St. Emmeram in Regensburg: Asam-Barock, Krypten und Königsgräber

The Basilica of St Emmeram in Regensburg

Die Basilika St. Emmeram ist die Kirche eines ehemaligen Benediktinerklosters am Südrand der Regensburger Altstadt, direkt neben dem Schloss der Familie Thurn und Taxis. Hinter einer schlichten mittelalterlichen Fassade verbirgt sich ein barockes Inneres der Brüder Asam, und darunter liegen Krypten, die über tausend Jahre alt sind. Zugleich ist sie eine Königsgrablege: Arnulf von Kärnten und Ludwig das Kind, zwei ostfränkische Könige, sind hier bestattet.

St. Emmeram auf einen Blick

  • Wo: am Emmeramsplatz, am Südrand der Altstadt, neben Schloss Thurn und Taxis.
  • Erbaut: karolingischer Kern aus dem späten 8. Jahrhundert; Westquerhaus und Wolfgangskrypta um 1050; freistehender Glockenturm 1575–1579; barocke Ausstattung 1731–1733.
  • Von: Die barocke Ausstattung stammt von den Brüdern Cosmas Damian Asam (Fresken) und Egid Quirin Asam (Stuck).
  • Was sie heute ist: katholische Pfarrkirche, seit 1964 Basilica minor und Teil des UNESCO-Welterbes „Altstadt von Regensburg mit Stadtamhof“.
  • Zeitbedarf: 30–45 Minuten.

Vom Königskloster zum Fürstenschloss

Das Kloster wuchs um das Grab des heiligen Emmeram, eines Bischofs, der im 7. Jahrhundert getötet wurde und dessen Gebeine nach Regensburg kamen. Die Kirche nahm unter Bischof-Abt Sintpert Gestalt an, der von 768 bis 791 amtierte. Um 980 fügte Abt Ramwold im Osten eine Außenkrypta an, und um 1050 bauten die Mönche ein großes Westquerhaus mit Hallenkrypta für die Reliquien der Heiligen Dionysius und Wolfgang; Wolfgang, Bischof von Regensburg, wurde hier 1052 von Papst Leo IX. im Beisein Kaiser Heinrichs III. heiliggesprochen. Brände 1166 und 1642 zerstörten einen Großteil der Ausstattung, und zwischen 1731 und 1733 gaben die Brüder Asam dem Langhaus sein heutiges barockes Aussehen.

1731 wurde das Kloster zur Fürstabtei, doch die Selbstständigkeit hielt nicht lange. 1810, im Zuge der Säkularisation, ging es an die Familie Thurn und Taxis, die Fürsten, die die Post im Heiligen Römischen Reich betrieben. Sie bauten das Kloster zu ihrer Residenz um, Schloss St. Emmeram, das bis heute der Familie gehört. Die Kirche selbst blieb als Pfarrkirche in Gebrauch. Papst Paul VI. erhob sie am 5. März 1964 zur Basilica minor.

Worauf du achten solltest

  • Die Reliefs am Nordportal: drei Steinfiguren von etwa 1052 mit dem thronenden Christus zwischen den Heiligen Emmeram und Dionysius, unter den frühesten Reliefs ihrer Art in Deutschland.
  • Der freistehende Renaissance-Glockenturm, 1575 bis 1579 gebaut, teils aus Steinen römischer Bauten.
  • Das Asam-Langhaus: Stuck in Pastelltönen und Deckenfresken, dazu der Hochaltar von 1669 mit dem Martyrium des heiligen Emmeram.
  • Die Krypten: Die karolingische Ringkrypta umschließt bis heute Emmerams Grab, und die romanische Wolfgangskrypta birgt die Grabstätte des heiligen Wolfgang.
  • Die Grabmäler: insgesamt 83, darunter Gedenkmale für Arnulf von Kärnten und Ludwig das Kind sowie für den Geschichtsschreiber Johannes Aventinus.
  • Das fünf Meter hohe Epitaph für Fürst Alexander Ferdinand von Thurn und Taxis von 1777, ein frühes Zeichen der Verbindung der Familie mit der Kirche.

Die Legende des heiligen Emmeram

Emmerams Geschichte stammt aus einer Lebensbeschreibung, die Bischof Arbeo von Freising um die Mitte des 8. Jahrhunderts verfasste; sie ist also teils Geschichte, teils Legende. Demnach war er ein fränkischer Bischof, der am Hof des bayerischen Herzogs in Regensburg weilte. Als Uta, die Tochter des Herzogs, schwanger wurde, soll Emmeram die Schuld auf sich genommen haben, um den wahren Vater zu schützen, und brach zu einer Reise nach Rom auf. Utas Bruder Lantpert holte ihn bei Helfendorf südlich von München ein und ließ ihn foltern und töten. Er wurde in Aschheim begraben, und die Legende erzählt, dass sein Leichnam, nachdem die Wahrheit ans Licht kam, auf ein Floß gelegt wurde, das von selbst die Donau hinauf bis nach Regensburg trieb.

Tipps für deinen Besuch

  • Komm an einem Wochentag vormittags, wenn die Kirche ruhig ist und das Licht durch die Seitenfenster auf den Stuck fällt.
  • Teile der Krypten sind nicht immer zugänglich; frag in der Kirche nach und halte dich während der Gottesdienste vom Altarraum fern.
  • Verbinde den Besuch mit einer Führung durch Schloss Thurn und Taxis nebenan, die auch den mittelalterlichen Kreuzgang des ehemaligen Klosters zeigt.

In der Nähe

  • Schloss Thurn und Taxis: die ehemaligen Klostergebäude, heute Schloss der Familie, mit Prunkräumen und dem alten Kreuzgang bei Führungen.
  • Regensburger Dom: der gotische Dom St. Peter mit seinen Doppeltürmen, ein kurzer Spaziergang nach Norden durch die Altstadt.
  • Neupfarrplatz: der Platz auf dem Gelände des mittelalterlichen jüdischen Viertels, mit einem unterirdischen Dokumentationszentrum, das dessen Reste zeigt.
  • Keplerdenkmal: ein kleiner klassizistischer Tempel im Park nahe dem Hauptbahnhof, zu Ehren des Astronomen Johannes Kepler, der 1630 in Regensburg starb.

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