
Der Pont Charles de Gaulle ist Dinants Hauptbrücke über die Maas und führt direkt auf die Stiftskirche mit ihrem Zwiebelturm und die Zitadelle auf dem Felsen darüber zu. Benannt ist sie nach Charles de Gaulle, der hier am 15. August 1914 als junger französischer Leutnant verwundet wurde. Heute kennt man sie vor allem wegen der riesigen bemalten Saxofone am Geländer – ein Gruß an Adolphe Sax, den Erfinder des Saxofons, der in Dinant geboren wurde.
Pont Charles de Gaulle auf einen Blick
- Wo: über die Maas im Zentrum von Dinant, zwischen der Bahnhofsseite am linken Ufer und der Stiftskirche mit der Altstadt am rechten Ufer.
- Benannt nach: Charles de Gaulle, dem späteren Anführer des Freien Frankreichs und Präsidenten der Französischen Republik, der hier im Ersten Weltkrieg kämpfte.
- Was sie heute ist: eine belebte Straßen- und Fußgängerbrücke mit großen Saxofon-Skulpturen, jede für ein anderes Land bemalt.
- Zeitbedarf: 15–20 Minuten, um gemütlich hinüberzugehen, die Saxofone anzusehen und die Uferfront zu fotografieren.
Ein Kampf um die Brücke 1914
Im August 1914 marschierte die deutsche Armee in Belgien ein, und französische Truppen rückten vor, um die Maasübergänge bei Dinant zu verteidigen. Am 15. August griffen deutsche Einheiten an. Leutnant Charles de Gaulle vom französischen 33. Infanterieregiment führte seinen Zug zum Gegenangriff auf die Brücke und wurde nur wenige Meter vor ihrem Zugang am Bein getroffen. Er schleppte sich in ein nahes Haus und wurde im Verbandsplatz im Schloss von Bouvignes versorgt, bevor man ihn evakuierte.
Eine Woche später erlebte Dinant eines der schlimmsten Verbrechen des deutschen Einmarschs. Am 23. August 1914 erschossen deutsche Soldaten, überzeugt, dass Zivilisten auf sie feuerten, rund 674 Männer, Frauen und Kinder und brannten einen Großteil der Stadt nieder. Erst 2001 entschuldigte sich Deutschland offiziell. Brücke, Ufer und Gedenkstätten der Stadt gehören zur Geschichte dieses Sommers, die Dinants Erinnerung an den Krieg prägt.
Worauf du achten solltest
- Die Saxofone: hohe, bunt bemalte Skulpturen auf beiden Seiten der Brücke, jede vor einer Nationalflagge und in eigenem Stil gestaltet.
- Die Statue von Charles de Gaulle am Brückenkopf, die an den hier 1914 verwundeten Leutnant erinnert.
- Der Blick flussauf und flussab: das Maastal mit seinen steilen Kalkfelsen, ein klassisches Bild der belgischen Ardennen.
- Die Stiftskirche Notre-Dame direkt vor dir, ihr Zwiebelturm vor der Felswand.
- Die Zitadelle oben auf dem Felsen über der Kirche, mit der Seilbahn, die zu ihr hinaufführt.
Adolphe Sax und sein Instrument
Adolphe Sax wurde 1814 in Dinant als Sohn eines Instrumentenbauers geboren. Er zog nach Paris und ließ 1846 das Saxofon patentieren, das seinen Namen weltweit bekannt machte. Dinant feiert ihn überall: mit den Saxofonen auf der Brücke, einer lebensgroßen Statue von Sax auf einer Bank in der nach ihm benannten Straße und mit La Maison de Monsieur Sax, einem kleinen kostenlosen Besucherzentrum beim Haus, in dem er geboren wurde.
Tipps für deinen Besuch
- Geh zu Fuß statt mit dem Auto hinüber: Auf dem Gehweg hast du Zeit für jedes Saxofon und die Flaggen.
- Für das klassische Foto von Kirche und Zitadelle stellst du dich am linken Ufer an den Brückenanfang.
- Morgens oder am späten Nachmittag ist das Licht am besten für Fotos von Felsen und Uferfront, die sich im Fluss spiegeln.
- Über die Brücke rollt Verkehr – bleib beim Fotografieren auf dem Gehweg.
In der Nähe
- Collégiale Notre-Dame: die gotische Kirche mit Zwiebelturm und einem der größten Glasfenster Europas, gleich auf der anderen Seite der Brücke.
- Zitadelle von Dinant: per Seilbahn oder über eine Treppe mit 408 Stufen erreichbar, mit weitem Blick über Stadt und Tal.
- La Maison de Monsieur Sax: wenige Schritte entfernt, mit dem bronzenen Adolphe Sax auf seiner Bank in der Nähe.
- Rocher Bayard: eine hohe Felsnadel an der Straße südlich des Zentrums, verbunden mit der Sage vom Ross Bayard.
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Fakten geprüft im Oktober 2026.
