Nürnberg vom Bahnhof aus: Dürer-Haus, St. Lorenz und 3 weitere Orte

Das Albrecht-Dürer-Haus in Nürnberg

Die meisten Besucher kommen am Hauptbahnhof an und betreten die Altstadt von Süden. Dieser Guide folgt genau diesem Weg: vom Opernhaus vor den Mauern durch den Handwerkerhof am Königstor, vorbei an St. Lorenz und dem Tugendbrunnen, zum umstrittenen Ehekarussell und schließlich hinauf zum Albrecht-Dürer-Haus unterhalb der Burg. Zusammen zeigen sie fünf Seiten der Stadt: Theater, Handwerk, gotische Kunst, moderne Skulptur und ihren berühmtesten Maler.

Das Opernhaus

Das Nürnberger Opernhaus steht am Frauentorgraben, direkt vor der Altstadtmauer. Es wurde 1901 bis 1905 nach Plänen des Berliner Theaterarchitekten Heinrich Seeling gebaut und am 1. September 1905 eröffnet; seine Fassaden mischen Neorenaissance und Neobarock mit Anklängen an den Jugendstil. 1935 ließ man den Innenraum von Paul Schultze-Naumburg in aller Eile umgestalten und den Jugendstilschmuck entfernen, weil Hitler den Reichsparteitag jenes Jahres mit einer Wagner-Oper eröffnen wollte. 1945 beschädigt, wurde das Haus nach dem Krieg wieder aufgebaut; heute spielt hier das Staatstheater Nürnberg. Eine langjährige Generalsanierung ist seit Jahren geplant, als Ausweichspielstätte wurde die Kongresshalle auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände bestimmt, also schau vor dem Besuch nach, was gerade läuft.

  • Schau dir von außen den Stilmix der Fassaden an und vergleiche ihn mit der Stadtmauer jenseits des Grabens: Das Opernhaus entstand direkt vor der mittelalterlichen Befestigung.

Der Handwerkerhof

Gleich hinter dem Königstor, im ummauerten Hof der alten Frauentor-Befestigung, liegt der Handwerkerhof. Er wurde am 1. April 1971 eröffnet, im Jahr von Albrecht Dürers 500. Geburtstag, mit neuen Fachwerkhäusern im ehemaligen Waffenhof der letzten Stadtbefestigung. Er ist ganz klar für Besucher gemacht, aber ein angenehmer erster Halt, wenn du vom Bahnhof kommst: kleine Werkstätten, in denen du Lebküchnern, Töpfern und Goldschmieden bei der Arbeit zuschauen kannst, und Stände mit Nürnberger Rostbratwürsten, fränkischem Bier und Wein sowie Holz- und Blechspielzeug.

  • Die Umgebung: Schau hinauf zur mächtigen Stadtmauer und zu den Türmen von Frauentor und Königstor rund um den Hof, Teil der spätmittelalterlichen Befestigung, die noch heute den größten Teil der Altstadt umschließt.

St. Lorenz

St. Lorenz ist die große gotische Kirche der südlichen Altstadt, der Lorenzer Seite der Pegnitz. Der Bau der dreischiffigen Basilika begann um 1250 und war um 1390 weitgehend fertig. Zwischen 1439 und 1477 fügte die Stadt den hohen Hallenchor an, der das Ostende so hell macht, und die beiden Türme ragen rund 81 Meter auf. Luftangriffe 1943 und 1945 und der Endkampf um die Stadt im April 1945 beschädigten Dach und Gewölbe schwer; 1949 begann der Wiederaufbau, und am Laurentiustag 1952 wurde der erste Gottesdienst in der wiederhergestellten Kirche gefeiert.

Auf dem Platz vor der Kirche steht der Tugendbrunnen, ein Bronzebrunnen mit allegorischen Figuren der Tugenden, den Benedikt Wurzelbauer zwischen 1585 und 1589 gestaltete und goss. Von hier aus hast du auch den besten Blick auf die Westfassade von St. Lorenz.

Entdecke Nürnberg beim Spielen

Verwandle die Sehenswürdigkeiten in diesem Artikel in eine selbstgeführte Schnitzeljagd, die du auf deinem Smartphone spielst.

11 € für eine Person, 5 € pro Person für Gruppen ab vier Personen.

Das Abenteuer in Nürnberg ansehen →
  • Der Englische Gruß im Chor, eine geschnitzte Verkündigung, die der Patrizier Anton Tucher 1517/1518 bei Veit Stoß in Auftrag gab.
  • Das Sakramentshaus von Adam Kraft, zwischen 1493 und 1496 entstanden, ein steinerner Turm aus gotischem Maßwerk, der zum Gewölbe hinaufwächst.
  • Die beiden rund 81 Meter hohen Westtürme, am besten vom Platz beim Tugendbrunnen aus zu sehen, und der Gegensatz zwischen dem älteren Basilika-Langhaus und dem helleren Hallenchor.

Das Ehekarussell

Vor dem Weißen Turm steht der Brunnen, der offiziell Hans-Sachs-Brunnen heißt, aber von allen Ehekarussell genannt wird. Die Stadt beauftragte den Braunschweiger Bildhauer Jürgen Weber, der ihn zwischen 1977 und 1981 entwarf; aufgestellt wurde er 1984. Sechs überlebensgroße Bronzegruppen zeigen die Stationen der Ehe, von der leidenschaftlichen ersten Liebe über den Streit bis zum Tod, nach dem Gedicht „Das bittersüße eh’lich’ Leben“ des Nürnberger Dichters Hans Sachs, der auf einem Sockel über ihnen sitzt. Viele Nürnberger fanden die Figuren bei der Enthüllung derb, und die Kostenüberschreitung heizte den Streit noch an.

  • Geh einmal ganz herum: Die Szenen ergeben nur in ihrer Reihenfolge einen Sinn, und die Details, vom jungen Liebespaar bis zum Lebensende des Paares, wollen aus der Nähe betrachtet werden.

Das Albrecht-Dürer-Haus

Das Eckhaus am Tiergärtnertorplatz, direkt unterhalb der Burg, entstand um 1420; Balken daraus wurden auf 1418 datiert. Albrecht Dürer kaufte es 1509 und lebte und arbeitete hier bis zu seinem Tod 1528. Die Stadt erwarb das Haus 1826, seit 1871 ist es ein Museum. Im Zweiten Weltkrieg wurde es schwer beschädigt, überstand den Krieg aber weit besser als der größte Teil der Altstadt und war schon 1949 wieder für Besucher geöffnet.

Drinnen zeigt das Haus, wie ein erfolgreicher Künstler um 1500 lebte und arbeitete. Kostümführungen mit „Agnes Dürer“, der Frau des Malers, erzählen vom Alltag im Haushalt, außerdem gibt es einen Audioguide.

  • Die Werkstatt im zweiten Obergeschoss, möglicherweise Dürers eigene, mit Werkzeugen und Materialien für Zeichnung, Kupferstich und Holzschnitt, dazu der funktionierende Nachbau einer Druckerpresse nach einer Zeichnung Dürers.
  • Die weitgehend originale Küche im ersten Obergeschoss und draußen der Tiergärtnertorplatz vor dem Haus, hinter dem die Burgmauern aufsteigen.

So siehst du sie auf einem Spaziergang

Beginne am Opernhaus und betritt die Altstadt durch das Königstor, gleich dahinter liegt der Handwerkerhof. Folge der Hauptstraße nach Norden zu St. Lorenz und zum Tugendbrunnen und biege dann nach Westen zum Weißen Turm und zum Ehekarussell ab. Von dort überquerst du die Pegnitz und gehst durch die nördliche Altstadt bergauf zum Albrecht-Dürer-Haus am Fuß der Burg.

Nürnberg mit World City Trail entdecken

Unsere Schnitzeljagd in Nürnberg macht die Altstadt zu einem Spiel auf deinem Handy. Die Route verbindet 10 Stationen und beginnt am Opernhaus, fünf davon stehen in diesem Guide: das Opernhaus, der Handwerkerhof, St. Lorenz, das Ehekarussell und das Albrecht-Dürer-Haus. Danach führt sie über die Fleischbrücke, den Hauptmarkt, den Schönen Brunnen und St. Sebald bis zum Ziel an der Kaiserburg.

Wenn dir ein anderes Format lieber ist, gibt es in Nürnberg auch einen Stadtrundgang ohne Guide und ein Outdoor-Escape-Game.

Die Schnitzeljagd in Nürnberg spielen →

Den selbstgeführten Stadtrundgang durch Nürnberg machen →

Das Outdoor-Escape-Game in Nürnberg spielen →

Fakten geprüft im Oktober 2026.

Warenkorb
Nach oben scrollen