Petrikirche in Riga: der Turm mit dem Hahn und der Blick aus 72 m

St Peter's Church in Riga

Die Petrikirche ist die gotische Backsteinkirche mitten in der Rigaer Altstadt, deren Turm mit dem vergoldeten Hahn der höchste der Altstadt ist. Sie wird 1209 erstmals erwähnt und hat ihren Turm immer wieder verloren, durch Einsturz, Feuer, Blitz und Krieg, und jedes Mal hat die Stadt ihn neu gebaut. Ein Aufzug bringt Besucher auf eine Galerie in 72 Metern Höhe, mit dem besten Blick über Rigas Dächer und die Daugava.

Die Peterskirche auf einen Blick

  • Wo: Skārņu iela mitten in der Altstadt, ein paar Gehminuten vom Rathausplatz und dem Schwarzhäupterhaus.
  • Erbaut: 1209 erstmals erwähnt; der Chor stammt von 1408–1409, das Langhaus aus den 1470er-Jahren. Der Turm wurde nach dem Zweiten Weltkrieg neu errichtet, 1970 kam der Hahn wieder an die Spitze.
  • Von: der mittelalterliche Chor entstand unter dem Baumeister Johannes Rumeschottel aus Rostock; den Wiederaufbau nach dem Krieg leiteten Pēteris Saulītis und Gunārs Zirnis.
  • Heute: eine lutherische Kirche, in der auch Ausstellungen und Konzerte stattfinden, mit Aufzug im Turm. Die Rigaer Altstadt samt Kirche gehört zum UNESCO-Welterbe.
  • Zeitbedarf: 30–45 Minuten, einschließlich Turmfahrt.

Sieben Hähne und ein Turm, der immer wieder fiel

Die Petrikirche erscheint 1209 in den Quellen, als sie einen Stadtbrand überstand, weil sie aus Stein war. Ihre heutige Gestalt erhielt sie im 15. Jahrhundert: den Chor 1408–1409 und in den 1470er-Jahren ein dreischiffiges Langhaus mit hohen Gewölben. 1491 kam ein achteckiger Turmhelm von etwa 136 Metern Höhe hinzu, und 1523 wurde die Kirche mit der Reformation lutherisch. Die Turmgeschichte wurde am 11. März 1666 dramatisch, als er einstürzte. Der Nachfolger verbrannte im großen Stadtbrand von 1677; ein neuer Helm, 1690 vollendet, wurde 1721 vom Blitz in Brand gesetzt, und bis 1746 baute man den Turm erneut auf.

Am 29. Juni 1941, als deutsche Truppen nach Riga vorrückten, setzte Artilleriefeuer die Kirche in Brand, und der Turm stürzte. Die Restaurierung begann in den 1950er-Jahren, die Hauptarbeiten liefen von 1967 bis 1983. Der neue Hahn, eine Nachbildung seines Vorgängers und der siebte auf dem Turm, wurde 1970 aufgesetzt. Seit 1991 gibt es wieder Gottesdienste. 2022 beschloss das lettische Parlament ein Gesetz, das die Kirche einer gemeinsamen Stiftung der Evangelisch-Lutherischen Kirche Lettlands und der deutschen St.-Petri-Gemeinde übergab; eine große Restaurierung, überwiegend von Deutschland finanziert, soll folgen. Während der Arbeiten können Teile der Kirche oder des Turms geschlossen sein, informiere dich also vorher.

Worauf du achten solltest

  • Der Hahn auf der Turmspitze: vergoldet, rund 158 Kilogramm schwer und eine Kopie seines Vorgängers. Die Hähne auf Rigas Türmen dienen traditionell als Wetterfahnen.
  • Die drei barocken Portale an der Westfassade, 1692 vom Stadtrat genehmigt und mit Kalksteinskulpturen geschmückt; bezahlt hat sie der Kaufmann Klaus Mistett.
  • Die Turmuhr. Zur vollen Stunde läuten die Glocken, und mehrmals täglich erklingt das lettische Volkslied ‘Rīga dimd’ vom Turm.
  • Der Blick von der Galerie in 72 Metern: die Daugava mit ihren Brücken, die Türme des Doms und der Johanniskirche, das Schwarzhäupterhaus und die großen Hallen des Zentralmarkts.
  • Drinnen die hohen gotischen Backsteingewölbe des Chors, erbaut 1408–1409 und nach dem Krieg restauriert.

Das Glas, das nicht zerbrach

Eine bekannte Rigaer Tradition besagt, dass der Baumeister nach Vollendung eines Turms ein Glas von der Spitze warf: Je mehr Scherben, desto länger würde der Turm stehen. Der Geschichte nach landete das Glas bei einem der Türme von St. Petri auf einem Strohwagen und blieb ganz, und bald danach brannte der Turm ab. Als der Turm in sowjetischer Zeit neu gebaut wurde, wiederholte man das Ritual, und diesmal zersprang das Glas. Es ist eine Legende, aber in Riga erzählt man sie gern beim Blick nach oben.

Tipps für deinen Besuch

  • Fahr an einem klaren Tag hinauf. Am späten Nachmittag liegt schönes Licht auf Altstadt und Fluss, und im Sommer vermeidest du früh oder spät Wartezeiten am Aufzug.
  • Für ein Foto des ganzen Turms geh auf den kleinen Platz hinter der Kirche bei der Johanniskirche oder schau vom Daugava-Ufer herüber.
  • Verbinde den Besuch mit einem gemütlichen Bummel durch die Gassen zwischen Kirche, Rathausplatz und Dom, wo die meisten Sehenswürdigkeiten der Altstadt dicht beieinanderliegen.

In der Nähe

  • Bremer Stadtmusikanten: Esel, Hund, Katze und Hahn aus Bronze neben der Kirche, ein Geschenk der Partnerstadt Bremen; Besucher reiben den Tieren die Nasen für Glück.
  • Johanniskirche: die gotische Kirche direkt hinter St. Petri mit ihrem Backstein-Stufengiebel.
  • Schwarzhäupterhaus und Rathausplatz: das wiederaufgebaute Gildehaus mit seinem prächtigen Giebel, ein paar Gehminuten entfernt.
  • Rigaer Dom: die lutherische Kathedrale am Domplatz, wenige Gehminuten nördlich durch die Altstadt.

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