
Das Amfiteatre de Tarragona ist das römische Amphitheater des antiken Tarraco, an einem Hang direkt über dem Mittelmeer gebaut, gleich außerhalb der Altstadt. Hier kämpften Gladiatoren, hier wurden 259 ein Bischof und zwei Diakone lebendig verbrannt, und mitten in der Arena siehst du noch die Ruinen der Kirchen, die später zu ihrem Gedenken errichtet wurden.
Das Amphitheater auf einen Blick
- Wo: im Parc de l’Amfiteatre, zwischen dem Ende der Rambla Nova und dem Meer, unterhalb des Balcó del Mediterrani.
- Erbaut: um den Beginn des 2. Jahrhunderts n. Chr., mit Umbauten im Jahr 221.
- Was es ist: eine elliptische Arena für rund 14.000 Zuschauer, deren Ränge teils in den Fels des Hangs gehauen sind.
- Was es heute ist: eine archäologische Stätte und Teil des Archäologischen Ensembles von Tarraco, seit 2000 UNESCO-Welterbe.
- Zeitbedarf: 30–45 Minuten drinnen oder 10 Minuten für den Blick von oben.
Von der Arena zur Kirche
Tarraco war eine der wichtigsten Städte im römischen Hispanien, und im Amphitheater fanden Gladiatorenkämpfe, Tierhetzen und öffentliche Hinrichtungen statt. Es entstand um die Wende zum 2. Jahrhundert; die nördlichen Ränge wurden direkt in den Fels gehauen, der südliche Teil ruhte auf Betongewölben. Umbauten aus dem Jahr 221 hielt eine lange Inschrift fest, die am Podium rund um die Arena verlief.
259, während der Christenverfolgung unter Kaiser Valerian, wurden Bischof Fructuosus von Tarraco und seine Diakone Augurius und Eulogius in der Arena lebendig verbrannt. Der Ort wurde den Christen der Stadt heilig. Ende des 6. Jahrhunderts entstand in der Arena zu ihrem Gedenken eine westgotische Basilika, und im 12. Jahrhundert wurde darüber die romanische Kirche Santa Maria del Miracle gebaut. Die Reste beider Kirchen sind in der Mitte der Arena noch zu sehen.
Worauf du achten solltest
- Die Sitzreihen auf der Nordseite, direkt in den Fels gehauen und von der Zeit stark abgetragen.
- Die südlichen Ränge, auf Betongewölben wieder aufgebaut, wo du dir die ganze Form der Arena am besten vorstellen kannst.
- Die Ruinen der westgotischen Basilika und der romanischen Kirche Santa Maria del Miracle in der Mitte der Arena.
- Die Podiumsmauer rund um die Arena, an der einst eine lange Inschrift zu den Umbauten von 221 verlief.
- Die Lage: das Meer hinter den südlichen Rängen, eine Kulisse, mit der kaum ein anderes römisches Amphitheater mithalten kann.
Die Märtyrer von Tarragona
Fructuosus, Augurius und Eulogius gehören zu den frühesten bekannten christlichen Märtyrern Spaniens. In Tarragona werden sie bis heute verehrt, und ihre Geschichte ist der Grund, warum die Arena zu einem Ort des Gebets wurde. Schau dir die Kirchenruinen in der Arena mit diesem Wissen an: Sie markieren die Stelle, die die frühen Christen für den Ort des Martyriums hielten.
Tipps für deinen Besuch
- Schau zuerst vom Balcó del Mediterrani am Ende der Rambla Nova hinunter: Von dort hast du den klassischen Blick auf die ganze Ellipse mit dem Meer dahinter.
- Komm im Sommer morgens oder am späten Nachmittag, denn in der Arena gibt es kaum Schatten.
- Wenn du mehrere römische Stätten sehen willst, frag an der Kasse nach Kombitickets für die Monumente von Tarraco.
- Geh danach hinunter zum Strand Platja del Miracle direkt unterhalb oder hinauf in die Altstadt zum römischen Circus.
In der Nähe
- Balcó del Mediterrani: der Aussichtspunkt am oberen Ende der Rambla Nova, mit Blick auf Amphitheater und Meer.
- Römischer Circus und Prätorium: die Gewölbe der Wagenrennbahn und ein römischer Turm in der Altstadt, wenige Gehminuten bergauf.
- Kathedrale von Tarragona: eine romanisch-gotische Kathedrale oben in der Altstadt, über eine breite Treppe zu erreichen.
- Monument als Castellers: die Bronzeskulptur auf der Rambla Nova zu Ehren der katalanischen Menschentürme.
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