Lüttichs Kirchen: Saint-Jacques, die Kathedrale und 2 weitere Orte

The Church of Saint-Jacques in Liège

Rund acht Jahrhunderte lang regierten in Lüttich Fürstbischöfe, und die Kirchen, die sie und ihre Abteien hinterlassen haben, erzählen bis heute am besten die Geschichte der Stadt. Dieser Beitrag stellt drei davon vor, die Kathedrale Saint-Paul, die Kirche Saint-Jacques und die Kuppelkirche Saint-André, dazu den bronzenen Karl den Großen am Boulevard d’Avroy, den Kaiser, den Lüttich gern für sich beansprucht. Alle vier liegen nah beieinander im Zentrum und lassen sich auf einem Spaziergang verbinden.

Kathedrale Saint-Paul

Die Kathedrale von Lüttich wurde nicht als Kathedrale gebaut. Bischof Eraclius gründete 967 eine Kirche zu Ehren des heiligen Paulus und starb, bevor sie fertig war; sein Nachfolger Notker vollendete sie. Jahrhundertelang war sie eine Stiftskirche mit einem Kapitel von Kanonikern, während die Kathedrale der Fürstbischöfe die riesige Kirche Saint-Lambert auf dem gleichnamigen Platz war. Als Saint-Lambert nach der Lütticher Revolution ab 1795 abgerissen wurde, übernahm Saint-Paul ihre Rolle und wurde 1802 zur Kathedrale.

Der heutige Bau ist gotisch. Der Neubau begann 1289; Chor, Querschiff und Langhaus stammen aus dem 13. Jahrhundert, die Apsis aus dem 14., und fertig wurde die Kirche erst 1557. Der Turm wurde 1811 und 1812 auf Wunsch Napoleons um ein Geschoss erhöht und trägt das Glockenspiel, das einst in Saint-Lambert läutete. Die Kathedrale ist eine Station unserer Schnitzeljagd, und die Route beginnt hier.

  • Die bemalten Gewölbe des Langhauses von 1528 und 1529, die eine alte Handschrift Lambert Lombard und seinen Schülern zuschreibt.
  • Die Glasfenster des 16. Jahrhunderts, darunter eines, das Léon d’Oultres 1530 stiftete, neben Fenstern des 20. Jahrhunderts von Max Ingrand.
  • Der liegende Christus im Grab aus weißem Marmor, 1696 von Jean Del Cour gemeißelt, und der Kreuzgang, in dessen Westflügel der Domschatz mit der Reliquienbüste des heiligen Lambert untergebracht ist.

Kirche Saint-Jacques

Saint-Jacques wurde 1015 von Fürstbischof Balderich II. als Benediktinerabtei gegründet und Jakobus dem Jüngeren geweiht. Von der romanischen Abteikirche ist nur der Westbau mit einem seiner drei Türme erhalten; du findest ihn am Westende, wo sein schlichter Stein vom Rest absticht. Die gotische Kirche, die an ihre Stelle trat, entstand unter Abt Jean de Coromeuse, der die Abtei von 1507 bis 1525 leitete, und wurde 1538 vollendet. 1558 kam ein Renaissanceportal hinzu, das dem Lütticher Künstler Lambert Lombard zugeschrieben wird.

Innen lohnt sich vor allem der Blick nach oben. Die Gewölbe des Langhauses sind mit Malereien aus derselben Zeit bedeckt und haben mehr als 150 Schlusssteine; ein Fernglas hilft, oder du setzt dich einfach und schaust nach oben. Die Abteigebäude wurden nach der Französischen Revolution abgerissen, ihr Kreuzgang wurde zum öffentlichen Park neben der Kirche. Die Kirche selbst wurde 1803 wieder dem Gottesdienst übergeben und ist bis heute Pfarrkirche. Sie ist eine Station der Schnitzeljagd.

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  • Die Chorfenster, zwischen 1525 und 1531 entstanden, gehören zu den schönsten Renaissance-Glasfenstern Belgiens.
  • Das Renaissanceportal von 1558, dessen klassische Formen sich deutlich von den gotischen Mauern abheben.

Kirche Saint-André

Die Kirche Saint-André steht an der Place du Marché, dem alten Marktplatz von Lüttich, und ist an ihrer Kuppel leicht zu erkennen. Ihre Anfänge sind unbekannt, doch im 13. Jahrhundert war sie Pfarrkirche; 1250 schenkte ihr Beatrix de Vottem umfangreichen Grundbesitz. Bis ins späte 18. Jahrhundert gehörte sie dem Deutschen Orden und war die Kirche seiner Kommende Saint-André. Der heutige Bau wurde 1765 begonnen und 1772 geweiht, wie eine lateinische Inschrift über dem Portal festhält.

Ihre spätere Geschichte zeigt, wie Lüttich nach der Revolution mit seinen Kirchen umging. Saint-André wurde Getreidebörse, dann Arbeitsamt und später ein Saal für Ausstellungen und städtische Veranstaltungen. 2011 wurde sie geschlossen, weil man Asbest fand, und Ende 2017 begann eine Renovierung samt neuer Kuppel; prüfe vor dem Besuch, ob der Innenraum geöffnet ist. Auch von außen lohnen die Kuppel und der alte Marktplatz ringsum den Halt. Saint-André ist eine Station der Schnitzeljagd.

Die Statue Karls des Großen

Der bronzene Karl der Große zu Pferd am Boulevard d’Avroy wurde am 26. Juli 1868 enthüllt. Vorgeschlagen hatte das Projekt der Stadt 1855 Louis Jéhotte, Professor für Bildhauerei an der Brüsseler Akademie. Zunächst war die Place Saint-Lambert als Standort geplant, doch die Statue kam auf den Boulevard, wo sie bis heute am Rand des Zentrums steht.

Warum Karl der Große in Lüttich? Die Überlieferung verlegt seine Geburt zwischen Jupille und Herstal, heute Teil des Großraums Lüttich, und das hat ihn zu einer wichtigen Figur der lokalen Folklore gemacht; wo er wirklich geboren wurde, klärt keine Quelle, sieh es also als örtliche Tradition, nicht als Tatsache. Ein bekanntes Lütticher Stück lässt ihn sogar mit Tchantchès plaudern, dem Volkshelden der Stadt. Die Statue ist eine Station unserer Schnitzeljagd.

  • Die sechs Nischen des Steinsockels mit Figuren von Karls Vorfahren: der heiligen Begga, Pippin von Herstal, Karl Martell, Bertrada, Pippin dem Älteren und Pippin dem Jüngeren.
  • Wie der bronzene Reiter hoch über seinen Vorfahren thront, sodass das ganze Denkmal wie ein Stammbaum aus Stein und Metall wirkt.

So siehst du sie auf einem Spaziergang

Beginne an der Kathedrale Saint-Paul und geh nach Süden zur Kirche Saint-Jacques, dann nach Westen zum Boulevard d’Avroy und zur Statue Karls des Großen. Von dort geht es nach Norden durch das Zentrum über die Place Saint-Lambert zur Place du Marché und zur Kirche Saint-André. Plane Zeit für das Innere der Kathedrale und von Saint-Jacques ein, wo die meisten Details zu sehen sind, und denk daran, dass Gottesdienste Vorrang vor Besichtigungen haben.

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Unsere Schnitzeljagd in Lüttich macht das Stadtzentrum zu einem Spiel auf deinem Handy. Die Route verbindet 10 Stationen, von der Kathedrale bis zum Grand Curtius, und alle vier Orte dieses Beitrags sind Stationen: die Kathedrale, Saint-Jacques, die Statue Karls des Großen und Saint-André, dazu das Aquarium-Museum, das Théâtre de Liège, die Königliche Oper der Wallonie, die Place Saint-Lambert und Saint-Barthélemy. An jeder Station löst du ein Rätsel und erfährst eine Geschichte, in deinem eigenen Tempo.

Wenn dir ein anderes Format lieber ist, gibt es in Lüttich auch einen selbstgeführten Stadtrundgang und ein Outdoor-Escape-Game.

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Fakten geprüft im Oktober 2026.

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