
Der Karolinenplatz ist ein runder Platz an der Brienner Straße in der Münchner Maxvorstadt, auf halbem Weg zwischen Odeonsplatz und Königsplatz. In seiner Mitte steht ein 29 Meter hoher schwarzer Obelisk, 1833 errichtet für die 30.000 bayerischen Soldaten, die 1812 in Russland für Napoleon starben, als Bayern noch sein Verbündeter war.
Der Karolinenplatz auf einen Blick
- Wo: in der Maxvorstadt, wo die Brienner Straße die Barer Straße kreuzt, ein paar Minuten zu Fuß östlich vom Königsplatz.
- Angelegt: ab etwa 1809 als erster Sternplatz Münchens; der Obelisk wurde am 18. Oktober 1833 vollendet.
- Von: geplant wurde der Platz von Karl von Fischer, den Obelisken entwarf Leo von Klenze.
- Was er heute ist: ein belebter Kreisverkehr mit Rasen und Obelisk in der Mitte, umgeben von Straßenbahnen, Büros, der Münchner Börse und dem Amerika Haus.
- Zeitbedarf: 10 bis 15 Minuten, oder länger als Teil eines Spaziergangs vom Odeonsplatz zum Königsplatz.
Ein Platz für eine neue Residenzstadt
Anfang des 19. Jahrhunderts ließ König Maximilian I. Joseph vor den alten Stadtmauern ein neues Viertel bauen: die nach ihm benannte Maxvorstadt. Ihre Hauptachse war der Fürstenweg nach Schloss Nymphenburg, die spätere Brienner Straße. Karl von Fischer lockerte das Straßenraster mit einer Folge von Plätzen auf, und der Karolinenplatz, der anfangs kurz Königsplatz hieß, war der erste Münchner Platz, der als Sternplatz angelegt wurde, mit Straßen, die wie Speichen von ihm ausgehen. Benannt ist er nach Königin Karoline, der Frau des Königs und ersten evangelischen Königin Bayerns.
Rund um den Kreis entstanden elegante, frei stehende Palais. 1833 ließ Maximilians Sohn Ludwig I. den Obelisken aufstellen, entworfen von Leo von Klenze, dem Architekten des Königsplatzes. Bayern hatte rund 30.000 Mann für Napoleons Russlandfeldzug 1812 stellen müssen, und nur ein kleiner Teil kam zurück. Die meisten ursprünglichen Häuser am Platz wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört, was heute ringsum steht, stammt größtenteils aus der Nachkriegszeit.
Worauf du achten solltest
- Der Obelisk: ein Ziegelkern, verkleidet mit dunklen Bronzeplatten von Johann Baptist Stiglmaier, auf einem dreistufigen Marmorsockel; der Überlieferung nach stammt die Bronze aus erbeuteten Geschützen der 1827 bei Navarino versenkten osmanischen Schiffe.
- Die Inschriften am Sockel, mit Eichenlaub geschmückt: Eine widmet das Denkmal den dreißigtausend Bayern, die im russischen Krieg den Tod fanden, eine andere nennt das Datum der Vollendung, den 18. Oktober 1833.
- Die Widderköpfe an den vier Ecken des Sockels.
- Die geplanten Sichtachsen: Schau vom Obelisken die Brienner Straße entlang nach Osten Richtung Odeonsplatz und nach Westen zu den Propyläen am Königsplatz.
- Die Straßenbahnen der Linien 27 und 28, die im Halbkreis um den Platz schwenken, ein seltener Anblick mitten in einem Kreisverkehr.
Das Parteiviertel der NSDAP
Der Karolinenplatz hat auch ein dunkles Kapitel. Ab 1930 stand in der Nähe an der Brienner Straße die Parteizentrale der NSDAP, das sogenannte Braune Haus, und die Partei übernahm viele Gebäude in den Straßen rund um den Platz für ihre Büros. Das Braune Haus wurde im Krieg zerstört; an seiner Stelle, ein kurzes Stück westlich, erklärt heute das NS-Dokumentationszentrum München, wie die Bewegung in dieser Stadt groß wurde.
Tipps für deinen Besuch
- Der Obelisk steht auf einer Verkehrsinsel: Überquere die Straße nur an der Ampel und rechne mit Straßenbahnen aus unerwarteten Richtungen.
- Komm am späten Nachmittag, wenn die tief stehende Sonne die Bronze und im Westen die Propyläen anstrahlt.
- Geh die Brienner Straße vom Odeonsplatz bis zum Königsplatz: Der Karolinenplatz ist die natürliche Mitte dieser klassizistischen Prachtstraße.
In der Nähe
- Königsplatz: Ludwigs I. Platz im griechischen Stil mit Propyläen, Glyptothek und Staatlicher Antikensammlung, ein paar Minuten zu Fuß westlich.
- NS-Dokumentationszentrum: das Museum zur Geschichte des Nationalsozialismus in München, am Ort des früheren Braunen Hauses.
- Die Pinakotheken: die Kunstmuseen Alte Pinakothek und Pinakothek der Moderne, ein kurzer Spaziergang nördlich die Barer Straße entlang.
- Odeonsplatz und Residenz: das Königsschloss und die Feldherrnhalle am östlichen Ende der Brienner Straße.
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