Die Königliche Bibliothek wurde 1648 von König Frederik III. gegründet, der eine umfassende Sammlung europäischer Werke zum Nutzen seines Hofes und Landes anstrebte. Von Anfang an sollte die Bibliothek als universeller Wissensspeicher dienen, und gegen Ende des 18. Jahrhunderts war sie eine der hervorragendsten Bibliotheken Europas geworden.
Ein entscheidender Moment in seiner Geschichte war 1793, als es der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, ein fortschrittlicher Schritt, der die Ideale der Aufklärung widerspiegelte. Im Laufe der Jahrhunderte wuchs die Sammlung der Bibliothek exponentiell durch ein gesetzliches Depositengesetz, das vorschreibt, dass ein Exemplar jedes in Dänemark seit dem 17. Diese Politik hat zu einer fast vollständigen Sammlung aller dänischen Druckwerke geführt, die bis zum ersten dänischen Buch von 1482 zurückreicht.
Im Jahr 1989 fusionierte die Bibliothek mit der renommierten Universitätsbibliothek Kopenhagen und festigte damit ihre Rolle als wichtigste Forschungsbibliothek des Landes. Heute ist sie an mehreren Standorten tätig, doch ihr Hauptsitz auf der Insel Slotsholmen im Zentrum Kopenhagens ist nach wie vor das Herzstück der Einrichtung.

Der Schwarze Diamant: Modernität am Wasser
Das auffälligste Merkmal der Königlichen Bibliothek ist ihr prächtiger moderner Erweiterungsbau, der so genannte Schwarze Diamant (Den Sorte Diamant). Das 1999 fertiggestellte und von den dänischen Architekten Schmidt Hammer Lassen entworfene Gebäude ist ein beeindruckendes Beispiel für zeitgenössische Architektur. Seinen Spitznamen verdankt es seiner Verkleidung aus poliertem schwarzem Granit aus Simbabwe und seinen unregelmäßigen, facettierten Winkeln, in denen sich das Licht und das Wasser des Kopenhagener Hafens spiegeln.
Der Schwarze Diamant ist sowohl ein Kulturzentrum als auch eine Bibliothek. Sein Design verbindet auf geniale Weise die Stadt mit dem Meer durch ein großes verglastes Atrium, das das Gebäude in zwei Teile teilt. Dieser zentrale, lichtdurchflutete Raum dient als öffentlicher Platz und beherbergt ein Café, eine Buchhandlung, Ausstellungsräume und einen Konzertsaal, die so genannte Queen's Hall, in der eine Vielzahl von literarischen Veranstaltungen, Konzerten und Aufführungen stattfinden. Ein spektakulärer Skywalk mit einem großen, abgehängten Wandbild des Künstlers Per Kirkeby verbindet das neue Gebäude mit dem alten und symbolisiert die Verschmelzung von Vergangenheit und Gegenwart.
Der Schwarze Diamant in der Königlichen Bibliothek hat maßgeblich zur Wiederbelebung des Kopenhagener Hafenviertels beigetragen. Er brach mit der traditionellen Vorstellung von einer Bibliothek als geschlossener, elitärer Einrichtung und verwandelte sie in einen offenen und zugänglichen öffentlichen Raum. Seine klaren Linien und sein demokratisches Design haben ihn zu einem wichtigen Wahrzeichen und zu einer Quelle des Stolzes der Stadt gemacht.

Schätze innerhalb der Mauern
Neben ihrer architektonischen Pracht birgt die Königliche Bibliothek einen unglaublichen Reichtum an historischen und kulturellen Schätzen. Ihre Sammlung von über 32 Millionen Objekten umfasst nicht nur Bücher und Manuskripte, sondern auch Karten, Fotografien, Musiknoten und ein umfangreiches digitales Archiv. Einige der bedeutendsten Bestände sind in das internationale UNESCO-Register "Memory of the World" aufgenommen worden, darunter die Manuskripte des Philosophen Søren Kierkegaard und des Schriftstellers Hans Christian Andersen.
Zu den weiteren unschätzbaren Beständen gehören Originaldokumente aus der Wikingerzeit, alte isländische Manuskripte und historische Karten der arktischen Regionen. Das Nationale Fotomuseum der Bibliothek und das dänische Volkskundearchiv sind ebenfalls im Schwarzen Diamanten untergebracht und tragen zum kulturellen Reichtum der Bibliothek bei. Die Ausstellungsräume der Bibliothek bieten Besuchern die einmalige Gelegenheit, einige dieser seltenen und wertvollen Artefakte aus der Nähe zu betrachten und so einen tiefen Einblick in das dänische Erbe zu gewinnen.
Das Königliche Bibliothek ist eine pulsierende, lebendige Institution, die eine Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft schlägt. Sie wird ihrer Rolle als Hüterin des nationalen Erbes gerecht und setzt gleichzeitig auf Modernität und Technologie. Für jeden, der Kopenhagen besucht, ist der Schwarze Diamant ein unverzichtbares Ausflugsziel, das eine einzigartige Mischung aus architektonischer Innovation, historischer Tiefe und kultureller Lebendigkeit bietet.

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