
La Marianna ist Café, Konditorei und Eisdiele am Largo Colle Aperto, am Westrand der Città Alta von Bergamo, mit einem toskanischen Restaurant im Stockwerk darüber. Hier wurde das Stracciatella-Eis erfunden: 1961 goss der Inhaber Enrico Panattoni geschmolzene Schokolade in kaltes Fiordilatte-Eis und ließ die Maschine sie in Splitter brechen. Die Familie Panattoni führt das Haus bis heute.
La Marianna auf einen Blick
- Wo: Largo Colle Aperto, gleich innerhalb der Porta Sant’Alessandro, dem westlichen Tor der venezianischen Stadtmauer in der Oberstadt.
- Eröffnet: 1952, als Bar und Trattoria mit toskanischer Küche.
- Gegründet von: Enrico Panattoni, einem Toskaner aus Altopascio, der nach dem Zweiten Weltkrieg in die Lombardei kam.
- Was es heute ist: ein belebtes Café mit Konditorei und Eisdiele im Erdgeschoss, mit Restaurant und Terrasse darüber, geführt von Panattonis Nachfahren.
- Zeitbedarf: 20–30 Minuten für ein Eis oder einen Kaffee, länger, wenn du zum Essen bleibst.
Von der toskanischen Trattoria zur Weltsorte
Enrico Panattoni kam nach dem Krieg nach Bergamo und begann in der Oberstadt mit einem kleinen Laden, in dem er Kastanienkuchen verkaufte, bevor er zum Speiseeis wechselte. La Marianna öffnete 1952 als Bar und Trattoria, und toskanische Gerichte wie Ribollita und Bistecca alla fiorentina waren damals in Bergamo etwas Neues.
Eines der meistbestellten Gerichte war Stracciatella alla romana, eine Brühe, in die man verquirltes Ei rührt, bis es in dünnen Fetzen stockt. 1961 wollte Panattoni ein Eis erfinden, das genauso beliebt sein sollte. Er stellte fest, dass geschmolzene Schokolade in kaltem Fiordilatte-Eis so erstarrt wie Ei in heißer Brühe, und dass die Rührflügel sie in unregelmäßige Splitter brechen. Das Ergebnis benannte er nach der Suppe. Die Familie ließ es nie patentieren, und Panattoni soll sich gefreut haben, wenn andere Eisdielen es nachmachten. Heute wirbt Bergamo mit Stracciatella als der Sorte der Stadt.
Worauf du achten solltest
- Die Stracciatella in der Eistheke: eine weiße Fiordilatte-Basis mit dünnen, ungleichmäßigen Splittern dunkler Schokolade, keine Schokodrops. Diese unregelmäßige Form ist die Originalmethode.
- Die Kuchentheke: Meist findest du dort die Torta Donizetti, einen lockeren Kuchen aus Bergamo, benannt nach dem Komponisten Gaetano Donizetti, der hier geboren wurde.
- Das Restaurant im Obergeschoss: die toskanische Trattoria, in der alles begann, mit Terrasse und hängendem Garten über dem Platz.
- Torre di Adalberto: der mittelalterliche Turm, der La Marianna am Largo Colle Aperto gegenübersteht.
- Porta Sant’Alessandro: das venezianische Tor ein paar Schritte weiter, eines der vier Tore der Stadtmauer aus dem 16. Jahrhundert.
Warum „Stracciatella“?
Stracciatella kommt von stracci, italienisch für Lumpen oder Fetzen; die römische Suppe heißt nach den zerrissenen Eifäden in der Brühe. Panattonis Eis übernahm den Namen, weil die Schokolade in ähnliche Fetzen bricht. Heute gibt es Stracciatella in Eisdielen auf der ganzen Welt, aber an der Theke von La Marianna wurde es zum ersten Mal verkauft.
Tipps für deinen Besuch
- An Wochenendnachmittagen, vor allem im Sommer, sind die Schlangen lang. Komm vormittags oder unter der Woche, wenn du in Ruhe aussuchen willst.
- Wie in vielen italienischen Bars zahlst du eventuell zuerst an der Kasse und zeigst dann den Bon an der Eis- oder Kaffeetheke.
- Nimm deine Waffel mit hinüber zur venezianischen Mauer, wo du sie mit Blick über die Ebene unter der Oberstadt essen kannst.
- Kombiniere den Besuch mit der Standseilbahn nach San Vigilio, die ein paar Schritte entfernt startet, für eine kurze Fahrt auf den Hügel über der Città Alta.
In der Nähe
- Standseilbahn San Vigilio: 1912 eröffnet, fährt sie von der Porta Sant’Alessandro auf den Hügel San Vigilio mit Burgruine und weitem Ausblick.
- Venezianische Mauern: die Befestigungen aus dem 16. Jahrhundert rund um die Oberstadt, UNESCO-Welterbe, mit einem Weg obendrauf, der sich zum Spazieren eignet.
- Piazza della Cittadella: der Platz der Visconti-Zitadelle mit dem naturkundlichen und dem archäologischen Museum der Stadt, wenige Minuten zu Fuß östlich.
- Piazza Vecchia: der Hauptplatz der Città Alta mit dem Palazzo della Ragione und dem Glockenturm Campanone, etwa zehn Minuten zu Fuß über die Via Colleoni.
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