
San Domenico ist die große Barockkirche der Dominikaner an der Piazza San Domenico, gleich neben der Via Roma im alten Viertel La Loggia von Palermo. Nach der Kathedrale ist sie die bedeutendste Kirche der Stadt, und seit 1853 dient sie als Pantheon berühmter Sizilianer. Hier liegt unter anderem Giovanni Falcone, der 1992 ermordete Anti-Mafia-Richter.
San Domenico auf einen Blick
- Wo: Piazza San Domenico, zwischen der Via Roma und den Gassen des Vucciria-Markts, im Viertel La Loggia.
- Erbaut: Die heutige Kirche wurde 1640 begonnen, die Fassade 1726 vollendet.
- Von: Der Dominikaner-Architekt Andrea Cirrincione entwarf die Kirche.
- Was sie heute ist: eine aktive Dominikanerkirche und Grabstätte berühmter Sizilianer, mit einem mittelalterlichen Kreuzgang daneben.
- Zeitbedarf: 30–45 Minuten für die Kirche, länger, wenn du auch den Kreuzgang besuchst.
Drei Kirchen an einem Ort
Die Dominikaner kamen im frühen 13. Jahrhundert nach Palermo, als ihr Gründer, der heilige Dominikus, noch lebte. Zwischen 1280 und 1285 bauten sie hier ihre erste Kirche im normannisch-gotischen Stil, mit Kloster und Kreuzgang. Als die Gemeinde wuchs, bauten die Brüder sie im 15. Jahrhundert mit Hilfe von Papst Martin V. und den Adelsfamilien Palermos im Stil der Renaissance neu. Auch diese wurde zu klein, und 1640 begann der Bau der riesigen heutigen Kirche nach Plänen des Ordensbruders Andrea Cirrincione. Die Fassade war erst 1726 fertig.
Die Kirche war auch eine Bühne der sizilianischen Geschichte. Am 25. März 1848, während der Revolution gegen die Bourbonen, wurde hier das neue sizilianische Parlament eröffnet. Ab 1853 wurden berühmte Sizilianer in der Kirche bestattet, und durch den Bau der Via Roma lag die Piazza später an einer der Hauptstraßen der Stadt. Im Mai 1992 feierte Kardinal Salvatore Pappalardo hier das Staatsbegräbnis für Giovanni Falcone, seine Frau Francesca Morvillo und drei Polizisten ihrer Eskorte; 2015 wurden Falcones sterbliche Überreste in die Kirche überführt.
Worauf du achten solltest
- Die Fassade: zwei Geschosse mit Säulenpaaren, flankiert von zwei Glockentürmen, mit Stuckfiguren dominikanischer Heiliger und Päpste in Nischen.
- Der Innenraum: ein riesiges, schlichtes Kirchenschiff in Kreuzform aus grauem Billiemi-Stein, gesäumt von Seitenkapellen voller Altarbilder und Grabmäler.
- Giovanni Falcones Grab: Besucher hinterlassen hier oft Zettel, Blumen und Briefe an den Richter.
- Die Gräber des Pantheons: Achte auf die Namen des Malers Pietro Novelli, des Dichters Giovanni Meli, des Volkskundlers Giuseppe Pitrè und des Staatsmanns Francesco Crispi.
- Die Säule der Unbefleckten Empfängnis: auf der Piazza vor der Kirche, eine graue Marmorsäule aus den 1720er-Jahren mit einer bronzenen Madonna von Giovan Battista Ragusa.
The cloister
Nördlich der Kirche liegt der Kreuzgang des alten Klosters, gegründet um 1300 und bezahlt von der mächtigen Familie Chiaramonte. Er ist ein ruhiger gotischer Hof mit schlanken Säulen und Spitzbögen, und einige Kapitelle und Säulen stammen aus dem ersten Bau des 13. Jahrhunderts. Das Kloster ringsum ist noch heute Sitz der Dominikanergemeinschaft, und den Kreuzgang erreichst du über das nördliche Seitenschiff der Kirche.
Tipps für deinen Besuch
- Das ist eine aktive Kirche: Kleide dich angemessen, sprich leise und lauf während der Messe nicht herum.
- Geh über die Via Roma zurück, um die ganze Fassade mit der Säule davor im Blick zu haben.
- Verbinde den Besuch mit einem Gang durch den Vucciria-Markt, der direkt hinter der Piazza beginnt, und mit den nahen Oratorien, die der Stuckbildhauer Giacomo Serpotta ausgestaltet hat.
In der Nähe
- Oratorio del Rosario di San Domenico: ein kleines Oratorium hinter der Kirche mit Stuckarbeiten der Serpotta-Schule und einem Altarbild von Anthonis van Dyck.
- Vucciria: Palermos altes Marktviertel mit engen Gassen und Ständen, gleich südlich der Piazza.
- Oratorio di Santa Cita: ein paar Gehminuten entfernt, berühmt für Giacomo Serpottas weiße Stuckreliefs und -figuren.
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