
Das Stift St. Peter ist ein Benediktinerkloster, das sich in der Salzburger Altstadt an die Felswände des Mönchsbergs schmiegt. Der heilige Rupert gründete es 696, und es gilt als ältestes Kloster im deutschen Sprachraum mit ununterbrochener Geschichte; noch heute leben und beten hier Mönche. Besucher kommen wegen dreier Dinge: einer romanischen Kirche im Rokokogewand, eines Friedhofs mit schmiedeeisernen Gräbern unter der Felswand und der sogenannten Katakomben im Fels.
Stift St. Peter auf einen Blick
- Wo: St.-Peter-Bezirk in der Altstadt, zwischen dem Salzburger Dom und dem Fuß des Mönchsbergs.
- Gegründet: 696; die heutige Kirche wurde ab etwa 1130 gebaut und 1147 geweiht.
- Von: gegründet vom heiligen Rupert; die Rokoko-Ausstattung der Kirche entstand 1760 bis 1782 unter Abt Beda Seeauer.
- Heute: eine lebendige Erzabtei der Benediktiner, mit Kirche, Friedhof und Katakomben, die Besuchern offenstehen.
- Zeitbedarf: 45 Minuten bis eine Stunde für Kirche, Friedhof und Katakomben.
Dreizehn Jahrhunderte Mönche
Der heilige Rupert, ein Bischof aus Worms, gründete das Kloster 696 an der Stelle einer älteren Kirche aus spätrömischer Zeit, um das Christentum in den Ostalpen zu verbreiten. Fast drei Jahrhunderte lang war der Abt zugleich Erzbischof von Salzburg, bis die Ämter 987 getrennt wurden. Im Mittelalter war St. Peter für seine Schule bekannt und schickte Mönche aus, um andere Klöster zu gründen. Als Erzbischof Paris Lodron 1623 die Salzburger Benediktineruniversität gründete, war das Stift eng mit ihr verbunden, bis sie 1810 aufgelöst wurde.
Die heutige Kirche wurde um 1130 begonnen und behielt ihre romanische Form, wurde aber im 18. Jahrhundert innen prächtig im Rokokostil ausgestattet; der Turm erhielt 1756 seine Zwiebelhaube. 1927 wurde das Kloster zur Erzabtei erhoben. Nach dem Anschluss Österreichs 1938 beschlagnahmten die Nationalsozialisten die Gebäude und vertrieben die meisten Mönche, doch die Gemeinschaft wurde nie aufgelöst und kehrte nach dem Krieg zurück.
Worauf du achten solltest
- Das Kircheninnere: weißer und pastellfarbener Stuck, Vergoldungen und große Gemälde über einem romanischen Bau; das Hochaltarbild stammt von Martin Johann Schmidt.
- Berühmte Gräber: Der Komponist Michael Haydn, Joseph Haydns jüngerer Bruder, und Mozarts Schwester Maria Anna, genannt Nannerl, sind beide in St. Peter begraben.
- Der Friedhof: einer der ältesten Salzburgs, mit schmiedeeisernen Grabkreuzen und Familiengrüften in Arkaden am Fuß der Felswand.
- Die Katakomben: in das Konglomeratgestein des Mönchsbergs gehauene Räume und Kapellen, über Stufen vom Friedhof aus erreichbar, mit Kapellen, die in den 1170er-Jahren geweiht wurden.
- Das romanische Portal: Schau dir den Eingang der Kirche an, wo unter dem späteren Schmuck das ältere mittelalterliche Mauerwerk erhalten ist.
Mozarts Messe und Europas ältestes Restaurant?
Mozarts Große Messe in c-Moll wurde vermutlich im Oktober 1783 in der Stiftskirche St. Peter erstmals aufgeführt, mit seiner Frau Constanze in einer der Sopranpartien, obwohl das Werk nie vollendet wurde. Nebenan beansprucht das Stiftsrestaurant, das St. Peter Stiftskulinarium, das älteste Restaurant Mitteleuropas zu sein, gestützt auf eine Urkunde aus dem Jahr 803, die es erwähnt. Ob es wirklich das älteste ist oder nicht: Ein Essen in seinen gewölbten Räumen ist ein schöner Abschluss des Besuchs.
Tipps für deinen Besuch
- Komm früh am Morgen oder am späten Nachmittag, wenn der Friedhof ruhig ist und das tiefe Licht über die Felswand fällt.
- Der Friedhof wird noch genutzt: Geh leise, bleib auf den Wegen und setz dich nicht auf Gräber.
- Steig zu den Katakomben hinauf, um von oben auf den Friedhof und die Dächer des Stifts zu blicken.
In der Nähe
- Salzburger Dom: der große Barockdom, in dem Mozart getauft wurde, ein paar Gehminuten entfernt.
- Festung Hohensalzburg: die mittelalterliche Festung über der Altstadt; die Talstation der Festungsbahn liegt gleich hinter dem Friedhof.
- Mozarts Geburtshaus: das gelbe Haus in der Getreidegasse, in dem Mozart 1756 geboren wurde, etwa zehn Gehminuten entfernt.
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