
St. Lambertus ist die gotische Backsteinkirche in der Düsseldorfer Altstadt, deren Turmhelm, wenn man genau hinschaut, sichtbar verdreht ist. Sie ist die älteste Pfarrkirche der Stadt, eng mit dem Jahr verbunden, in dem Düsseldorf Stadt wurde, und sie bewahrt die Reliquien des Stadtpatrons Apollinaris. Als der Turm 1815 brannte, wurde er mit Holz neu gebaut, das sich beim Trocknen verzog, und nach dem Zweiten Weltkrieg wünschten sich die Düsseldorfer, dass er wieder verdreht aufgebaut wird.
Die Basilika St. Lambertus auf einen Blick
- Wo: Stiftsplatz, im nördlichen Teil der Altstadt, ein paar Schritte vom Burgplatz und vom Rhein entfernt.
- Erbaut: ab etwa 1370 als gotische Hallenkirche neu errichtet und im Juli 1394 geweiht; der Turmhelm wurde nach einem Brand 1815 neu gebaut.
- Was sie heute ist: eine katholische Pfarrkirche, seit 1974 Basilica minor, mit dem Schrein des heiligen Apollinaris, des Düsseldorfer Stadtpatrons.
- Zeitbedarf: 20–30 Minuten drinnen, dazu ein paar Minuten draußen, um den Turm von verschiedenen Seiten anzuschauen.
Von der Dorfkirche zur Basilika der Stadt
Hier stand schon eine Kirche, lange bevor Düsseldorf Stadt war; 1206 wurde sie Pfarrkirche. 1288, im Jahr der Stadterhebung Düsseldorfs, wurde an der Kirche ein Kollegiatstift gegründet. Ab etwa 1370 ließ Herzog Wilhelm I. sie als weite, dreischiffige Hallenkirche in niederrheinischer Backsteingotik umbauen, um sie zu einer überregionalen Wallfahrtskirche zu machen, und im Juli 1394 wurde sie geweiht. In derselben Zeit kamen Reliquien des heiligen Apollinaris aus Remagen hierher, und seitdem wird er als Patron Düsseldorfs verehrt.
Die Kirche wurde zur Grablege der Herzöge von Jülich-Kleve-Berg, die vom Schloss am nahen Burgplatz aus regierten. 1815 zerstörte ein Brand den Turmhelm, und der neue, gebaut aus wohl noch zu frischem, feuchtem Holz, verdrehte sich beim Trocknen. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche beschädigt, und der Turm wurde in seiner verdrehten Form wieder aufgebaut, weil die Düsseldorfer es so wollten. In den 1950er-Jahren gestaltete der Bildhauer Ewald Mataré ein neues Westportal, und im Juli 1974 verlieh der Papst der Kirche den Ehrentitel Basilica minor.
Worauf du achten solltest
- Der verdrehte Turm: Geh vom Stiftsplatz in Richtung Rhein und schau zurück. Aus manchen Blickwinkeln ist die Drehung des schiefergedeckten Helms deutlich, aus anderen fällt sie kaum auf.
- Das Mataré-Portal: der Westeingang, in den 1950er-Jahren von Ewald Mataré gestaltet, dem Düsseldorfer Bildhauer, der auch Türen für den Kölner Dom schuf.
- Das Sakramentshaus: ein hoher spätgotischer Turm aus Sandstein an der Nordseite des Chors, 1475–1479 entstanden und dicht besetzt mit geschnitzten Heiligen.
- Das Grabmal Herzog Wilhelms des Reichen: am Scheitel des Chorumgangs, ein Renaissance-Wandgrab, 1595–1599 in der Werkstatt von Gerhard Scheben geschaffen, mit dem Jüngsten Gericht, den sieben Tugenden und zwei Figuren der Vergänglichkeit, bekrönt vom auferstandenen Christus.
- Der Apollinarisschrein: der vergoldete Silberschrein mit den Reliquien des Stadtpatrons, 1665 von Herzog Philipp Wilhelm gestiftet.
- Die Marienbilder: Such das verehrte Gnadenbild „Maria in der Not“ an einem der Seitenaltäre und eine hölzerne Figur des heiligen Lambertus aus dem 15. Jahrhundert.
Der Teufel und der Turm
Die nüchterne Erklärung für die Drehung ist das feuchte Holz. Die Legende ist schöner: Der Teufel wollte die Kirche aus Wut einreißen, verdrehte dabei den Turm, bekam ihn aber nicht umgeworfen. Nimm das als Erzählung; belegt ist der Wiederaufbau von 1815. Die Kirche hat außerdem eine fröhliche Verbindung zum Sommer: Ihr Kirchweihfest im Juli ist der alte religiöse Hintergrund der großen Rheinkirmes, die jedes Jahr auf den Wiesen am anderen Ufer stattfindet.
Tipps für deinen Besuch
- Den besten Blick auf den verdrehten Turm hast du vom Rheinufer und von der Brücke hinüber nach Oberkassel, besonders im Licht des späten Nachmittags.
- Die Kirche ist eine lebendige Gemeinde mit regelmäßigen Messen. Sei leise und lauf während der Gottesdienste nicht herum.
- Verbinde den Besuch mit dem Burgplatz und der Rheinuferpromenade, die direkt nebenan liegen.
- Komm früh am Tag, wenn du den Stiftsplatz für dich haben willst: Abends füllen sich die Kneipen der Altstadt ringsum schnell.
In der Nähe
- Schlossturm: der letzte erhaltene Turm des herzoglichen Schlosses am Burgplatz, heute mit einem Schifffahrtsmuseum, ein paar Gehminuten entfernt.
- Rheinuferpromenade: der Weg am Fluss unterhalb der Altstadt, ideal für einen Spaziergang bei Sonnenuntergang mit Blick auf die Rheinbrücken.
- Marktplatz und Altes Rathaus: der Rathausplatz mit dem Reiterstandbild von Kurfürst Jan Wellem von Gabriel Grupello, ein paar Gehminuten südlich.
- Kunstsammlung K20: das Kunstmuseum am Grabbeplatz mit Werken des 20. Jahrhunderts, ein kurzes Stück östlich durch die Altstadt.
Düsseldorf mit World City Trail entdecken
Unsere Schnitzeljagd in Düsseldorf macht die Altstadt zu einem Spiel auf deinem Handy. Die Route verbindet 10 Stationen und dauert etwa 2 Stunden, davon rund 24 Minuten zu Fuß. Die Basilika St. Lambertus ist eine der Stationen, zusammen mit dem Alten Rathaus und der Kunstsammlung.
Wenn dir ein anderes Format lieber ist: In Düsseldorf gibt es auch einen selbstgeführten Stadtrundgang und ein Outdoor-Escape-Game.
Die Schnitzeljagd in Düsseldorf spielen →
Den selbstgeführten Stadtrundgang durch Düsseldorf machen →
Das Outdoor-Escape-Game in Düsseldorf spielen →
Fakten geprüft im Oktober 2026.
