
Die Porte de Bourgogne ist ein Stadttor aus dem 18. Jahrhundert in Bordeaux, gestaltet wie ein römischer Triumphbogen. Es steht auf der Place Bir-Hakeim direkt vor dem Pont de Pierre und war für Reisende auf der Straße von Paris der offizielle Eingang in die Stadt. Es trug mehrere Namen: Porte des Salinières, Porte de Bourgogne und eine Zeit lang Porte Napoléon.
Die Porte de Bourgogne auf einen Blick
- Wo: Place Bir-Hakeim, am östlichen Ende des Cours Victor-Hugo, gegenüber dem Pont de Pierre über die Garonne.
- Erbaut: 1750–1755, als Teil von Intendant Tournys Plan, Bordeaux mit prächtigen klassizistischen Toren und Plätzen auszustatten.
- Von: dem Architekten André Portier, unter Aufsicht des königlichen Architekten Ange-Jacques Gabriel.
- Was es heute ist: ein frei stehendes Denkmal mitten auf einem belebten Platz, seit 1921 als Monument historique geschützt.
- Zeitbedarf: 10 Minuten für das Tor; plane Zeit ein, um auf den Pont de Pierre zu gehen und zurückzublicken.
Vom mittelalterlichen Tor zum Triumphbogen
Das Tor steht an der Stelle eines mittelalterlichen Stadteingangs an der Straße nach Paris, der Porte des Salinières hieß. Mitte des 18. Jahrhunderts verwandelte der königliche Intendant Louis-Urbain-Aubert de Tourny Bordeaux mit neuen Plätzen, Alleen und Toren, und dieses war eines davon. Tourny plante auch den halbmondförmigen Platz davor mit einheitlichen Fassaden und weihte das Tor am 24. Januar 1757 dem Herzog von Burgund, dem kleinen Enkel König Ludwigs XV.
Napoleon kam 1808 durch Bordeaux, und eine Zeit lang hieß das Tor ihm zu Ehren Porte Napoléon. Zwei kleine Seitentore, die es einst mit den umliegenden Gebäuden verbanden, wurden 1807 abgerissen; seitdem steht der Bogen allein. Als Anfang des 19. Jahrhunderts der Pont de Pierre gebaut wurde, hob man das Platzniveau an, wodurch der Sockel des Tors teilweise verschwand. Heute fließen Straßenbahnen und Verkehr um das Tor herum, das den Beginn des Cours Victor-Hugo markiert.
Worauf du achten solltest
- Die Gesamtform nach dem Vorbild römischer Triumphbögen wie des Titusbogens in Rom.
- Die dorischen Säulen, die über dem Bogen ein schweres Gebälk tragen.
- Die schlichte Attika: Die zunächst geplanten königlichen Wappen und Trophäen wurden aus statischen Gründen weggelassen, daher wirkt das Tor so nüchtern.
- Die Säulenbasen, die tiefer liegen als erwartet, weil der Platz um das Tor herum angehoben wurde.
- Der Blick durch den Bogen auf den Pont de Pierre und das rechte Ufer der Garonne.
Siebzehn Bögen für Napoleon?
Der Nachbar des Tors, der Pont de Pierre, war die erste Brücke über die Garonne in Bordeaux. Napoleon ordnete sie an, gebaut wurde sie aber erst zwischen 1819 und 1822. Eine beliebte Geschichte erzählt, sie habe 17 Bögen, weil „Napoléon Bonaparte“ 17 Buchstaben hat. Bewiesen ist diese Legende nie, aber sie wird in Bordeaux so oft erzählt, dass man kaum über die Brücke gehen kann, ohne sie zu hören.
Tipps für deinen Besuch
- Geh ein paar Minuten auf den Pont de Pierre und dreh dich um: Dann siehst du das Tor vor den Steinfassaden der Kais.
- In der Dämmerung sind Tor und Kais beleuchtet, und das Flussufer lädt zum Abendspaziergang ein.
- Achte beim Überqueren des Platzes auf die Straßenbahn – das Tor steht mitten in einer belebten Kreuzung.
- Verbinde den Besuch mit den Vierteln Saint-Michel und Saint-Pierre, beide nur ein paar Gehminuten entfernt.
In der Nähe
- Pont de Pierre: die Steinbrücke aus dem 19. Jahrhundert über die Garonne, mit weitem Blick auf die Uferfront der Stadt.
- Grosse Cloche: das mittelalterliche Glockentor des alten Rathauses, ein kurzes Stück den Cours Victor-Hugo hinauf.
- Basilique Saint-Michel: die gotische Kirche, deren frei stehender Glockenturm zu den höchsten Frankreichs gehört.
- Place de la Bourse und Miroir d’eau: der königliche Platz aus dem 18. Jahrhundert und das riesige Wasserspiegelbecken an den Kais.
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