Amsterdam, eine Stadt, die für ihre ikonischen Grachtenhäuser bekannt ist, bietet mit Einrichtungen wie dem Museum Van Loon in Amsterdam einen einzigartigen Einblick in das Leben ihrer wohlhabenden Vergangenheit. Das Museum Van Loon ist kein typisches Museum, sondern ein sorgfältig erhaltenes Zeugnis des Reichtums und des Einflusses einer prominenten holländischen Familie, das den Besuchern einen direkten Einblick in die opulente Welt des Goldenen Zeitalters der Niederlande und darüber hinaus bietet.

Die Ursprünge eines Grand Canal House
Das beeindruckende Gebäude, das heute das Museum Van Loon in Amsterdam beherbergt, liegt an der prestigeträchtigen Keizersgracht (Kaiserkanal), einer der drei Hauptkanäle Amsterdams, die den berühmten Grachtengürtel der Stadt bilden, der zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Dieses Gebiet wurde im 17. Jahrhundert erschlossen, einer Zeit beispiellosen Wohlstands für die Niederlande, die vom Handel und der Seemacht angetrieben wurde.
Das Haus an der Keizersgracht 672 wurde von dem bekannten niederländischen Architekten Adriaan Dortsman (ca. 1635-1682) entworfen, der für seinen klassizistischen Stil und andere bedeutende Werke in Amsterdam, wie die Ronde Lutherse Kerk, bekannt ist. Das Haus wurde 1672 für Jeremias van Raey, einen flämischen Kaufmann, gebaut. Interessanterweise war der erste Bewohner dieses prächtigen Hauses nicht van Raey selbst, sondern der berühmte Maler Ferdinand Bol (1616-1680), ein hervorragender Schüler Rembrandts, der das Anwesen mietete.
Das Haus und sein baugleicher Zwilling nebenan (Keizersgracht 674) sollten Reichtum und Status demonstrieren. Es besitzt eine prächtige Fassade, die von vier Skulpturen gekrönt wird, die Ceres (Landwirtschaft), Mars (Krieg), Minerva (Gerechtigkeit) und Vulkan (Feuer) darstellen - als Symbol für die Quellen des Wohlstands des ursprünglichen Besitzers. Während das Äußere seine Pracht aus dem 17. Jahrhundert bewahrt hat, wurde das Innere im Laufe der Zeit renoviert, insbesondere im späten 18. Jahrhundert durch die Familie Van Hagen, die den eleganten Louis XV-Stil einführte, der das heutige Erscheinungsbild des Museums weitgehend bestimmt.

Die Familie Van Loon und die Gründung des Museums
Das Museum hat seinen Namen von der Familie Van Loon, einer prominenten Regentenfamilie mit einer langen und bedeutenden Geschichte in Amsterdam, die über vierhundert Jahre zurückreicht. Mitglieder der Familie Van Loon hatten wichtige Positionen in der Stadtregierung inne und spielten eine entscheidende Rolle im niederländischen Handel, wobei Willem van Loon Mitbegründer der Niederländische Ostindien-Kompanie (VOC) im Jahr 1602.
1884 wurde das Grachtenhaus an der Keizersgracht 672 von der Familie Van Loon als Hochzeitsgeschenk für Willem Hendrik van Loon und Thora van Loon-Egidius erworben. Die Familie bewohnte das Haus jahrzehntelang und füllte es mit ihrer umfangreichen Sammlung von Porträts, Möbeln, Silberwaren, Porzellan und anderen dekorativen Kunstgegenständen, die sie in fünf Jahrhunderten angesammelt hatte.
In einem bemerkenswerten Akt der Bewahrung und des öffentlichen Austauschs gründete Professor Maurits van Loon (1923-2006) die Van Loon-Stiftung und öffnete das Haus 1973 als Museum für die Öffentlichkeit. Die Familie bewohnt noch immer die oberen Stockwerke (die ehemaligen Dienstbotenwohnungen) und hält so eine lebendige Verbindung zu dem historischen Anwesen aufrecht.

Was man im Museum Van Loon in Amsterdam erleben kann
Ein Besuch im Museum Van Loon in Amsterdam bietet ein intimes und eindringliches Erlebnis. Im Gegensatz zu vielen traditionellen Museen mit Seilen und Absperrungen werden die Besucher ermutigt, frei durch die exquisit erhaltenen Räume zu wandern und in eine vergangene Epoche einzutauchen.
Zu den Höhepunkten gehören:
- Opulente historische Räume: Entdecken Sie die große Eingangshalle, den Blauen Salon, den Speisesaal (der immer noch für besondere Anlässe genutzt wird) und die Schlafzimmer, die alle mit Originalmöbeln ausgestattet und im Stil des 18.
- Umfangreiche Familiensammlung: Entdecken Sie eine Vielzahl von Familienporträts, die den Stammbaum der Van Loons durch die Jahrhunderte hindurch nachzeichnen, zusammen mit erlesenen Möbeln, kunstvollem Tafelsilber und empfindlichem Porzellan, das Einblicke in ihren Geschmack und ihr Leben gewährt.
- Die Küche und die Dienstbotenquartiere: Ein Besuch in der Küche im Untergeschoss mit ihren funkelnden Kupferpfannen bietet einen faszinierenden Einblick in das tägliche Leben, und man erfährt etwas über die verborgenen Gänge, die von den Dienstboten benutzt wurden.
- Der Garten und das Kutschenhaus: Eine Besonderheit des Museum Van Loon ist der große, formale Garten im Stil des 17. Jahrhunderts, eine ruhige Oase im Stadtzentrum. Jahrhunderts, eine ruhige Oase im Stadtzentrum. Am anderen Ende des Gartens steht das ursprüngliche Kutschenhaus, in dem einst die Kutschen der Familie untergebracht waren und das heute verschiedene Arrangements dieser historischen Fahrzeuge oder Ausstellungen zeitgenössischer Kunst beherbergt. Dieser einheitliche Komplex aus Haus, Garten und Kutschenhaus ist für Amsterdamer Grachtenhäuser selten.
Das Museum Van Loon in Amsterdam ist ein lebendiges Zeugnis der reichen Vergangenheit der Stadt. Es ermöglicht den Besuchern, sich direkt mit der greifbaren Geschichte einer prominenten Familie auseinanderzusetzen und die architektonische Pracht des Goldenen Zeitalters zu bewundern. Das 1973 eröffnete Museum, das auf einem 1672 errichteten Fundament aufbaut, stellt sicher, dass die Geschichten und die Pracht der Amsterdamer Regenten auch weiterhin von allen geteilt und bewundert werden können.

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