6 Orte in Triest: vom Teatro Verdi bis zum Hügel San Giusto

The Castello di San Giusto in Trieste

Triest steigt vom Hafen einen einzigen Hügel hinauf, und dieser Guide folgt dem Aufstieg durch sechs Orte: das Opernhaus Teatro Verdi, die Leopoldsäule auf der Piazza della Borsa, das römische Theater und oben auf dem Hügel San Giusto die Kathedrale, die Burg und den Parco della Rimembranza. Zusammen erzählen sie die Geschichte der Stadt vom römischen Tergeste über die venezianische und habsburgische Zeit bis ins 20. Jahrhundert, und alle sechs sind Stationen unserer Schnitzeljagd.

Opernhaus Teatro Lirico Giuseppe Verdi

Das Opernhaus von Triest wurde am 21. April 1801 als Teatro Nuovo mit einer Oper von Johann Simon Mayr eröffnet. Gian Antonio Selva, der Architekt von La Fenice in Venedig, entwarf den hufeisenförmigen Zuschauerraum, und Matteo Pertsch gestaltete das Äußere mit Anleihen bei der Mailänder Scala um. 1821 wurde das Haus in Teatro Grande umbenannt, und unter diesem Namen fanden hier die Uraufführungen von zwei Verdi-Opern statt: Il corsaro 1848 und Stiffelio 1850. Als Verdi im Januar 1901 starb, benannte die Stadt das Theater innerhalb weniger Stunden nach ihm.

  • Die klassizistische Fassade zur Piazza Verdi mit ihren Säulen und den Statuen auf dem Dach, und die ruhigere Seite zum Meer.
  • Der Platz davor: Von hier siehst du gut, wie das Theater zwischen der alten Hafenfront und dem Geschäftsviertel liegt.

Piazza della Borsa und die Leopoldsäule

Die Piazza della Borsa ist der Platz der Triester Kaufleute. Die klassizistische Alte Börse (Borsa Vecchia) entstand 1806 nach Plänen von Antonio Mollari und ist heute Sitz der Handelskammer; die Börse selbst zog später in den Palazzo Tergesteo und dann in das Nachbargebäude, die sogenannte Neue Börse. In der Mitte des Platzes steht eine Steinsäule mit der Statue Kaiser Leopolds I. Sie wurde 1660 auf einem anderen Platz, der Piazza Pozzo del Mare, errichtet und 1808 hierher versetzt. Leopolds Sohn Karl VI. machte Triest zum Freihafen, und diese Entscheidung machte aus einer kleinen Stadt den wichtigsten Hafen des Habsburgerreichs.

  • Der Kaiser in Rüstung oben auf der Säule, der über den Platz blickt.
  • Die Säulen und Statuen an der Fassade der Alten Börse und der Stilmix der Palazzi ringsum, vom Klassizismus bis zum frühen 20. Jahrhundert.

Römisches Theater von Triest

Am Fuß des Hügels San Giusto, zwischen Via Donota und Via del Teatro Romano, liegen die Reste des Theaters des römischen Tergeste. Es wurde im späten 1. Jahrhundert v. Chr. gebaut und im frühen 2. Jahrhundert n. Chr. erweitert; damals fasste es je nach Quelle zwischen 3.500 und 6.000 Zuschauer. Bezahlt hat es vielleicht Quintus Petronius Modestus, ein Triester im Dienst Kaiser Trajans, doch manche Historiker meinen, er habe nur einen Umbau finanziert. Der Architekt Pietro Nobile erkannte den Ort 1814, ganz freigelegt wurde das Theater aber erst 1938, als ein Teil der Altstadt abgerissen wurde. Die hier gefundenen Statuen und Inschriften sind heute im römischen Lapidarium der Burg zu sehen.

  • Die geschwungenen Sitzreihen (Cavea) im Hang des Hügels, die du gut vom Geländer an der Straße aus siehst.

Kathedrale San Giusto Martire

Die Kathedrale oben auf dem Hügel besteht eigentlich aus zwei Kirchen. Zwischen dem 9. und 11. Jahrhundert entstanden auf den Ruinen einer älteren Kirche zwei Basiliken nebeneinander, eine Mariä Himmelfahrt geweiht, die andere dem heiligen Justus (San Giusto), dem Stadtpatron. Im 14. Jahrhundert riss man von jeder ein Seitenschiff ab und vereinte beide unter einem Dach; die Arbeiten dauerten von 1302 bis 1320, geweiht wurde die Kathedrale 1385. Deshalb ist der Grundriss ungewöhnlich und die Fassade nicht symmetrisch.

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Die beiden seitlichen Apsiden bewahren ihre Mosaiken aus dem 12. und 13. Jahrhundert, gefertigt von Handwerkern aus dem Veneto: Eines zeigt die Muttergottes, das andere Christus zwischen den Heiligen Justus und Servulus. Der Glockenturm stammt aus dem 14. Jahrhundert. In der Kapelle des heiligen Karl Borromäus liegen die Gräber der karlistischen Thronprätendenten Spaniens, die im 19. Jahrhundert in Triest im Exil lebten.

  • Die gotische Fensterrose in der schlichten Steinfassade.
  • Die Goldgrundmosaiken in den Seitenapsiden und das Stück alter Mosaikboden, das in den heutigen Boden eingelassen ist.

Castello di San Giusto

Die Burg steht auf dem höchsten Punkt der Altstadt. Die ersten Erwähnungen einer Festung stammen aus dem 15. Jahrhundert; die Venezianer fügten Anfang des 16. Jahrhunderts eine hohe halbrunde Mauer hinzu, und die Bastionen folgten in Etappen: die Bastion Lalio zwischen 1551 und 1561, der Nordteil bis 1595 und die Bastion Pomis 1630. Ein Plan, die Festung über den ganzen Hügel auszudehnen, wofür man die Kathedrale hätte abreißen müssen, wurde nie umgesetzt. Gekämpft wurde hier nur zweimal: bei einer zweiwöchigen Belagerung 1813 und 1945, als sich hier deutsche Truppen ergaben.

  • Heute gehört die Burg der Stadt und ist ein städtisches Museum. Auf der Bastion Lalio zeigt das 2001 eröffnete Lapidario Tergestino römische Inschriften, Reliefs und Skulpturen aus Triest, darunter Funde aus dem römischen Theater.
  • Der Rundgang auf den Wällen, der Teile der Stadt und des Golfs zeigt, die du von der Terrasse aus nicht siehst.

Parco della Rimembranza

Der Gedenkpark bedeckt den Hang des Hügels San Giusto zwischen der Burg und der Via Capitolina. Entworfen hat ihn der Ingenieur Vittorio Privileggi; angelegt wurde er zwischen 1933 und 1935, in der faschistischen Zeit, zu Ehren der Kriegstoten. Auf dem Hang stehen grobe Blöcke aus Karststein mit den Namen bekannter und unbekannter Soldaten. Oben steht das Denkmal für die Gefallenen von Attilio Selva und Enrico Del Debbio, den Freiwilligen aus Triest gewidmet, die im Ersten Weltkrieg starben. Eine Tafel erinnert auch an die vielen Triester, die in diesem Krieg für das habsburgische Heer fielen und tatsächlich die Mehrheit waren.

  • Der hohe, obeliskförmige Brunnen, ebenfalls von Privileggi, der 1938 für einen Besuch Mussolinis aufgestellt wurde. Er sollte nur vorübergehend bleiben, blieb aber, und läuft nach zwei Restaurierungen seit 2006 wieder.
  • Unterhalb des Parks die Scala dei Giganti, eine Doppeltreppe von 1907 von Ruggero und Arduino Berlam hinunter zur Piazza Goldoni, mit einem Blumenbeet, das das Stadtwappen zeigt: eine weiße Hellebarde auf Rot.

So siehst du sie auf einem Spaziergang

Beginne am Meer beim Teatro Verdi und geh dann an der Piazza Unità d’Italia vorbei zur Piazza della Borsa mit der Leopoldsäule. Von dort geht es bergauf Richtung Via del Teatro Romano zum römischen Theater, und weiter den Hügel San Giusto hinauf zur Kathedrale und zur Burg. Zum Schluss kommst du in den Parco della Rimembranza und gehst über die Scala dei Giganti hinunter zur Piazza Goldoni. Wenn du weiter nördlich startest: Der Ponte Rosso und der Canal Grande liegen nur wenige Minuten vom Theater entfernt.

Triest mit World City Trail entdecken

Unsere Schnitzeljagd in Triest macht die Stadt zu einem Spiel auf deinem Handy. Die Route verbindet 10 Stationen, vom Ponte Rosso am Canal Grande bis zur Kathedrale San Giusto, und alle sechs Orte dieses Guides sind Stationen: das Teatro Verdi, die Piazza della Borsa, das römische Theater, der Parco della Rimembranza, die Burg und die Kathedrale, dazu die Piazza del Ponterosso, die Windrose und die Piazza Unità d’Italia. An jeder Station löst du ein Rätsel und erfährst eine Geschichte, in deinem eigenen Tempo.

In Triest gibt es außerdem einen selbstgeführten Stadtrundgang und ein Outdoor-Escape-Game, falls du ein anderes Format bevorzugst.

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Fakten geprüft im Oktober 2026.

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