Alte Brücke in Frankfurt: der goldene Brickegickel und der Teufelspakt

The Alte Brücke over the river Main in Frankfurt

Die Alte Brücke ist der älteste Mainübergang Frankfurts und verbindet die Altstadt mit Sachsenhausen. Jahrhundertelang war sie die einzige Brücke der Stadt, und auf einer Stange über ihrer Mitte sitzt bis heute ein kleiner goldener Hahn, der Brickegickel, um den sich eine der bekanntesten Frankfurter Sagen rankt.

Die Alte Brücke auf einen Blick

  • Wo: zwischen der Fahrgasse in der Altstadt und der Brückenstraße in Sachsenhausen, wenige Gehminuten südöstlich des Doms.
  • Erbaut: erstmals 1222 erwähnt; die heutige Brücke ist der Bau von 1926, nach 1945 wiederhergestellt und 1965 in ihrer jetzigen Form neu eröffnet.
  • Was sie heute ist: eine Straßen- und Fußgängerbrücke von rund 237 Metern Länge mit breiten Gehwegen, der Maininsel und der Kunsthalle Portikus auf halbem Weg.
  • Zeitbedarf: 15 Minuten hin und zurück, länger, wenn du die Aussicht genießt oder eine Ausstellung besuchst.

Acht Jahrhunderte am Main

Schon im späten 12. Jahrhundert gab es hier einen Übergang, und eine Urkunde des Domstifts von 1222 ist die erste Erwähnung der Brücke. Im Mittelalter war sie die Lebensader der Stadt: 1235 bestimmte König Heinrich (VII.) Münzeinnahmen und Holz aus dem Reichsforst Dreieich für ihren Unterhalt. Hochwasser und Eis rissen 1306 und 1342 Teile weg, und im frühen 15. Jahrhundert wurden zehn der dreizehn Bögen und beide Türme neu gebaut, vermutlich unter dem Baumeister Madern Gerthener. 1411 entstand an der Brücke eine große Mühle, und in irgendeiner Form standen hier bis 1914 Mühlen.

Im 20. Jahrhundert reichte die schmale mittelalterliche Brücke nicht mehr. Sie wurde 1914 gesperrt und durch eine neue Brücke mit acht Bögen ersetzt, die nach langer Pause im Ersten Weltkrieg am 15. August 1926 eröffnet wurde. Am 26. März 1945 sprengte die abziehende Wehrmacht zwei Mittelbögen. Ein provisorisches Stahlteil wurde 1947 freigegeben, 1965 baute man die Brücke erneut um. Eine Sanierung 2014 brachte Sandsteinbrüstungen, neue Beleuchtung und Platz für Rad- und Fußverkehr.

Worauf du achten solltest

  • Der Brickegickel: der goldene Hahn auf einer hohen Stange nahe der Brückenmitte. Der heutige vergoldete Bronzehahn stammt von 1994.
  • Die Statue Karls des Großen: eine Kopie der roten Sandsteinfigur, die ab 1843 auf der Brücke stand, aufgestellt 2016. Das Original ist im Historischen Museum.
  • Der Portikus: eine kleine Kunsthalle mit steilem Dach auf der Maininsel, entworfen von Christoph Mäckler und 2006 eröffnet, erreichbar von der Brücke aus.
  • Der Blick flussauf- und flussabwärts: die Skyline des Bankenviertels im Westen, der Domturm hinter dir und das Sachsenhäuser Ufer vor dir.
  • Die Sandsteinbrüstungen aus der Sanierung von 2014, die die Farbe der Altstadtbauten aufnehmen.

Die Sage vom goldenen Hahn

Die Brüder Grimm haben die Geschichte aufgeschrieben. Der Baumeister konnte die Brücke nicht rechtzeitig fertigstellen und schloss einen Pakt mit dem Teufel: Der Teufel sollte sie vollenden und dafür die erste Seele bekommen, die sie überquert. Als die Brücke fertig war, schickte der Baumeister einen Hahn als Ersten hinüber. Wütend zerriss der Teufel das Tier und schleuderte es durch die Brücke, sodass zwei Löcher blieben, die sich nie schließen ließen. Der Hahn auf der Stange soll an die List erinnern; tatsächlich wurde 1401 ein Kruzifix mit einem goldenen Hahn aufgestellt, um die tiefste Stelle des Flusses zu markieren.

Tipps für deinen Besuch

  • Geh bei Sonnenuntergang hinüber, wenn das Licht auf der Skyline im Westen am schönsten ist, und zurück am Ufer entlang.
  • Über die Brücke rollt Verkehr: Bleib auf den Gehwegen und achte auf Radfahrer auf den gemeinsamen Wegen.
  • Schau nahe der Brückenmitte nach oben: Der Hahn sitzt hoch auf seiner Stange und wird leicht übersehen.
  • Verbinde die Brücke mit dem Römerberg und dem Dom am Nordufer und den Apfelweinlokalen in Sachsenhausen im Süden.

In der Nähe

  • Frankfurter Dom: die rote Sandsteinkirche, in der Kaiser gekrönt wurden, wenige Gehminuten nördlich.
  • Römerberg: der Altstadtplatz mit dem Rathaus und seinen wiederaufgebauten Fachwerkhäusern.
  • Eiserner Steg: die eiserne Fußgängerbrücke gleich flussabwärts, mit Blick zurück auf die Alte Brücke.
  • Museumsufer: die Reihe von Museen am Sachsenhäuser Ufer, darunter das Städel.

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