Der Sachsenturm in Oxford: Ein tausend Jahre altes Zeugnis der Geschichte

Im geschäftigen Herzen von Oxford, einer Stadt, die für ihre gelehrten Türme und mittelalterlichen Colleges berühmt ist, steht ein Gebäude, das älter ist als alle anderen. Das Sächsischer Turm in Oxfordein unscheinbares, aber äußerst wichtiges Gebäude in der Cornmarket Street, ist das älteste noch erhaltene Gebäude der Stadt und ein bemerkenswertes Relikt aus der angelsächsischen Zeit. Dieser tausend Jahre alte Turm, der zur Kirche St. Michael an der Northgate gehört, bietet eine seltene und greifbare Verbindung zu einer Zeit vor der normannischen Eroberung und dient als stummer Zeuge eines Jahrtausends britischer Geschichte, von Wikingerüberfällen bis zu den feurigen Leidenschaften der Reformation.

Sächsischer Turm in Oxford
Sächsischer Turm in Oxford

Eine Bastion des angelsächsischen Zeitalters

Der Name des Turms und sein Standort sind ein Schlüssel zum Verständnis seiner Ursprünge. Er wurde um 1040 n. Chr. erbaut, zu einer Zeit, als Oxford eine befestigte Stadt war (Burst) und die Stadtmauer war ihre wichtigste Verteidigungsanlage. Der Turm war strategisch günstig neben dem Nordtor platziert, einem wichtigen Zugang zur Stadt, und diente sowohl als Aussichtspunkt als auch als beeindruckender Teil der Stadtbefestigung. Seine robuste und einfache Konstruktion ist ein Markenzeichen der sächsischen Architektur, gekennzeichnet durch die charakteristischen "langen und kurzen" Ecksteine, die für Stabilität sorgen, und seine doppelbogigen Glockenturmfenster, die durch eine einfache Mittelsäule geteilt werden.

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Während der Rest der Kirche St. Michael at the Northgate im Laufe der Jahrhunderte umgebaut und verändert wurde - ihr Hauptteil ist eine Mischung aus späteren mittelalterlichen Stilen -, ist der Turm ein unverfälschtes Beispiel für die Architektur vor der Eroberung. Ihr Fortbestehen ist ein Zeugnis für die Kunstfertigkeit ihrer Erbauer, die ein so solides Bauwerk schufen, dass es dem Zahn der Zeit, den Kriegen und dem unaufhörlichen Fortschritt standgehalten hat. Heute ist sie ein einzigartiges und unschätzbares Beispiel für die Architektur der angelsächsischen Zeit, von der nur noch wenige Beispiele erhalten sind.

Sächsischer Turm in Oxford
Sächsischer Turm in Oxford

Die Tür der Märtyrer und ein erschreckendes Vermächtnis

Die vielleicht ergreifendste und wirkungsvollste Geschichte, die mit dem Saxon-Tower-in-oxford verbunden ist, ist seine Verbindung zu den Oxford Martyrs. Auf der schmalen Wendeltreppe, die zur Spitze des Turms führt, finden Besucher eine schwere, eisenbeschlagene Holztür. Dabei handelt es sich um die authentische Tür des ehemaligen Bocardo-Gefängnisses, das einst über dem Nordtor stand. Sie ist als "Tür der Märtyrer" bekannt, weil es die Tür ist, durch die Erzbischof Thomas Cranmer und die Bischöfe Hugh Latimer und Nicholas Ridley in den Tod geführt wurden.

Diese drei Männer waren prominente protestantische Reformatoren, die während der Herrschaft der katholischen Königin Maria I. in den 1550er Jahren inhaftiert wurden. Nachdem sie sich geweigert hatten, ihren Glauben zu widerrufen, wurden sie aus ihrer Zelle geholt und durch diese Tür geführt, um auf dem Scheiterhaufen in der nahe gelegenen Broad Street verbrannt zu werden. Ihr Märtyrertod ist ein Schlüsselereignis der englischen Reformation und eine erschreckende Erinnerung an die religiösen Unruhen jener Zeit. Das Vorhandensein der Tür im Inneren des Turms stellt eine greifbare und ernüchternde Verbindung zu diesem tragischen Kapitel der Geschichte her und macht den Aufstieg zu einem sowohl historischen als auch tief bewegenden Erlebnis.

Sächsischer Turm in Oxford
Sächsischer Turm in Oxford

Ein Aufstieg zu einer atemberaubenden Aussicht

Heute ist die Sächsischer Turm in Oxford ist ein beliebtes Ziel für Touristen, die sich nicht nur von seiner historischen Bedeutung angezogen fühlen, sondern auch von der atemberaubenden Aussicht, die er bietet. Gegen ein geringes Eintrittsgeld können Besucher die Wendeltreppe nach oben steigen und kommen dabei an der alten Gefängnistür vorbei. Der Aufstieg ist eine Reise durch die Geschichte und gipfelt in einem spektakulären Panoramablick. Von oben kann man das gesamte Stadtbild überblicken, eine atemberaubende Landschaft aus Türmen, Vierecken und Dächern, die die "Stadt der träumenden Türme" verkörpert.

Der Saxon Tower ist mit seiner schlichten und doch kraftvollen Präsenz ein Eckpfeiler der Geschichte Oxfords. Er erinnert daran, dass selbst in einer Stadt der akademischen Giganten und architektonischen Meisterwerke einige der tiefgründigsten Geschichten in den ältesten und unscheinbarsten Mauern zu finden sind. Der Sachsenturm in Oxford ist nicht nur ein Denkmal, sondern auch ein lebendiges Zeugnis von tausend Jahren Glauben, Konflikt und Ausdauer.

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