Im Herzen Athens, inmitten der belebten Straßen und antiken Denkmäler, stehen Figuren, die Griechenlands stolze Geschichte, unerschütterlichen Geist und tief verwurzelte Traditionen verkörpern: die Evzones in Athen. Diese Elitesoldaten der Präsidentengarde sind an ihrer unverwechselbaren Uniform und ihren hoch stilisierten, synchronen Bewegungen sofort zu erkennen. Sie sind weit mehr als nur eine zeremonielle Garde; sie sind lebendige Symbole für die Kämpfe, die Opfer und die dauerhafte Identität der Nation, was sie zu einer der ikonischsten und bewegendsten Sehenswürdigkeiten Athens macht.

Eine im Kampf geschmiedete Geschichte: Von Elitekämpfern zur Präsidentengarde
Der Begriff "Evzone" (Εύζωνες), der so viel wie "gut bekleidet" oder "gut gegürtet" bedeutet, hat antike Wurzeln und taucht sogar in Homers Ilias auf, um schnelle und tapfere Krieger zu beschreiben. Die moderne Geschichte der Evzones in Athen begann jedoch 1867 mit der offiziellen Aufstellung von Infanterieregimentern innerhalb der griechischen Armee. Diese Einheiten erwarben sich schnell einen Ruf für ihre Tapferkeit und ihren Kampfgeist und zeichneten sich in zahlreichen Konflikten des 19. und 20. Jahrhunderts aus, darunter die Balkankriege, der Kleinasienfeldzug und beide Weltkriege. Ihr mutiger Einsatz auf dem Schlachtfeld festigte ihren Heldenstatus im kollektiven Bewusstsein der Griechen.
Ein entscheidender Moment in ihrer zeremoniellen Rolle kam 1914 mit der Gründung der "Palastwache", dem direkten Vorgänger der heutigen Präsidentengarde. Nach dem Bau des Grabmal des Unbekannten Soldaten auf dem Syntagma-Platz, das am 25. März 1932 eingeweiht wurde, wurde eine Kompanie der Evzones mit der feierlichen Aufgabe betraut, diesen den gefallenen griechischen Soldaten gewidmeten Kenotaph zu bewachen.
Im Laufe der Jahrzehnte und durch verschiedene politische Veränderungen in Griechenland änderte sich der Name der Einheit (z. B. Königliche Garde, Ehrengarde des Unbekannten Soldaten), aber ihre Hauptaufgabe, die Bewachung des Präsidentenpalastes und des Grabes des Unbekannten Soldaten, blieb bestehen. Seit der Wiederherstellung der Demokratie im Jahr 1974 ist die Einheit offiziell als Präsidentengarde bekannt.

Wo man die Evzones in Athen erleben kann
Die Evzones sind dafür bekannt, dass sie ihre Aufgaben an mehreren wichtigen Orten in der Stadt erfüllen:
- Das Grabmal des Unbekannten Soldaten: Direkt gegenüber dem Gebäude des Griechischen Parlaments auf dem Syntagma-Platz. Hier findet die berühmte Zeremonie des Wachwechsels statt.
- Die Präsidentenvilla: Sie befinden sich in der Herodou-Attikou-Straße, in der Nähe des Nationalgartens. Evzones stehen auch am Eingang des Präsidentenpalastes Wache.
- Die Akropolis: An Sonn- und Feiertagen nehmen die Evzones an den feierlichen Zeremonien zum Hissen und Senken der Flagge auf dem Heiligen Felsen der Akropolis teil.
- Kaserne der Präsidentengarde: Sie befindet sich in der Herodou-Attikou-Straße hinter dem Präsidentenpalast. Sonntags findet ein größerer und aufwändigerer Wachwechsel statt, bei dem die gesamte Garnison von Evzone von ihrer Kaserne zum Grab des Unbekannten Soldaten marschiert, begleitet von einer Militärkapelle.
Die Wachablösung findet täglich zu jeder vollen Stunde am Grabmal des unbekannten Soldaten statt. Besonders beliebt ist die aufwändigere Zeremonie am Sonntag um 11.00 Uhr, bei der ein größeres Kontingent von Evzones und eine Marschkapelle auftreten, die eine große Menschenmenge anziehen.

Die Uniform: Ein Wandteppich aus Symbolik und Geschichte
Die Uniform von Evzones ist vielleicht das fesselndste Merkmal, denn sie ist durchdrungen von historischer, folkloristischer und religiöser Symbolik. Jedes Teil wird in akribischer Handarbeit hergestellt, was oft Monate dauert, und jedes Detail hat seine Bedeutung:
- Foustanella: Der markante weiße Kilt, der aus 30 Metern weißem Stoff gefertigt ist, weist 400 Falten auf. Jede Falte soll ein Jahr der osmanischen Besatzung in Griechenland symbolisieren. Seine weiße Farbe, zusammen mit dem weißen Hemd (ypoditis), steht für die Reinheit des Kampfes um die nationale Unabhängigkeit.
- Fermeli: Die kunstvolle, handbestickte Weste. Ihre komplizierten Designs enthalten oft Muster von hohem kulturellem und folkloristischem Wert.
- Fario: Der rote Filzhut, der mit dem nationalen Emblem verziert ist, symbolisiert das Blut, das die griechischen Kämpfer vergossen haben. Die lange schwarze Seidenquaste (thisanos) steht für Tränen und Trauer um die Opfer des Krieges.
- Zarathustra: Die traditionellen Lederclogs, von denen jeder etwa 2 Kilogramm wiegt, sind mit 60 Nägeln in der Sohle und einem Hufeisen am Absatz verstärkt. Ihr charakteristisches lautes Klacken während des Marsches soll die Ahnen hören lassen, dass die Griechen leben und frei sind. Die schwarzen Bommeln an den Zehen dienten der Überlieferung nach einst dazu, Messerklingen für den Nahkampf zu verbergen.
- Krossia: Die blauen und weißen Seidenfransen an der Uniform symbolisieren die Farben der griechischen Flagge.
Die Evzones, die aufgrund ihrer imposanten Statur (über 1,87 Meter groß) und ihres rigorosen Trainings ausgewählt wurden, bewahren während ihres Einsatzes eine außergewöhnliche Ruhe und Stoizismus, unabhängig von den Wetterbedingungen. Sie sind ein tiefes und beständiges Symbol der griechischen Stärke, Würde und des historischen Gedächtnisses und machen den Besuch ihrer zeremoniellen Pflichten zu einem unvergesslichen Teil jeder Reise nach Athen.

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