
Die meisten Besucher Luzerns sehen die Kapellbrücke und das Seeufer und bleiben dabei. Dieser Guide folgt der Reuss ein Stück weiter: von den Schiffsanlegestellen beim Bahnhof hinüber zur Jesuitenkirche, durch das alte Zeughaus mit den historischen Sammlungen der Stadt, über die zweite gedeckte Brücke und hinauf zum Nölliturm, wo die mittelalterliche Museggmauer auf den Fluss trifft. Alle fünf Orte sind Stationen unserer Schnitzeljagd.
Luzerner Pier: die Schiffsanlegestellen
An den Anlegestellen vor dem Bahnhof legen die Schiffe der Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees (SGV) zu den Dörfern und Bergen rund um den See ab. Die Gesellschaft betreibt neben modernen Motorschiffen noch fünf historische Raddampfer; der älteste, die Uri, ist seit 1901 im Einsatz.
Für viele Besucher beginnt Luzern an diesem Quai: Hinten kommen die Züge an, vorne öffnet sich der See, und gleich daneben steht das KKL, das Kultur- und Kongresszentrum von Jean Nouvel, dessen riesiges flaches Dach über das Wasser ragt.
- Achte auf die Raddampfer, wenn sie angelegt haben: Weißer Rumpf, hohe Kamine und Radkästen machen sie leicht erkennbar.
- Schau übers Wasser zur Altstadtfront, zu den Türmen der Hofkirche und den Museggtürmen auf dem Hügel darüber.
- An klaren Tagen erhebt sich im Südwesten der Pilatus und im Osten die Rigi.
Jesuitenkirche
Die Jesuitenkirche St. Franz Xaver am linken Reussufer wurde von 1666 bis 1677 gebaut und gilt als erster großer Barockkirchenbau der Schweiz. Ihre beiden Zwiebeltürme, vom Fluss aus ein Wahrzeichen, wurden erst 1893 vollendet.
Innen ist die Kirche hell und weiß, mit rosa und goldenem Stuck und Deckengemälden; ein großer Teil der Ausstattung wurde Mitte des 18. Jahrhunderts im Rokokostil erneuert. Eine Seitenkapelle bewahrt Reliquien von Niklaus von Flüe (Bruder Klaus), dem Schweizer Landespatron.
- Schau dir die Fassade von der Flusspromenade aus an: Sie blickt direkt auf die Reuss.
- Schau innen nach oben zum bemalten Gewölbe über dem Schiff.
- Such die Bruder-Klausen-Kapelle seitlich des Schiffs.
Historisches Museum Luzern (altes Zeughaus)
Das Historische Museum Luzern ist im Zeughaus an der Pfistergasse untergebracht, das zwischen 1567 und 1569 als Waffenlager der Stadt gebaut wurde. Erbeutete Fahnen und Waffen aus früheren Schlachten wurden bald öffentlich gezeigt, und bis 1983 diente das Gebäude als Zeughaus. Ab 1986 war hier das Historische Museum Luzern zu Hause.
Das Museum war für seinen ungewöhnlichen Stil bekannt: Die Objekte wurden dicht wie in einem Depot statt in klassischen Vitrinen gezeigt, und kostümierte Schauspieler führten auf Theatertouren durch die Sammlung. 2022 beschloss der Kanton, das Historische und das Natur-Museum zu einer Institution zusammenzulegen, dem Museum Luzern mit Sitz an der Reuss; schau vor dem Besuch nach, was im alten Zeughaus gerade zu sehen ist.
- Schau dir das Gebäude selbst an: ein langer, massiver Speicherbau der Spätrenaissance, der zeigt, wie ernst die Stadt ihre Verteidigung nahm.
- Achte auf die alten Rüstungen und Waffen, den Kern der Sammlung, für die das Haus gebaut wurde.
- Geh zur Flussseite, wo das Zeughaus nahe der Spreuerbrücke steht.
Spreuerbrücke
Die Spreuerbrücke ist Luzerns zweite gedeckte Holzbrücke und überquert die Reuss flussabwärts der Kapellbrücke. Eine Brücke steht hier seit dem frühen 15. Jahrhundert. Der Name kommt von Spreu: Der üblichen Erklärung nach war es die einzige Brücke, von der aus die Müller Spreu in den Fluss werfen durften.
Besonders macht sie die Bilderreihe unter ihrem Dach: ein Totentanz, den Kaspar Meglinger und seine Werkstatt im frühen 17. Jahrhundert malten. Darin erscheint der Tod unter Menschen jeden Standes, vom Papst und Kaiser bis zu Bauern und Kindern.
- Schau nach oben zu den dreieckigen Tafeln im Dachstuhl: Jedes Bild hat einen Vers und das Wappen der Familie, die es gestiftet hat.
- Achte auf die kleine Kapelle in der Mitte der Brücke.
- Bleib beim Nadelwehr gleich flussaufwärts stehen, einem Wehr aus Holzstäben, das bis heute den Seespiegel reguliert.
Nölliturm und Museggmauer
Der Nölliturm ist der runde Turm am Flussende der Museggmauer, der mittelalterlichen Befestigung, die bis heute den Hügel über der Altstadt krönt. Er wurde zwischen 1513 und 1519 auf einem Felsen am Reussufer gebaut und ersetzte einen älteren Torturm. Zuerst hieß er wegen seines roten Ziegeldachs Roter Turm; der Name Nölliturm, der sich wohl auf einen früheren Wächter bezieht, taucht erst im frühen 18. Jahrhundert auf.
Der Turm diente einst als Pulvermagazin und später als Archiv. 1901 wurde sein Tor verbreitert, damit Fahrzeuge hindurchfahren können, und seit 1922 ist er Sitz der Zunft zu Safran, die ihn unterhält. Von hier ziehen sich die Mauer und ihre neun Türme den Hang hinauf und über den Hügelkamm.
- Geh durch das Tor am Fuß des Turms, durch das noch immer die Straße führt.
- Folge der Mauer bergauf: In den wärmeren Monaten lassen sich einige Türme besteigen, darunter der Zytturm mit seiner alten Uhr.
- Blick von der Mauer zurück über die Dächer der Altstadt bis zum See und zu den Bergen.
So siehst du sie auf einem Spaziergang
Starte bei der Jesuitenkirche am linken Ufer und folge dem Fluss abwärts zum alten Zeughaus an der Pfistergasse. Überquere die Reuss auf der Spreuerbrücke und geh am rechten Ufer zum Nölliturm, dann die Museggmauer hinauf. Von der Mauer geht es hinunter zum Löwendenkmal und zur Hofkirche, am Seeufer zurück zu den Anlegestellen und zum Schluss über die Kapellbrücke zum Rathaus am Fluss.
Luzern mit World City Trail entdecken
Unsere Schnitzeljagd in Luzern macht die Altstadt zu einem Spiel, das du auf dem Handy spielst. Die Route verbindet 10 Stationen, von der Jesuitenkirche bis zum Rathaus, und alle fünf Orte aus diesem Guide gehören dazu, zusammen mit der Museggmauer, dem Löwendenkmal, der Hofkirche und der Kapellbrücke.
Wenn dir ein anderes Format lieber ist, gibt es in Luzern auch einen selbstgeführten Stadtrundgang und ein Outdoor-Escape-Game.
Die Schnitzeljagd in Luzern spielen →
Den selbstgeführten Stadtrundgang durch Luzern machen →
Das Outdoor-Escape-Game in Luzern spielen →
Fakten geprüft im Oktober 2026.
