Das Stadterhebungsmonument in Düsseldorf: Schlacht, Urkunde, Stadt

The Stadterhebungsmonument bronze sculpture in Düsseldorf Old Town

Das Stadterhebungsmonument ist eine Bronzeplastik in der Düsseldorfer Altstadt, die erzählt, wie aus einem kleinen Dorf am Rhein eine Stadt wurde. Es wurde 1988 enthüllt, 700 Jahre nachdem Graf Adolf V. von Berg Düsseldorf die Stadtrechte verliehen hatte. Das Überraschende an der Geschichte: Die Stadt verdankt ihre Urkunde einer Schlacht, die bei Köln geschlagen wurde.

Das Stadterhebungsmonument auf einen Blick

  • Wo: in der Altstadt, gleich östlich des Burgplatzes, an der Ecke Müller-Schlösser-Gasse und Joseph-Wimmer-Gasse, nahe dem Marktplatz.
  • Geschaffen: 1988, zum 700. Jahrestag der Stadterhebung Düsseldorfs von 1288.
  • Von: Bert Gerresheim (1935–2025), einem in Düsseldorf geborenen Bildhauer.
  • Heute: ein öffentliches Denkmal in einer belebten Altstadtgasse, jederzeit frei zugänglich.
  • Zeitbedarf: 10 bis 15 Minuten, um die Szenen zu betrachten; es passt leicht in einen Spaziergang zwischen Burgplatz und Marktplatz.

Vom Schlachtfeld zur Stadturkunde

1288 stritten die Herren am Niederrhein darüber, wer das Herzogtum Limburg erben sollte. Der Streit eskalierte am 5. Juni 1288 in der Schlacht von Worringen, einer der größten Schlachten ihrer Zeit in Europa. Herzog Johann I. von Brabant und seine Verbündeten, darunter Graf Adolf V. von Berg, besiegten Siegfried von Westerburg, den Erzbischof von Köln. Das Ergebnis verschob die Machtverhältnisse im Rheinland und befreite die Grafen von Berg vom Druck des Erzbischofs.

Zehn Wochen später, am 14. August 1288, erhob Adolf V. Düsseldorf zur Stadt, damals eine Siedlung von nur etwa vier Hektar am Westrand seiner Grafschaft. Im selben Jahr wurde die Pfarrkirche St. Lambertus zur Stiftskirche erhoben. Weil die neue Stadt an der Grenze des Bergischen Landes lag, wurde sie bald befestigt. Sieben Jahrhunderte später verwandelte Bert Gerresheim diese Gründungsgeschichte für das Jubiläum 1988 in eine Skulptur und verband die großen Ereignisse mit der Not der einfachen Leute.

Worauf du achten solltest

  • Die Schlacht: Helme, Brustpanzer und Kampfszenen erinnern an Worringen, das Gefecht, das die Urkunde möglich machte.
  • Die Besiegelung der Urkunde: Such den Moment, in dem die Stadterhebungsurkunde gesiegelt wird, die rechtliche Geburt Düsseldorfs.
  • St. Lambertus: Die Erhebung der Pfarrkirche zum Stift gehört zur Geschichte; die echte Kirche steht wenige Gehminuten entfernt.
  • Der Marktkarren: Ein Karren steht für das Marktrecht, das mit den Stadtrechten kam, und für das Handelsleben, das folgte.
  • Die wachsende Stadt: Gerresheim hat Bilder, Symbole und Zitate verdichtet, die Düsseldorfs Wachstum vom mittelalterlichen Dorf zur modernen Großstadt zeigen. Schau dir das Werk deshalb von mehreren Seiten an.

Eine Schlacht bei Köln

Worringen, wo die Schlacht stattfand, ist heute ein Stadtteil von Köln, und der Verlierer war Kölns eigener Erzbischof. Das Ereignis, das Düsseldorf die Stadtrechte brachte, war also eine Niederlage für den mächtigsten Herrscher in Köln. Das gibt der langen, meist freundschaftlichen Rivalität zwischen den beiden Rheinstädten eine historische Note.

Tipps für deinen Besuch

  • Komm am Vormittag oder frühen Nachmittag. Abends füllen sich die Gassen der Altstadt, wenn die Kneipen der ‘längsten Theke der Welt’ voll werden.
  • Die Bronze ist detailreich und voller kleiner Figuren. Geh nah heran und nimm dir Zeit, statt nur ein Foto zu machen und weiterzugehen.
  • Verbinde den Besuch mit dem Burgplatz und der Rheinuferpromenade, beide nur ein kurzes Stück westlich.
  • Achte auf weitere Werke von Gerresheim in der Stadt, etwa seine Heine-Plastik auf dem Schwanenmarkt.

In der Nähe

  • Burgplatz und Schlossturm: Der Turm ist der letzte Rest des alten Düsseldorfer Schlosses und beherbergt heute ein Schifffahrtsmuseum. Er liegt wenige Gehminuten entfernt.
  • Marktplatz und Altes Rathaus: Den Platz vor dem Rathaus beherrscht das Reiterstandbild von Kurfürst Jan Wellem von Gabriel de Grupello.
  • Basilika St. Lambertus: die Kirche mit dem gedrehten Turm, verbunden mit demselben Gründungsjahr 1288.
  • Rheinuferpromenade: der Weg am Fluss mit Blick auf den Rhein und den Rheinturm, ideal für eine Pause nach den Altstadtgassen.

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