Hauptkirche St. Petri in Hamburg: der Löwenkopf-Türzieher von 1342

St Peter's Church (St. Petri) in Hamburg

Die Hauptkirche St. Petri ist die älteste der fünf lutherischen Hauptkirchen Hamburgs und steht nur ein paar Minuten vom Rathaus entfernt, auf der kleinen Anhöhe, auf der die erste Hamburger Siedlung entstand. Der heutige Bau ist größtenteils ein Wiederaufbau nach dem Großen Brand von 1842, doch am Westportal kannst du noch immer einen bronzenen Löwenkopf anfassen, der bei der Grundsteinlegung des mittelalterlichen Turms 1342 entstand.

Die Peterskirche auf einen Blick

  • Wo: zwischen Mönckebergstraße und Speersort in der Altstadt, ein kurzer Spaziergang östlich vom Rathausmarkt.
  • Erbaut: 1195 erstmals als Marktkirche erwähnt; die gotische Hallenkirche wurde um 1310 begonnen, der heutige neugotische Bau 1849 geweiht, sieben Jahre nach dem Großen Brand. Der 132 Meter hohe Turm war 1878 fertig.
  • Von: Den Wiederaufbau nach 1842 planten Alexis de Chateauneuf und Hermann Peter Fersenfeldt; die Kupferspitze folgt Plänen von Johann Hermann Maack.
  • Was sie heute ist: eine lebendige lutherische Gemeindekirche mit Gottesdiensten, Konzerten und einem Turm, den du besteigen kannst.
  • Zeitbedarf: 20–30 Minuten für die Kirche, etwa eine Stunde, wenn du auch auf den Turm steigst.

Von der Marktkirche zum Brand und Wiederaufbau

Wahrscheinlich stand hier schon Anfang des 11. Jahrhunderts eine Holzkapelle, und 1195 taucht die Kirche in den Urkunden als ecclesia forensis auf, als Marktkirche. Ab etwa 1310 bauten die durch den Handel reich gewordenen Bürger sie zu einer dreischiffigen backsteingotischen Hallenkirche aus. Der Turm wurde 1342 begonnen und erhielt 1513 bis 1516 eine neue, 127,5 Meter hohe Kupferspitze, für kurze Zeit die höchste der Stadt. Nach dem Abriss des benachbarten Doms 1804–07 war St. Petri die älteste noch bestehende Kirche Hamburgs. Während der französischen Besatzung gehörte sie zu den Kirchen, die napoleonische Truppen als Pferdestall nutzten.

Am 7. Mai 1842 zerstörte der Große Brand den mittelalterlichen Bau fast vollständig; nur Teile der Nordmauer, die unteren Turmgeschosse und ein Teil der Apsis blieben stehen. Die meisten Kunstwerke, auch der Löwenkopf-Türzieher, wurden gerettet. Die Kirche wurde an derselben Stelle und nach demselben Grundplan wieder aufgebaut und 1849 neu geweiht. Im 20. Jahrhundert wurde die Altstadt zum Geschäftsviertel, die Gemeinde verlor die meisten Bewohner, doch die Luftangriffe von 1943 überstand die Kirche nahezu unversehrt.

Worauf du achten solltest

  • Der bronzene Löwenkopf-Türzieher am linken Flügel des Westportals, von 1342 und oft als ältestes erhaltenes Kunstwerk Hamburgs bezeichnet.
  • Die Statue des heiligen Ansgar, des ‘Apostels des Nordens’, an einem Pfeiler im Chor, um 1480–83 vom Lübecker Meister Bernt Notke geschaffen.
  • Ein gotisches Wandbild des Ansgar von etwa 1460 im nördlichen Teil der Kirche.
  • Das Gemälde ‘Weihnachten 1813 in St. Petri’ an einem Pfeiler im Südschiff, das an die Bürger erinnert, die französische Soldaten in der Kirche einsperrten.
  • Draußen am nordöstlichen Ende des Chors Fritz Fleers Bronzestatue von Dietrich Bonhoeffer, 1979 enthüllt, die den Theologen in Häftlingskleidung mit gefesselten Händen zeigt.

Climbing the tower

Der Turm ist einer der weniger bekannten Aussichtspunkte Hamburgs. 544 Stufen führen auf etwa 123 Meter Höhe, wo kleine runde Fenster wie Bullaugen den Blick auf Rathaus, Binnenalster und die Hafenkräne freigeben. Es ist ein echter Aufstieg ohne Aufzug, aber du wirst mit einem Blick belohnt, den die Massen an der Elbphilharmonie oder am Michel nie zu sehen bekommen.

Tipps für deinen Besuch

  • Fass den Löwenkopf ruhig selbst an: Er ist ein echter Türgriff, kein Museumsstück hinter Glas.
  • Steig an einem klaren Tag auf den Turm; die Bullaugen sind klein, Dunst stört hier mehr als anderswo.
  • Nimm Rücksicht auf Gottesdienste und Konzerte; schau vorher auf die Website der Kirche, wenn du zu einer bestimmten Zeit kommen willst.
  • Verbinde den Besuch mit Rathaus und Domplatz, alles nur wenige Gehminuten entfernt.

In der Nähe

  • Hamburger Rathaus: das Rathaus im Stil der Neorenaissance mit dem Brunnen im Innenhof, ein paar Minuten westlich.
  • Domplatz: der offene Platz, auf dem einst der mittelalterliche Dom und die frühe Hammaburg standen, direkt südlich der Kirche.
  • St. Jacobi: eine weitere der fünf Hauptkirchen, wenige Minuten östlich, bekannt für ihre Arp-Schnitger-Orgel.
  • Mönckebergstraße: die große Einkaufsstraße, die an der Nordseite der Kirche vorbei zum Hauptbahnhof führt.

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