Düsseldorfer Altstadt: Altbier, Radschläger und die längste Theke

Street in the Old Town (Altstadt) of Düsseldorf

Die Düsseldorfer Altstadt ist das kompakte historische Viertel am rechten Rheinufer, rund ein halber Quadratkilometer enger Gassen zwischen Fluss und Königsallee. Hier drängen sich etwa 260 Kneipen, Bars und Restaurants, deshalb nennen die Düsseldorfer sie ‘die längste Theke der Welt’. Zwischen den Brauhäusern findest du den Marktplatz mit Rathaus, den Schlossturm und das Geburtshaus von Heinrich Heine.

Die Altstadt auf einen Blick

  • Wo: zwischen Rheinufer, Heinrich-Heine-Allee und Carlsplatz, im Zentrum von Düsseldorf.
  • Gegründet: Düsseldorf erhielt 1288 nach der Schlacht von Worringen die Stadtrechte.
  • Heute: das wichtigste Ausgehviertel und historische Zentrum der Stadt, mit Altbier-Brauhäusern, Kirchen, Museen und der Rheinuferpromenade.
  • Zeitbedarf: zwei Stunden für einen Rundgang bei Tag; einen Abend, wenn du die Brauhäuser ausprobieren willst.

Vom Fischerdorf zur ‘längsten Theke’

Düsseldorf begann als kleine Siedlung dort, wo die Düssel in den Rhein mündet. 1288 besiegte Graf Adolf von Berg in der Schlacht von Worringen den Kölner Erzbischof und verlieh dem Dorf die Stadtrechte, ein Datum, das die Stadt bis heute feiert. Die Grafen und späteren Herzöge von Berg machten den Ort zu ihrer Residenz. Unter Kurfürst Johann Wilhelm, genannt Jan Wellem, der von 1679 bis zu seinem Tod 1716 von Düsseldorf aus regierte, bekam die Stadt eine Gemäldesammlung, eine Oper und das Reiterstandbild, das noch heute vor dem Rathaus steht.

Schwere Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg zerstörten große Teile der Altstadt, viele Gebäude sind Rekonstruktionen. Ihr Charakter überlebte im Straßennetz und in den Brauhäusern, in denen Altbier, ein kupferfarbenes, obergäriges Bier, noch immer vor Ort gebraut wird. In den 1990er-Jahren wurde die viel befahrene Uferstraße in den Rheinufertunnel verlegt, und darüber entstand eine Promenade, die die Altstadt direkt mit dem Wasser verbindet.

Worauf du achten solltest

  • Das Jan-Wellem-Denkmal auf dem Marktplatz: ein bronzenes Reiterstandbild des Kurfürsten von Gabriel de Grupello, entstanden 1703 bis 1711 und fast acht Tonnen schwer. Im Zweiten Weltkrieg wurde es in einem Bergwerksstollen versteckt.
  • Das Alte Rathaus dahinter, erbaut 1570–1573 und im 18. Jahrhundert umgestaltet.
  • Die Basilika St. Lambertus mit ihrem schiefen, verdrehten Turm, einem Wahrzeichen der Düsseldorfer Silhouette.
  • Der Schlossturm am Burgplatz: der letzte Rest des alten Herzogsschlosses, heute mit einem Schifffahrtsmuseum.
  • Heines Geburtshaus in der Bolkerstraße 53, wo der Dichter Heinrich Heine 1797 zur Welt kam.
  • Der Radschlägerbrunnen am Burgplatz von 1954 mit radschlagenden Jungen, dem Symbol der Stadt.

Die Düsseldorfer Radschläger

Radschlagende Jungen, die Radschläger, begegnen dir überall in Düsseldorf: an Brunnen, auf Souvenirs und sogar als Türklopfer. Wie die Tradition entstand, weiß niemand genau, es gibt mehrere Legenden. Die bekannteste erzählt, dass Kinder nach dem Sieg von Worringen 1288 vor Freude auf den Straßen Rad schlugen. Eine andere berichtet, bei einem herzoglichen Hochzeitszug sei ein Rad der Kutsche gebrochen, und ein Junge habe es zusammengehalten, indem er mitrollte. Seit 1937 gibt es ein Radschlägerturnier, an dem heute jedes Jahr mehr als 500 Kinder teilnehmen.

Tipps für deinen Besuch

  • Bestell ein Altbier in einem Brauhaus wie Uerige, Füchschen, Zum Schlüssel oder Kürzer. Der Kellner, der Köbes, bringt unaufgefordert ein neues kleines Glas, sobald deins leer ist; leg deinen Bierdeckel auf das Glas, wenn du genug hast.
  • Komm zuerst bei Tageslicht, um die Gebäude zu sehen, und dann noch einmal abends, wenn sich die Gassen rund um die Bolkerstraße füllen.
  • Geh bei Sonnenuntergang zur Rheinuferpromenade: Die Treppe am Burgplatz ist ein beliebter Ort, um zu sitzen und auf den Fluss zu schauen.
  • An Wochenendabenden ist die Altstadt sehr voll; für ein ruhigeres Bier such dir ein Brauhaus am Rand des Viertels.

In der Nähe

  • Carlsplatz: der tägliche Lebensmittelmarkt am Südrand der Altstadt, gut für ein Mittagessen.
  • Königsallee: der elegante Einkaufsboulevard am Kanal, wenige Gehminuten östlich.
  • Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen (K20): die Landeskunstsammlung am Grabbeplatz mit bedeutenden Werken des 20. Jahrhunderts.

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