holocaust dezimiert war, blieb die Synagoge jahrzehntelang weitgehend ungenutzt und baufällig. Durch einen Brand im Jahr 1981 wurde sie weiter beschädigt. Nach dem Fall des Kommunismus in Polen im Jahr 1989 wurde das Gebäude schließlich an die jüdische Gemeinde zurückgegeben. Es wurden umfangreiche Renovierungsarbeiten durchgeführt, bei denen ein Großteil des früheren Glanzes wiederhergestellt wurde.

Aktueller Stand und Bedeutung
Heute erfüllt die Synagoge von Isaac Jakubowicz in Krakau in der Kupa-Straße 18 (manchmal auch als Kupa-Straße 16 bezeichnet) eine doppelte Funktion. Sie ist wieder ein aktiver Orthodoxe Juden Synagoge, die von der Chabad-Lubawitsch-Gemeinde für Gottesdienste genutzt wird. Gleichzeitig ist sie ein lebendiger Kultur- und Ausstellungsraum, in dem verschiedene Veranstaltungen, Konzerte und Bildungsprojekte zur Geschichte und Kultur der jüdischen Bevölkerung von Kazimierz stattfinden. Oft werden hier auch Dokumentarfilme über die Vergangenheit des Viertels gezeigt.
Die Synagoge von Isaac Jakubowicz in Krakau, 1644 von Isaac Jakubowicz erbaut und von Francesco Olivierri entworfen, ist ein großartiges Beispiel barocker Synagogenarchitektur. Das Überleben der Synagoge durch die Jahrhunderte und ihre bemerkenswerte Restaurierung machen sie zu einem bedeutenden Wahrzeichen, das einen Einblick in das dauerhafte Erbe des jüdischen Lebens und der jüdischen Kultur in Krakau bietet.

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