
Das Aachener Rathaus beherrscht mit seiner langen gotischen Fassade und zwei Türmen den Markt in der Altstadt. Es wurde im 14. Jahrhundert auf den Fundamenten der Aula Regia errichtet, der großen Halle der Pfalz Karls des Großen, und einer seiner Türme, der Granusturm, enthält noch karolingisches Mauerwerk. Zwei Jahrhunderte lang hielten die neuen deutschen Könige hier nach ihrer Krönung im benachbarten Dom ihr Krönungsmahl ab.
Das Aachener Rathaus auf einen Blick
- Wo: zwischen Markt und Katschhof in der Altstadt, dem Dom gegenüber auf der anderen Seite des Katschhofs.
- Erbaut: 1330–1349 auf den Mauern der Aula Regia Karls des Großen; nach Bränden 1656 und 1883 und den Bombenangriffen 1943–1944 mehrfach wiederaufgebaut.
- Von: errichtet unter Bürgermeister Gerhard Chorus; später barock umgestaltet von Johann Joseph Couven und nach 1883 nach Plänen von Georg Frentzen restauriert.
- Was es heute ist: Sitz von Oberbürgermeister und Stadtrat, Ort der Karlspreisverleihung und ein Museumsrundgang für Besucher.
- Zeitbedarf: 15 Minuten von außen, etwa eine Stunde mit Krönungssaal und Innenräumen.
Vom Krönungsmahl zum Karlspreis
Zwischen 813 und 1531 wurden in Aachen 31 Könige gekrönt. Ende des 13. Jahrhunderts verfiel die alte karolingische Halle, also baute die Stadt unter Bürgermeister Gerhard Chorus auf ihren Fundamenten ein neues gotisches Rathaus mit einem großen Saal im Obergeschoss für die Krönungsmähler. Nach dem Stadtbrand von 1656 wurden Dach und Türme erneuert, und ab 1727 gab Johann Joseph Couven Fassade und Innenräumen ein barockes Gesicht; der Weiße Saal zeigt diesen Stil noch heute.
Im 19. Jahrhundert erhielt der Bau wieder ein gotisches Aussehen, und Alfred Rethel malte im Krönungssaal Fresken zum Leben Karls des Großen. Ein Brand 1883 zerstörte Dach und beide Türme, die bis 1902 wiederaufgebaut wurden. Im Juli 1943 brannten nach Bombenangriffen erneut Dach und Türme, und der Saal wurde schwer beschädigt. Der Wiederaufbau dauerte Jahrzehnte; nach langer Debatte über ihre Gestalt wurden die Turmhelme 1978 fertig. Heute wird im Krönungssaal der internationale Karlspreis verliehen.
Worauf du achten solltest
- Der Granusturm, Teil der Pfalz Karls des Großen, mit Mauerwerk aus der Zeit um 800.
- Die Marktfassade mit Statuen von 50 Herrschern, angebracht bei der Regotisierung im 19. Jahrhundert.
- Innen der Krönungssaal mit Alfred Rethels Fresken zum Leben Karls des Großen, gemalt zwischen 1847 und 1861.
- Die Nachbildungen der Reichsinsignien von etwa 1915, darunter Reichskrone, Reichsapfel und der Säbel Karls des Großen.
- Der Karlsbrunnen auf dem Markt davor, ein Brunnen mit einer Statue Karls des Großen.
Krönungen und ein verlorenes Relief
Ab 1380 schmückte den Zugang zur Kaisertreppe, die zum Krönungssaal hinaufführte, ein Kalksteinrelief der Anbetung der Könige, mit je einem Block für jeden König und einem für Maria mit dem Kind. Es wurde 1798 teilweise zerstört, 1879 durch eine Kopie ersetzt und vor dem Zweiten Weltkrieg in ein Museum gebracht, wo es im Krieg verschwand. Eine Erinnerung daran, dass vieles, was du heute siehst, mehr als einmal neu entstanden ist.
Tipps für deinen Besuch
- Geh einmal ganz um das Gebäude: Die Marktseite zeigt die Herrscherstatuen, vom Katschhof aus siehst du Rathaus und Dom einander gegenüber.
- Komm werktags früh, wenn du den Krönungssaal ohne Gedränge sehen willst; bei offiziellen Anlässen kann das Haus geschlossen sein.
- Verbinde den Besuch mit dem Dom und dem Centre Charlemagne, die zusammen die Geschichte von Karls Aachen erzählen.
In der Nähe
- Aachener Dom: die Pfalzkapelle und Grabstätte Karls des Großen, UNESCO-Welterbe, auf der anderen Seite des Katschhofs.
- Centre Charlemagne: das Stadtgeschichtliche Museum am Katschhof, nur ein paar Schritte entfernt.
- Puppenbrunnen: ein Brunnen mit beweglichen Bronzefiguren, wenige Gehminuten entfernt nahe dem Dom.
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