Florenz: der Dom, die Uffizien und 3 weitere Sehenswürdigkeiten

Santa Maria Novella in Florenz

Dieser Guide stellt fünf große Bauten des Florenz der Renaissance vor: die Dominikanerkirche Santa Maria Novella, den Dom Santa Maria del Fiore, das Kloster San Marco, die Uffizien und den Palazzo Pitti jenseits des Arno. Alle wurden von denselben Familien geprägt, allen voran den Medici, und du kannst sie auf einem einzigen Spaziergang vom Bahnhof bis ins Oltrarno verbinden.

Santa Maria del Fiore (der Dom)

Der Dom von Florenz wurde 1296 nach Plänen von Arnolfo di Cambio begonnen, doch über ein Jahrhundert lang wusste die Stadt nicht, wie sie die riesige Vierung überdachen sollte. Filippo Brunelleschi fand die Lösung: Seine Kuppel entstand zwischen 1420 und 1436 ohne das übliche hölzerne Lehrgerüst, mit zwei Schalen und Ziegeln im Fischgrätmuster. Sie ist bis heute die größte gemauerte Kuppel der Welt.

Die Marmorfassade in Weiß, Grün und Rosa ist viel jünger, als sie aussieht. Die alte Front wurde 1587 abgerissen, die heutige nach Entwurf von Emilio De Fabris erst in den 1880er-Jahren vollendet. Innen wirkt der Raum fast leer, umso stärker beeindruckt das Jüngste Gericht, das Giorgio Vasari und Federico Zuccari in die Kuppel malten.

  • Paolo Uccellos Uhr an der Innenseite der Eingangswand: ein einziger Zeiger, der 24 Stunden zählt und gegen den Uhrzeigersinn läuft.
  • Die zwei gemalten Reiterdenkmäler an der linken Seitenschiffwand für die Söldnerführer John Hawkwood und Niccolò da Tolentino.
  • Draußen der Glockenturm von Giotto und das Baptisterium, dessen Osttüren (Kopien von Ghibertis Originalen) Michelangelo angeblich Paradiespforte nannte.

Santa Maria Novella

Die große Dominikanerkirche neben dem Hauptbahnhof, der nach ihr benannt ist, entstand vor allem im 13. und 14. Jahrhundert. Ihre Fassade ist eine seltene Mischung: Den gotischen unteren Teil vollendete in der Renaissance Leon Battista Alberti, bezahlt vom Kaufmann Giovanni Rucellai, dessen Name in lateinischen Buchstaben samt der Jahreszahl 1470 über den Fries läuft.

Innen hängen einige der wichtigsten Gemälde von Florenz. Masaccios Dreifaltigkeit aus den 1420er-Jahren gehört zu den ersten Bildern mit mathematischer Perspektive, so überzeugend, dass sich die gemalte Kapelle in die Wand zu öffnen scheint. Hinter dem Hochaltar zeigen Domenico Ghirlandaios Fresken in der Cappella Tornabuoni Florentiner der 1480er-Jahre in ihren besten Kleidern als Zeugen biblischer Szenen.

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  • Die eingelegten Segel an Albertis Fassade, das Wappenzeichen der Familie Rucellai.
  • Die astronomischen Instrumente, die der Dominikaner Egnazio Danti in den 1570er-Jahren an der Fassade anbrachte: eine Armillarsphäre und eine Sonnenuhr.
  • Giottos gemaltes Kruzifix, das mitten im Langhaus hängt.

San Marco

Nördlich des Doms baute Michelozzo ab 1437 das Kloster San Marco für die Dominikaner neu, finanziert von Cosimo de’ Medici. Die Bibliothek, ebenfalls von Michelozzo, stand Gelehrten offen und gilt oft als eine der ersten öffentlichen Bibliotheken der Renaissance. Heute ist das Kloster das Museo di San Marco.

Hineingehen solltest du wegen Fra Angelico, einem Mönch dieses Klosters, der fast jede Zelle mit einem Fresko ausmalte, das den Brüdern beim Beten helfen sollte. Oben an der Treppe zum Dormitorium empfängt dich seine Verkündigung, eines der bekanntesten Bilder der Frührenaissance. Später war Girolamo Savonarola Prior des Klosters, der Prediger, der Florenz in den 1490er-Jahren beherrschte und 1498 auf der Piazza della Signoria verbrannt wurde.

  • Die kleinen, schlichten Zellen des Dormitoriums, jede mit eigenem Fresko.
  • Die Zellen Savonarolas, in denen Gegenstände aufbewahrt werden, die mit ihm verbunden sind.
  • Michelozzos lange, helle Bibliothek mit ihren Säulenreihen.

Die Uffizien

Die Uffizien baute Giorgio Vasari ab 1560 für Herzog Cosimo I. de’ Medici als Amtsräume der städtischen Behörden, daher der Name (uffizi heißt Büros). Der lange, U-förmige Bau reicht von der Piazza della Signoria bis zum Fluss, und 1565 fügte Vasari den Vasarikorridor hinzu, einen privaten Gang, der über den Ponte Vecchio zum Palazzo Pitti führt.

In den oberen Stockwerken wuchsen zwei Jahrhunderte lang die Sammlungen der Medici. 1737 vermachte Anna Maria Luisa de’ Medici, die Letzte der Familie, sie dem Staat Toskana unter der Bedingung, dass sie Florenz nie verlassen. Deshalb siehst du hier bis heute Botticellis Geburt der Venus und Primavera, Leonardos Verkündigung und Werke von Michelangelo, Raffael und Caravaggio. Draußen stehen in den Nischen des Hofs Statuen berühmter Toskaner aus dem 19. Jahrhundert, etwa Dante, Galilei und Machiavelli.

Der Palazzo Pitti

Der Palazzo Pitti jenseits des Arno wurde in den 1450er-Jahren für den Bankier Luca Pitti begonnen; der Entwurf wird oft Brunelleschi zugeschrieben, was aber unsicher ist. 1549 kaufte ihn Eleonora von Toledo, die Frau Cosimos I., und er wurde zur Hauptresidenz der Medici, später der lothringischen Großherzöge und, als Florenz Hauptstadt Italiens war, der Könige aus dem Haus Savoyen.

Heute beherbergt er mehrere Museen, darunter die Galleria Palatina mit Gemälden von Raffael und Tizian, die königlichen Gemächer und eine Galerie moderner Kunst. Dahinter steigen die Boboli-Gärten an, für die Medici mit Grotten, Brunnen und Statuen angelegt. Vor der rauen Steinfassade liegt ein abfallender Platz, auf dem man vor oder nach dem Besuch gut sitzen kann.

So siehst du sie auf einem Spaziergang

Beginne bei Santa Maria Novella am Bahnhof, geh dann nach San Marco und über die Via Ricasoli oder Via Cavour hinunter zum Dom. Vom Dom folgst du der Via dei Calzaiuoli zur Piazza della Signoria und zu den Uffizien, überquerst den Ponte Vecchio und endest am Palazzo Pitti mit den Boboli-Gärten. Jeder dieser Orte verdient einen langen Besuch, deshalb wählen die meisten zwei für innen aus und sehen die anderen von außen.

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