Historisches Kaufhaus in Freiburg: rote Fassade, Habsburger Kaiser

The red facade of the Historisches Kaufhaus on Münsterplatz in Freiburg

Das Historische Kaufhaus ist das tiefrote Gebäude an der Südseite des Freiburger Münsterplatzes, gegenüber dem Münster. Es wurde Anfang des 16. Jahrhunderts als städtisches Zoll- und Handelshaus erbaut und trägt an seiner Fassade die Statuen von vier Habsburger Herrschern, eine Erinnerung daran, dass Freiburg jahrhundertelang zu Österreich gehörte.

Das Historische Kaufhaus auf einen Blick

  • Wo: Münsterplatz 24, an der Südseite des Platzes gegenüber dem Freiburger Münster.
  • Erbaut: 1520–1532, als Erweiterung eines älteren Kaufhauses, das 1378 erstmals erwähnt wird.
  • Von: vermutlich Lienhart Müller, Baumeister des Münsters; Skulpturen von Hans Sixt von Staufen.
  • Was es heute ist: ein Ort für Konzerte, Lesungen, Empfänge und Veranstaltungen; innen nur bei Veranstaltungen zugänglich.
  • Zeitbedarf: 10–15 Minuten von außen.

Vom Zollhaus zum Parlament und Konzertsaal

Im 14. Jahrhundert blühte der Handel durch Freiburg, und die Stadt brauchte einen Ort, um Waren zu lagern, zu wiegen und Zölle zu erheben, ohne die Stadttore zu verstopfen. Ein städtisches Kaufhaus wird 1378 erstmals erwähnt. Zwischen etwa 1520 und 1532 wurde es so erweitert, dass seine neue Front zum Marktplatz vor dem Münster zeigte, und das ist der Bau, den du heute siehst. Freiburg war damals habsburgisch und gehörte zu Vorderösterreich, was die kaiserlichen Figuren an der Fassade erklärt.

Das Gebäude wurde oft repariert und verändert: nach dem Beschuss während der Belagerung von 1744, erneut im 19. Jahrhundert und bei einer großen Sanierung 1988. Nach dem Zweiten Weltkrieg spielte es kurz eine politische Rolle. 1946–1947 tagte hier die Versammlung, die eine Verfassung für das Land Baden ausarbeitete, und von 1947 bis 1951 war es Parlamentsgebäude von Südbaden, bis zur Gründung Baden-Württembergs. Heute ist es ein Veranstaltungshaus mit Kaisersaal, Kaminsaal und einem kleinen Rokokosaal.

Worauf du achten solltest

  • Die vier Statuen unter Baldachinen zwischen den Fenstern: Kaiser Maximilian I., sein Sohn Philipp I. von Kastilien und seine Enkel Karl V. und Ferdinand I. Es sind Kopien; die Originale werden drinnen aufbewahrt.
  • Die Wappen unter den Erkern, die die Gebiete der Habsburger zeigen, und das Habsburger Wappen darüber.
  • Die beiden vieleckigen Erker mit bunten glasierten Ziegeln, links und rechts der spätgotischen Fenster.
  • Die Arkade mit vier Bögen im Erdgeschoss und der Balkon darüber, 1550 hinzugefügt.
  • Das steile Dach mit zwei Dachgeschossen und Treppengiebeln, am besten von der anderen Seite des Platzes zu sehen.

Der Kaisersaal und seine Eichensäulen

Der große Saal im Obergeschoss, der Kaisersaal, ist bekannt für seine mächtigen Eichensäulen, eine bemalte Stuckdecke und Porträts von Habsburgern wie Maria Theresia. Trotz dieser Porträts soll sein Name auf einen späteren Kaiser zurückgehen: Wilhelm I. speiste hier 1876, als das Freiburger Siegesdenkmal eingeweiht wurde. Den Saal siehst du nur bei Konzerten oder anderen Veranstaltungen, also halte Ausschau nach dem Programm, wenn du hineinwillst.

Tipps für deinen Besuch

  • Komm am Vormittag, wenn der Bauernmarkt den Münsterplatz rund um das Münster füllt (sonntags findet er nicht statt).
  • Für das beste Foto stell dich ans Münster und nimm Fassade, Dach und Giebel auf einmal auf.
  • Schau in den Veranstaltungskalender, wenn du die Säle innen sehen willst; sie sind kein Museum.
  • Im Innenhof finden Open-Air-Veranstaltungen statt, etwa die Weinprobe Freiburger Weinkost.

In der Nähe

  • Freiburger Münster: die gotische Kirche auf der anderen Platzseite, mit einem Turm, den du für den Blick über die Altstadt besteigen kannst.
  • Wentzingerhaus: ein barockes Stadthaus am selben Platz mit dem Museum für Stadtgeschichte.
  • Altes Rathaus: das rot gestrichene Renaissance-Rathaus am Rathausplatz, wenige Gehminuten entfernt.
  • Schwabentor: eines der beiden erhaltenen mittelalterlichen Stadttore, am Rand der Altstadt.

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